O Radix Jesse

19.Dezember.: O Radix Jesse, o Spross aus der Wurzel Jesse, gesetzt zum Zeichen für die Völker – vor dir verstummen die Herrscher der Erde, dich flehen an die Völker: komm und errette uns, erhebe dich, säume nicht länger.

Christus, der Wurzelstock – die Wurzel ist Symbol des Urgrunds, aus dem alles Sein und Wachsen hervorkommt. Das heißt glauben: verwurzelt sein in Ihm; hier findet der Mensch seine Identität. In Christus, dem Wurzelstock aus dem Urgrund Gottes. Wurzeln schlagen, das ist ein Lebensprogramm. Christus ist uns gesetzt zum Zeichen, er ist das Signal, das uns aufrütteln will aus unserer Schläfrigkeit. Advent fordert Entscheidung, ob wir uns dem Signal stellen wollen. Nicht aus eigener Kraft können wir uns entscheiden; wir müssen Gott bitten, dass er es in uns wirkt. Wir dürfen ihn geradezu „unverschämt“ bedrängen, in viermaligem Ruf: „Komm, errette uns, erhebe dich, säume nicht länger.“ Die Sehnsucht nach ihm kennt keine Grenze. Gott will gebeten werden, Gott will mit unbändigem Glauben, mit einer unbändigen Hoffnung bedrängt werden. Mit solch unbändigem Vertrauen geben wir ihm die Ehre.

O Radix Jesse (MP3-Datei anhören)

 

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O Adonai

18.Dezember: O Adonai, Herr und Führer des Hauses Israel – im flammenden Dornbusch bist du Mose erschienen und hast ihm auf dem Berg das Gesetz gegeben: komm und befreie uns mit deinem starken Arm.

Adonai – der Gottesname war dem Volk Israel heilig: Gott war der Unaussprechliche. Gott, der ganz andere, zu dem vom Menschen her kein Zugang möglich ist, er hat sich uns offenbart als Herr des gesamten Kosmos, als Herr der Geschichte. Er führt uns durch alle Höhen und Tiefen, durch alle Schmerzen und Verlassenheiten. Advent, Weihnachten, das bedeutet, dieser Gott, der die Herrschaft über Zeit und Geschichte hat, wird Mensch. O Adonai, Herr, mein Herr! Wo Gott erscheint, da brennt der Dornbusch, da ist Feuer und Brand. “Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen; und was will ich anders, als dass es brenne.” Wo Gott kommt, da kann sich ein Leben mit einem Schlag verändern, da setzt er neue Maßstäbe. Er bietet uns seinen Bund an, sagt Ja zu uns. Und so dürfen wir auch Ja sagen zu ihm. Er ist uns treu, und nie ist es für uns zu spät, in die Bundestreue zurückzukehren. Wenn wir es nicht können, so ist es doch er, der uns mit starkem Arm in die Freiheit der ersten Liebe zurückführt.

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O Sapientia

17. Dezember: O Sapientia , o Weisheit, hervorgegangen aus dem Mund des Höchsten – die Welt umspannst du von einem Ende zum andern, in Kraft und Milde ordnest du alles: Komm und offenbare uns den Weg der Weisheit und Einsicht.

Die Weisheit wird im Neuen Testament auf Christus übertragen. „Gott hat Christus für uns zur Weisheit gemacht, damit wir in ihm ihre Schätze finden“ (Kol 2,3). Von diesem Christus wird gesagt, er herrsche in Kraft und Milde. Ist das für uns nicht vielfach ein Gegensatz? Da ist einer, der sich durchsetzen kann, und da ist der andere in Milde. Bei Christus fällt beides zusammen. Er herrscht mit zarter Kraft und starker Milde. So ordnet er alles. Alles bekommt bei ihm Maß und Mitte. Maß heißt nicht Mittelmaß, sondern in der Mitte des Wesens ruhen. – „Komm!“, in diese Bitte mündet die Antiphon ein. Komm und offenbare Dich! Eine ganz große Bitte. Wo Gott sich offenbart, erkennen wir, wird uns Einsicht, Wissen des Herzens geschenkt.

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Die großen O-Antiphonen

Die folgenden Texte , auch der nächsten Tage, zu den großen O-Antiphonen stammen von der Seite der Benediktinerinnen der Abtei St- Hildegard in Eibingen. Herzlichen Dank an die Schwestern für de Erlaubnis, sie hier wiederzugeben.

Die Tage vom 17.–23. Dezember sind durch die sieben O-Antiphonen in der Vesper besonders herausgehoben. In ihnen wird Jesus Christus unter Bildworten und Titeln angerufen, die im Alten Testament dem erwarteten Messias zugesprochen werden. Die O-Antiphonen haben alle denselben Aufbau. Sie beginnen mit dem „O“, dem bewundernden Ausruf des Staunens über Gottes Heilstaten, die sich in besonderer Weise in Christus, unserem Erlöser, offenbart haben. Dann schließt sich ein messianischer Hoheitstitel aus dem Alten Testament an, der jeweils auf Jesus Christus hin gedeutet wird. Auf diese Hoheitstitel folgt eine Aussage über das, was der Herr tut oder wie er seine Herrschaft ausübt. In dem eindringlichen Ruf »Veni« – Komm! – drückt sich die Heilssehnsucht des Gottesvolkes bis heute aus. Es sind wunderbare Bilder, zum Teil Erinnerungen an das Wirken Gottes an seinem Volk Israel. Text und Melodie sind zu einer Einheit verschmolzen. Wer sich von dieser innigen Einheit erfassen lässt, wird etwas erfahren von der Sehnsucht, mit der diese Tage zum Weihnachtsfest hindrängen. Es geht um das Hören, Singen und Beten dessen, was Ziel unserer Sehnsucht ist.

Alle sieben Hoheitstitel umkreisen das Mysterium Gottes: O Weisheit, O Adonai, O Wurzel Jesse, O Schlüssel Davids, O Morgenstern, O König der Könige, O Emmanuel! Gott kann man keinen gültigen Namen geben, sondern Gott ist der Name über alle Namen (Phil 2,9). Wir können ihn nicht benennen, uns seiner nicht bemächtigen, sondern ihn nur mit vielen Bildern umschreiben. Gott lässt sich nicht erkennen, sondern nur erahnen. Er ist das „mysterium tremendum“, das „mysterium fascinosum“ unseres Lebens. Nur manchmal dürfen wir etwas von ihm erahnen. Gott ist nicht Statik, sondern unerhörte Dynamik. Er kommt in vielen Erscheinungsformen auf uns zu. Er ist immer der ganz andere. Wir können uns nur stammelnd und bewundernd diesem Mysterium nähern. Nur in dieser Haltung beginnen wir zu ahnen, was es heißen mag: Gott wird Mensch – et incarnatus est. Dieser Gott will mich, dieser Gott liebt mich – welch unbegreifliche Wahrheit.

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ECLDF-Adventskranz: 3. Kerze

Dieser Beitrag kommt aus der irischen Provinz und wird vorgestellt vom ECLDF-Präsidenten Damian McDonnell

Grüße an alle von Irland! Mein Name ist Damien McDonnell und meine Gebete begleiten euch und eure Familien in dieser Adventszeit, in der wir uns vorbereiten, unseren Herren und Retter Jesus Christus in unseren Häusern und Familien willkommen zu heißen. Die Hintergrundsmusik, die ihr hören könnte, ist ein Stück namens „Maria, wusstest du“ von einer Gruppe, die sich  Pentatonics nennt. Die Bilder sind von der „Beweglichen Krippe“. Diese „Bewegliche Krippe“ ist eine Initiative, die 1956 von dem Dominikaner Fr. Louis Coffey begonnen wurde und die inzwischen praktisch für jedermann in Dublin zu einer festen Größe geworden ist. Familien besuchen jedes Jahr mindestens einmal in der Advent- und Weihnachtszeit. Mehr ist über die Bewegliche Krippe ist auf der Internetseite des Apostolats St. Martin von Porres zu erfahren, bei dem es sich um ein Dominikanisches Apostolat am Parnell Square in Dublin handelt.

In dieser Zeit, der Zeit unserer Vorbereitung auf das Kommen unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus, möchte ich einige Gedanken teilen, die mich besonders am Weihnachtstag selbst beschäftigen. Aber lasst mich zunächst den Hl. Augustinus zitieren, der sagt:

„Indem er uns in Ähnlichkeit mit Seiner Menschheit verband, nahm Er die Unähnlichkeit unserer Ungerechtigkeit hinweg. Indem Er sich unserer Sterblichkeit teilhaftig gemacht hat, sind wir seiner Göttlichkeit teilhaftig geworden.“

Eingedenk dieses Gebets denken wir auch an unser Ja. Jesus sagte ja, als er Mensch wurde – wann sagen wir ja ? Haben wir ja gesagt? Werden wir ja sagen? Maria sagte: „Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott meinen Retter. Auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut! Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.“

Noch einmal und im Namen der irischen Provinz wünsche ich eu allen die Freude und den Frieden unseres Herrn und Retters Jesus Christus in dieser Weihnachtszeit.

O’Connell Street in Dublin zur Weihnachtszeit

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Hl. Johannes vom Kreuz

Mitten im Advent feiert die Kirche das Fest des Mystikers und Kirchenlehrers Johannes vom Kreuz. Johannes , 1542 zu Fontiveros in Spanien geboren, trat 1563 in den Karmelitenorden ein, um dessen Reform  er sich mit Theresa von Avila bemühte. Verfolgung und unwürdige Behandlung, auch durch die eigenen Ordensbrüder, ertrug er mit Geduld. Er starb am 14. Dezember 1591 zu Ubeda. 1726 erfolgte die Heiligsprechung. 1926 wurde er zum Kirchenlehrer ernannt. In seinen Schriften zeigte er sich als begnadeter Mystiker. Die bräutliche Liebe und die völlige Hingabe der Seele an ihren Herrn war sein besonderes Thema.

Mein sind die Himmel und mein ist die Erde;
mein sind die Völker, die Gerechten sind mein,
und mein sind die Sünder;
die Engel sind mein
und die Mutter Gottes ist mein
und alle Dinge sind mein,
und Gott selbst ist mein und für mich,
denn Christus ist mein und mein Einundalles für mich.
Was ersehnst und suchst du also noch, meine Seele?
Dein ist all dies, und alles ist für dich.
(Gebet einer verliebten Seele)

Bild von hier

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„Der Advent wurde in Spanien geboren“ – 2. Kerze des ECLDF-Adventskranzes

Der folgende Beitrag über den Advent stammt diesmal aus der spanischen Provinz mit einem Text von Jesús Bastante

Der Advent als solcher wurde im 4. Jahrhundert in Spanien erfunden. Im Jahr 380 trafen sich alle Bischöfe von Hispania in Zaragoza und sprachen über die Vorbereitungen aif Jesu Geburt, die in den ersten Jahrhunderten am 6. Januar gefeiert wurde, unserem jetzigen Dreikönigstag. Zu dieser Zeit wurden die Christen aufgerufen, sich vom 17. Dezember an in den Kirchen zu versammeln, um sich auf das Kommen des Messias vorzubereiten. Als das Weihnachtsfest auf den 25. Dezember verlegt wurde, wurden die vier vorausgehenden Sonntage eingeführt, jeder mit seinen Lesungen, seiner Bedeutung und seiner Eigentümlichkeit.

*Erste Woche: Wir müssen wachsam sein, um Jesus in unserem Leben zu entdecken. Deshalb werden wir sehr darauf achten, Gutes zu tun.

*Zweite Woche: Um Jesus den Weg zu bereiten, werden wir diese Woche (und für den Rest des Advents) etwas mehr beten und darum bitten, dass ER immer das Wichtigste für uns sein möge.

*Dritte Woche: Wie Johannes der Täufer müssen wir Propheten Jesu sein, indem wir mit anderen sprechen und ihnen die wahre Bedeutung von Weihnachten und den Grund unseres Glücklichseins erklären.

*Vierte Woche: Die Jungfrau und der hl. Joseph gingen mit fast nichts nach Bethlehem und niemand half ihnen als sie ankamen und Jesus geboren wurde. Wir machen das wieder gut, indem wir denen helfen, die uns brauchen.

In Spanien haben wir viele Adventslieder, z.B. „Bereitet dem Herrn den Weg“. Das werden wir jetzt singen.

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Lichtworte – abends im Advent

Schon seit Jahren finden zum Freiburger Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz während der Adventszeit täglich um 17.30  ökumenische Adventsimpulse in der Dominikanerkirche  St. Martin statt, die unter dem Thema „Lichtworte – abends im Advent“ stehen.

Dieses Jahr werden sie von der City Pastoral der Dominikaner und der Evangelischen Stadtkirchenarbeit gemeinsam verantwortet.  An den Wochenenden bieten außerdem die Dominikanischen Laien einen Präsenzdienst in der Kirche an. Die  „ Lichtworte“ finden große Resonanz unter den Besuchern des Weihnachtsmarkts.

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ECLDF- Adventskranz: 1. Kerze

Der Europäische Rat der Dominikanischen Laiengemeinschaften (ECLDF) hat in diesem Jahr zu einer besonderen Adventsaktion aufgerufen, die sich „Courronne d’Avent“ – Adventskranz – nennt.  Dominikanische Laien aus ganz Europa haben Texte oder Videos zur Verfügung gestellt, die die adventliche Erwartung und das Weihnachtsfest zum Thema haben. Heute beginnen wir mit einem Beitrag aus Belgien.

Übersetzung:

PP: Die Geburt Jesu Christi ist etwas noch nie Dagewesenes – in einem Stall in eine Krippe gelegt. Wer hätte gedacht, dass der Retter der Welt in solcher Armut geboren werden würde? Eine vornehmere Umgebung wäre passender gewesen. Und der Ausgang war völlig unsicher: Maria war fast verstoßen worden. Sie ging für eine Weile zu ihrer Cousine Elisabeth – hat sie dort Zuflucht gesucht?

DO: Ich finde diese Geschichte ganz besonders bewegend -eine sehr junge Frau, zum ersten Mal schwanger, die die tiefgreifende Umwälzung in ihrem Körper und ihrer Seele durchmacht, verursacht durch eine Geburt, die sich in ihr vorbereitet. Und das unter schwierigen Umständen: Ablehnung, Verständnislosigkeit. Es ist schön, sich vorzustellen, das die Worte des Erzengels Gabriel beiden Frauen geholfen haben. Maria wird immer dargestellt als diejenige, die ihrer Cousine zu Hilfe eilte, um ihr zu Diensten zu sein. Aber wer war wem zu Diensten? Was kann schöner sein als diese beiden Frauen, die sich gegenseitig helfen, die Jüngere bestimmt flinker, währen die Ältere weisen Rat gibt. Die beiden Frauen ganz allein angesichts dieses wachsenden Lebens – Maria beginnt ihre Schwangerschaft ohne die Unterstützung eines Vaters und Elisabeth durchlebt ihre ohne die verbale Unterstützung ihre Mannes, der durch die unglaubliche Situation mit Stummheit geschlagen wurde.

PP: Und dann, schon ziemlich nahe an der Geburt, macht sich das Paar auf den Weg nach Bethlehem. Keine gute Idee, wenn man sich eine einfache Geburt einer ausgeruhten Mutter unter günstigen Umständen wünscht. Obendrein, erzählt uns Lukas, dass die Geburt unter prekären Umständen stattfindet, ohne angemessenen Unterkunft und ohne Annehmlichkeit. Alles scheint sic gegen diese Geburt zu wenden. Aber das Leben gewinnt die Oberhand über alles! Das Kind ist geboren und lebt! Das Leben siegt! In unseren Pfarreien in Belgien wurde die Armut der Geburt Christi lange Zeit mit der extremen Armut in unseren Regionen assoziiert worden. Die Vorschläge der Kirche für den Advent wurzeln in der Solidarität mit den Armen als Vorbereitung für uns, Christus Willkommen zu heißen. Deshalb werden Spendenaufrufe organisiert für Organisationen, dei den Bedürftigen helfen.

DO: Ich finde diese bevorzugte Option für die Armen so schwierig. Wir vermeiden oft die Konfrontation zwischen unserem Wohlstand und den Armen, die uns von Christus als unsere Brüder und Schwestern gegeben sind. Der Weg durch den Advent könnte vor allem eine Bekehrung des Herzens sein.

PP: In der tat! Für mich bedeutet der Advent vor allem, Solidarität mit den Armen zu zeigen, indem wir selbst arm werden, so dass wir wirklich auf das Kommen Christi warten, darauf dass Christus einen Platz in uns selbst hat. Advent bedeutet, uns zu reinigen, um Ihn willkommen zu heißen, unsere weißen Kleider anzuziehen, um an dem Fest teilzunehmen, das seine Ankunft unter uns feiert. Advent bedeutet, uns Gott zuzuwenden, unsere alten Kleider auszuziehen, um das Leben in Fülle zu leben. Das klingt ähnlich wie der Weg auf Ostern zu, wo auch auch alles gegen Christi Überleben verschworen scheint. Aber das Leben siegt!

Nativity icon by Jacques Noé, from the St Dominic and St John fraternity (Liège). Website: http://www.iconoe.be/

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Versprechensfeier und Aufnahme in Freiburg

Am  vergangenen Samstag, dem 17. November, konnte sich die Dominikanische Laiengemeinschaft Jordan von Sachsen in Freiburg über die erste zeitliche Profess ihres Novizen Markus Maria Mössner freuen.

Das Ereignis wurde mit dem Konvent mit einem gemeinsamen Mittagessen gefeiert.

Anschließend wurde im Rahmen der Non Michael Benedictus Keilbach ins Noviziat aufgenommen.

Gemeinsam mit der DLG in Freiburg gratulieren wir beiden sehr herzlich dazu!

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