Seliger Pietro Giorgio Frassati in Wien

13512102_1186767521374050_8886793860629945803_n

In wenigen Wochen findet vom 26. – 31. Juli 2016 der Weltjugendtag in Krakau statt. Ein Patron des Weltjugendtags ist der SELIGE PIETRO GIORGIO FRASSATI, dessen Reliquien sich gerade quer durch Europa auf dem Weg nach Krakau befinden. 

Am Samstag, den 09. Juli 2016, wird es eine RELIQUIENSTATIO dieses Seligen in der Dominikanerpfarrei St. Maria Rotunda zu Wien (Dominikanerkloster, U3-Station „Stubentor“) geben. Gefeiert wird dieses Ereignis unter anderem mit einer Eucharistiefeier, einer Vorstellung des WJT-Heiligen und einer gestalteten Anbetung.

Dazu ergeht herzliche Einladung

Posted in Uncategorized | Tagged , , , | Leave a comment

Mehr als Schwarz & Weiß

mehralsschwarzundweißAm 1o. Mai wurde in Regensburg die durch den Kulturfonds Bayern in Kooperation mit der Diözese Regensburg, der Stadt Regensburg und den beiden Ordensprovinzen Deutschlands und Österreichs geförderte Ausstellung „Mehr als Schwarz & Weiß“ zum Ordensjubiläum eröffnet. Sie dauert noch bis zum 15. August und bietet ein reichhaltiges Begleitprogramm. Schirmherren sind  Dominik Kardinal Duka OP, Prag; Bischof Charles Morerod OP, Fribourg; Christoph Kardinal Schönborn OP, Wien und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. Die Bischöfe Morerod und Vorderholzer waren bei der Eröffnung anwesend.

Regensburg ist die einzige deutsche Stadt, in der der Predigerorden seit 1229 – und somit fast von den Anfängen des Ordens an -ununterbrochen präsent ist, heute in Gestalt des Dominikanerinnenklosters Hl. Kreuz und des Dominikanischen Zentrums.

In  der ehemaligen Dominikanerkirche St. Blasius, einer der größten und bedeutendsten Bettelordenskirchen Deutschlands, einem Meisterwerk der Gotik, im Kreuzgang, der angrenzenden Albertus-Magnus-Kapelle und im Refektorium des ehemaligen Klosters zeigen Exponate vom 13. Jahrhundert bis zur zeitgenössischen Kunst die Geschichte und Gegenwart der Dominikanerinnen und Dominikaner im deutschen Sprachraum.

In der Basilika, die ab ca. 1240 mit einer Bauzeit von nahezu 150 Jahren errichtet wurde, und in den angrenzenden Räumlichkeiten führen Film- und Hörstationen sowie wertvolle Ausstellungsstücke wie mittelalterliche Handschriften, Goldschmiedearbeiten, Skulpturen und Gemälde die Besucherinnen und Besucher durch die Jahrhunderte: vom Aufblühen der Gemeinschaft über die Rolle der Predigerbrüder als Inquisitoren bis zu den Visionen der großen Mystiker wie Meister Eckhart und dem Wirken der Ordensschwestern und Ordensbrüder im 21. Jahrhundert*.

Viele Bilder und Informationen zur Ausstellungseröffnung gibt es hier, hier, hier und vor allem im begeleitenden Buch.

Das Forum Mittelalter der Universität Regensburg veranstaltet eine Ringvorlesung, die das Jubiläumsjahr mit 12 interdisziplinären Vorträgen zu den mittelalterlichen Bettelorden flankiert. Dabei werden Referenten der mediävistischen Fächer und internationale Gastreferenten ein facettenreiches Bild der Entstehungsbedingungen, der rasanten Ausbreitung und des religiösen, literarischen und kulturellen Wirkens der Dominikaner und Franziskaner in der mittelalterlichen Welt entwerfen.

Besonders hingewiesen sei auf einen Vortrag von Dr. Christoph Trinn, Konfliktforscher  am Institut fürPolitische Wissenschaft der Universität Heidelberg und Mitglied der Freiburger Fraternität, zu dem Thema: „Krieg gegen die Bevölkerung“. Der Vortrag schlägt eine Brücke von dem Dominikaner Bartolomé de las Casas, der im 16. Jahrhundert  für die Rechte der Ureinwohner in Mittelamerika kämpfte, zur aktuellen Kriegssituation in Syrien und im Irak.

Die Dominikanische Laiengemeinschaft Regensburg steht den Besuchern jeden Samstagnachmittag für Informationen und Gespräche zur Verfügung.

* Text teilweise von hier

Posted in Uncategorized | Tagged , , , , , , | Leave a comment

Ein Studientag im Kloster Wettenhausen

Am 16. April fand sich die Laiendominikanergruppe Landsberg zu einem Studientag im Kloster Wettenhausen unter der Leitung von Sr. Dr. Theresia Mende OP ein.

WP_20160416_13_11_04_Rich

Als Augustiner-Chorherren-Stift 982 gegründet, gestiftet durch die Gräfin von Roggenstein und ihre Söhne, erstmals 1130 urkundlich erwähnt, wuchs es durch Schenkungen und Stiftungen stetig zu einer beachtlichen Größe heran. Mit der Säkularisation brach das Ende der Augustiner Chorherren an. 1865 besiedelten Dominikanerinnen aus St. Ursula in Augsburg das freistehende Klostergebäude und errichteten nach und nach ein schulisches Zentrum. Besonders mittellosen und begabten Schülerinnen wurde zusätzliche Unterstützung angeboten. Auch ein Waisenhaus für 12 Kinder wurde eingerichtet, später aber nach Lohhof bei Mindelheim verlegt.

WP_20160416_13_48_04_RichWir begannen unseren Tag mit einer Hl. Messe, zusammen mit dem gesamten Konvent. Insgesamt sind dies elf Schwestern zwischen 30 und 86 Jahren.

WP_20160416_14_00_09_RichIm Anschluss trafen wir uns in der Bibliothek des Klosters, um uns unserem Thema zu widmen, dem Anfang des Glaubensbekenntnisses: Ich glaube. Wer daran gezweifelt hatte, dass dieser kurze Satz den Inhalt eines ganzen Tages füllen könne, wurde eines Besseren belehrt. Anhand biblischer Gestalten (wie z. B. Abraham) und Texte (z. B. die Psalmen) erfuhren wir, was Glaube für die Menschen damals bedeutete. In kleinen Arbeitsgruppen stellten wir einen Bezug zu unserem eigenen Leben her.

WP_20160416_13_59_55_RichGestärkt durch das Mittagessen bot uns Sr. Amanda, die Priorin des Klosters, eine Hausführung durch das Kloster an. Begeistert besichtigten wir die Studierstube mit dem frühesten Stuck, in der die Augustiner Chorherren an Einzelpulten studiert hatten. Wir hörten die Geschichte der Gräfin von Roggenstein, die dem Kloster das Grundstück vermacht hatte, wie sie durch eine List die Grundstücksgröße um ein Wesentliches vergrößert hat, wir bestaunten den Kaisersaal mit dem berühmten Arkantusstuck an der blauen Decke, in dem heute noch Konzerte stattfinden.

WP_20160416_13_25_27_Rich

Auch das hausinterne Museum des Klosters, die frühere Paramentestickerei und der berühmten Palmesel wurden uns gezeigt und ausführlich erläutert.

WP_20160416_13_36_37_Rich WP_20160416_13_33_36_Rich

Nach diesen kulturellen Schätzen wandten wir uns wieder unserem Studium zu und entdeckten die geistigen Schätze unseres Glaubens weiter. In Sr. Theresia hatten wir eine hervorragende Lehrerin, die uns Hintergründe und Inhalte vortrefflich vermitteln konnte.

Mit Kaffee und hausgemachtem Kuchen sowie der anschließenden Vesper, wieder im Schwesternchor des Klosters – zusammen mit dem Konvent – beendeten wir einen inhaltsreichen, interessanten und unseren Glauben bereichernden Tag. Gerne kommen wir wieder dorthin.

Lucia Waibel für die Landsberger Dominikanische Laiengemeinschaft

Posted in Uncategorized | Leave a comment

Veni sancte spiritus

Komm, o Geist der Heiligkeit!
Aus des Himmels Herrlichkeit
Sende deines Lichtes Strahl!

Vater aller Armen du,
Aller Herzen Licht und Ruh’,
Komm mit deiner Gaben Zahl!

Tröster in Verlassenheit,
Labsal voll der Lieblichkeit,
Komm, du süßer Seelenfreund!

In Ermüdung schenke Ruh’,
In der Glut hauch Kühlung zu,
Tröste den, der trostlos weint.

O du Licht der Seligkeit,
Mach dir unser Herz bereit,
Dring in unsre Seelen ein!

Ohne Dein lebendig Wehn
Nichts im Menschen kann bestehn,
Nichts ohn’ Fehl und Makel sein.

Wasche, was beflecket ist,
Heile, was verwundet ist,
Tränke, was da dürre steht.

Beuge, was verhärtet ist,
Wärme, was erkaltet ist,
Lenke, was da irregeht.

Heil’ger Geist, wir bitten dich,
Gib uns allen gnädiglich
Deiner Gaben Siebenzahl.

Spende uns der Tugend Lohn,
Lass uns stehn an deinem Thron,
Uns erfreun im Himmelssaal.*

(Übersetzung Heinrich Bone 1847)

Posted in Uncategorized | Leave a comment

Ein erfüllter Tag für die Freiburger Dominikanische Laiengemeinschaft

Der vergangene Samstag hatte für die Freiburger Fraternität Jordan von Sachsen so ziemlich alles, was das dominikanische Leben so bieten kann: Studium, Gemeinschaft, Gebet und gleich drei Versprechen in allen vorgesehen Stufen.

Nach den Laudes fand am Vormittag der zweite Teil des Kurses statt, durch den die Fraternität in diesem Jahr unter der kundigen und geduldigen Anleitung ihres Ordensassistenten P. Philipp-André Holzer OP in das Denken des großen Thomas von Aquin eingeführt wird.

Rechtzeitig zum Mittagessen traf eine Abordnung der Fraternität Johannes Tauler aus Strasbourg ein, die damit unseren Besuch im  September 2015 erwiderte. Die Freude war natürlich groß, und bei schönstem Frühlingswetter brach man anschließend zu einem Spaziergang auf den Freiburger Lorettoberg auf. Der Weg führte zunächst an Häusern vorbei, in denen einst Edith Stein und ihr Lehrer Edmund Husserl wohnten.

 

Der Lorettoberg stellt ein für eine deutsch-französische Begegnung  auch aus anderen Gründen interessantes Ziel dar.

Die drei an- und ineinander gebauten Kapellen zu Ehren der Gottesmutter, der hl. Anna und des hl. Josef waren einst ein beliebter Wallfahrtsort – heute „wallfahren“ (bis auf gewisse Ausnahmen …) nur noch Ausflügler dorthin und genießen den Blick auf den noch verschneiten Schauinsland.

Nach der Rückkehr folgte dann endlich der Höhepunkt des Tages: im Rahmen einer hl. Messe in der Hauskapelle des Freiburger Dominikanerkonvents legten drei Mitglieder der Fraternität das Versprechen ab, nach der Regel der Dominikanischen Laiengemein-schaften zu leben: für ein Jahr, für drei Jahre, bis zum Tod. Da wir Gäste aus Frankreich hatten, wurden die Strophen des Liedes zum Einzug abwechselnd in Französisch und Deutsch gesungen und auch die Ansprache von P. Philipp-André war zweisprachig.

Bei Kaffee und dem wahrscheinlich besten Käsekuchen Deutschlands wurden Pläne geschmiedet, wie es mit der elsässisch-badisch-dominikanischen Verbindung weitergehen soll.

Das nächste Treffen ist schon für Ende Juni anvisiert – da wird man sich in Colmar zu einer Ausstellung treffen, die die französischen Dominikaner im Jubiläumsjahr dort durchführen. Und der Gegenbesuch in Freiburg erfolgt dann im Oktober, wenn  die Dominikaner und Dominikanerinnen der Provinz des hl. Albert sich und ihre Geschichte in ausgewählten Exponaten im Augustinermuseum präsentieren.

Bevor sich die Gäste wieder ins Elsass oder nach Heidelberg auf den Weg machten, klang der Tag aus mit der ersten  Vesper zum 6. Sonntag in der Osterzeit in St Martin.

Posted in Uncategorized | Tagged , , , , | Leave a comment

Hl. Vinzenz Ferrer

 

vinzenz ferrerAm 5. April feiert der Predigerorden den Gedenktag des Hl. Vinzenz Ferrer

Vinzenz Ferrer, 1350 in Valencia geboren, trat mit 17 Jahren im Dominikanerkonvent seiner Vaterstadt in den Orden ein. Er führte ein strenges, geistliches Leben. Zeugnis davon gibt seine Schrift „Über das geistliche Leben“. Nach Beendigung seiner Studien übte er sein Apostolat in Unterricht und Predigt aus. Von 1380 – 1390 übernahm er verschiedene Aufgaben im Auftrag des Kardinallegaten Petrus de Luna und des Königs von Aragon, Johannes I.

Als Wanderprediger war Vinzenz bis 1399 in Südfrankreich, in Italien, in der Schweiz und Savoyen tätig. Wie einen Stachel im Herzen empfand Vinzenz den nicht endenden Krieg zwischen England und Frankreich, und vor allem das Schisma in der Kirche des Abendlandes. Er sah darin viele Anzeichen des Weltendes.

Guten Glaubens folgte Vinzenz anfangs dem Gegenpapst Benedikt XIII. Da der Papst nicht bereit war, das Schisma in der Kirche des Westens zu beenden, verließ er ihn und mühte sich noch mehr um den Frieden und die Einheit in der Kirche. Er widmete sich wieder ganz der Predigt und machte sich auf, als „Legat Christi“ die Menschen zur Vorbereitung auf das Kommen Christi zu drängen. Seine feurigen und einfachen Worte, die von Wundertaten aller Art begleitet waren, erschütterten viele Menschen und führten sie zu einem Leben der Buße.

1408 kehrte er nach Valencia zurück. Wenige Jahre später jedoch ging er aufs neue nach Frankreich, das er in allen Richtungen durchwanderte, bis er schließlich die Bretagne erreichte. Dort starb er am Schluss der von ihm in Vannes gehaltenen Fastenpredigten am 5. April 1419. Papst Calixtus III. sprach ihn am 29. Juni 1455 heilig.

Aus dem Proprium des Predigerordens

Posted in Uncategorized | Tagged , | Leave a comment

Das Lamm erlöste die Schafe

233968-«Der-3-Tag»

Christus ist erstanden, 
er ist wahrhaft auferstanden! Halleluja!

Victimae paschali laudes*
immolent Christiani.

Agnus redemit oves:
Christus innocens Patri
reconciliavit peccatores.
Mors et vita duello
conflixere mirando:
dux vitae mortuus, regnat vivus.

Dic nobis Maria,
quid vidisti in via?
Sepulcrum Christi viventis
et gloriam vidi resurgentis.
Angelicos testes,
sudarium et vestes.
Surrexit Christus spes mea,
praecedet suos in Galilaeam.

Scimus Christum surrexisse
a mortuis vere:
Tu nobis victor rex, miserere.
Amen. Alleluja.

Osterlamm-Detail

Singt das Lob dem Osterlamme,
bringt es ihm dar, ihr Christen.

Das Lamm erlöste die Schafe:
Christus, der ohne Schuld war,
versöhnte die Sünder mit dem Vater.
Tod und Leben, sie kämpfen
unbegreiflichen Zweikampf;
des Lebens Fürst, der starb,
herrscht nun lebend.

O Maria uns sage,
was sahest du am Pfade?
Das Grab Christi des Lebenden,
die Herrlichkeit des Auferstandenen.
Engel hört‘ ich künden,
sah das Schweißtuch und die Binden.
Meine Hoffnung Christus erstand:
er geht voraus in’s galiläische Land.

Lasst uns glauben,
was Maria den Jüngern verkündet.
Sie sahen den Herrn, den Auferstandenen.
Ja, der Herr ist auferstanden,
ist wahrhaft erstanden.
Du Sieger, König, Herr,
hab Erbarmen!

800px-Brixen_Domkreuzgang_A05_GaertnerFresko im Brixener Domkreuzgang, um 1472

* Ostersequenz Victimae paschali laudes (Wipo von Bugund;  † nach 1046)

Posted in Uncategorized | Tagged , , , | Leave a comment

Verborgenheit Gottes

turiner grabtuch

Denn dies ist Karsamstag: Tag der Verborgenheit Gottes, Tag jener ungeheuren Paradoxie, die wir im Glaubensbekenntnis aussprechen mit den Worten „abgestiegen zu der Hölle“, abgestiegen ins Mysterium des Todes hinein. Am Karfreitag konnten wir noch auf den Durchbohrten hinblicken – der Karsamstag ist leer, der schwere Stein des frischen Grabes deckt den Verstorbenen, alles ist vorüber, der Glaube scheint definitiv als Schwärmerei enthüllt. Kein Gott hat diesen Jesus gerettet, der sich Sohn Gottes nannte.

Fängt unser Jahrhundert nicht an, zu einem großen Karsamstag zu werden, einem Tag der Abwesenheit Gottes, an dem auch den Jüngern eine eisige Leere ins Herz steigt, so dass sie beschämt und verängstigt sich zum Heimweg rüsten und auf ihrem Emmausgang dumpf und verstört sich in ihre Hoffnungslosigkeit hineinbohren, gar nicht bemerkend, dass der Totgeglaubte in ihrer Mitte ist? Gott ist tot, und wir haben ihn getötet

Wir haben ihn getötet, indem wir ihn ins Gehäuse veralteter Denkgewohnheiten sperrten, indem wir ihn in eine Frömmigkeit verbannten, die wirklichkeitslos war und immer mehr zur devotionellen Phrase und archäologischen Kostbarkeit wurde. Wir haben ihn getötet durch die Zweideutigkeit unseres Lebens, die ihn selbst verdunkelte. Denn was könnte Gott fragwürdiger machen in dieser Welt als die Fragwürdigkeit des Glaubens und der Liebe seiner Gläubigen?

Gottes Sterben in Jesus Christus ist zugleich Ausdruck seiner radikalen Solidarität mit uns. Das dunkelste Geheimnis des Glaubens ist zugleich das hellste Zeichen einer Hoffnung, die ohne Grenzen ist. Und noch eins: Erst durch das Scheitern des Karfreitags, erst durch die Todesstille des Karsamstags hindurch konnten die Jünger zum Begreifen dessen geführt werden, wer Jesus wirklich war, was seine Botschaft in Wahrheit meinte.

Herr, … wach auf, lass die Dunkelheit des Karsamstags nicht endlos sein, lass einen Strahl von Ostern auch in unsere Tage fallen, geh mit uns, wenn wir hoffnungslos nach Emmaus wandern, dass unser Herz uns brennend werde von deiner Nähe. Der du Israels Wege verborgen geleitet hast, um endlich Mensch mit uns Menschen zu sein: Lass uns nicht im Dunkel, lass dein Wort in der Geschwätzigkeit dieser Tage nicht untergehen.

Josef Kardinal Ratzinger bei Radio Vatikan, Karwoche 1996
aus: Jesus folgen. Meditationen zur Fasten- und Osterzeit
Posted in Uncategorized | Leave a comment

Deinen Tod, o Herr, verkünden wir

a0689d402df89729dc369fb8d26665a0William-Adolphe Bouguereau: Die Geißelung Christi

Die Barmherzigkeit Christi ist keine billig zu habende Gnade, sie darf nicht als Banalisierung des Bösen missverstanden werden. Christus trägt in seinem Leib und in seiner Seele die ganze Last des Bösen, dessen ganze zerstörerische Kraft. Er verbrennt und verwandelt das Böse im Leiden, im Feuer seiner leidenden Liebe. Der Tag der Vergeltung und das Jahr der Barmherzigkeit fallen im Ostermysterium, im toten und im auferstandenen Christus zusammen. Das ist die Vergeltung Gottes. Er selbst leidet in der Person des Sohnes für uns. Je mehr wir von der Barmherzigkeit des Herrn berührt werden, umso mehr solidarisieren wir uns mit seinem Leiden, werden wir bereit „das, was an den Leiden Christi noch fehlt“ (Kol 1,24) in unserem Leib zu ergänzen.

Predigt von Josef Kardinal Ratzinger
Messe Pro Eligendo Romano Pontifice, 18.04.2005

273px-William-Adolphe_Bouguereau_(1825-1905)_-_Compassion_(1897)

 William-Adolphe Bouguereau: Compassion

Posted in Uncategorized | Leave a comment

Die Stunde von Gethsemani

800px-Nikolaj_Nikolajewitsch_Ge_001

Nikolaj Nikolajewitsch Ge: Christus und die Jünger auf dem Weg nach Gethsemani

In der Stunde von Getsemani hat Jesus unseren widerspenstigen menschlichen Willen in einen Willen verwandelt, der dem göttlichen Willen entspricht und mit ihm verbunden ist. Er hat das ganze Drama unserer Autonomie erlitten – und gerade dadurch, dass er unseren Willen in Gottes Hände legt, schenkt er uns die wahre Freiheit: „Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst“ (Mt 26, 39). In dieser Übereinstimmung des Willens vollzieht sich unsere Erlösung: Freunde Jesu sein, Freunde Gottes werden. Je mehr wir Jesus lieben, je mehr wir ihn kennen, umso mehr wächst unsere Freiheit, wächst die Freude darüber, erlöst zu sein. Danke, Jesus, für Deine Freundschaft!

Predigt von Josef Kardinal Ratzinger
Messe Pro Eligendo Romano Pontifice, 18.04.2005
Posted in Uncategorized | Leave a comment