Neuer Ordensmeister


Wir haben einen neuen Ordensmeister. Heute, am 13. Juli 2019 wählten die Brüder beim Generalkapitel in Vietnam FR. GERARD FRANCISCO TIMONER OP von den Philippinen zum 87. Nachfolger des hl. Dominikus.

Wir wünschen dem neuen Ordensmeister Gottes reichen Segen!

Fr. Gerard ist der erste asiatische Ordensmeister in der Geschichte der Dominikaner. Er wurde am 26.01.1968 geboren und stammt aus Daet, Camarines Norte (Philippinen). 1995 wurde er zum Priester geweiht. Im Orden war er unter anderem als Vizekanzler der renommierten Universität Santo Tomás in Manila tätig, er war Provinzial der philippinischen Provinz und zuletzt Socius des Ordensmeisters für Asien/Pazifik.

Nachdem die Ernennung durch den alten Ordensmeister fr. Bruno Cadoré verlesen war und der neue akzeptiert hatte, warf sich in einer alt-ehrwürdigen Geste der vorherige Ordensmeister zu Boden, um dem neuen seine Referenz zu erweisen.

Nach der Wahl wurde der neue Ordensmeister mit der Cappa eingekleidet Nach den ersten Glückwünschen ging es in Prozession zur Kirche, wo er das Glaubensbekenntnis und den Treueid sprach und an alle Mitglieder der dominikanischen Familie erste Worte richtete.

Apropos dominikanische Familie: Fr. Gerard hat im vergangenen Oktober am Internationalen Kongress der Dominikanischen Laiengemeinschaften in Fatima teilgenommen. Wir freuen uns, dass er zum Ordensmeister gewählt wurde und begrüßen ihn sehr herzlich..

Wir bitten alle Leser, unseren neuen Ordensmeister in ihr Gebet einzuschließen

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Neuer Liturgischer Kalender des Dominikanerordens

Am 24. Juni 2019, dem Hochfest der Geburt Johannes des Täufers, hat der Ordensmeister fr. Bruno Cadoré ein Dekret unterzeichnet, mit dem der zuvor vom Hl. Stuhl approbierte revidierte Liturgische Kalender des Ordens veröffentlicht wird. Dieser Kalender tritt mit der Ersten Vesper des ersten Adventsonntags am 30. November 2019 in Kraft. Der neue Kalender ist die Frucht der mehrjährigen Arbeit der Internationalen Liturgischen Kommission des Ordens (CLIOP) im Austausch mit der Kongregation für den Gottesdienst und der Sakramentenordnung. Er berücksichtigt die Änderungen des Römischen Kalenders soweit sie die Heiligen des Ordens betreffen und die vielen Selig- und Heiligsprechungen (von Ordensmitgliedern), die in den letzten Jahren stattgefunden haben.

Zusammen mit dem Kalender hat der Ordensmeister außerem einen Index von Seligen und Heiligen erlassen, die nicht im Kalender erwähnt sind, der aber im Einklang mit den Rubriken in Votivfeiern verwendet werden und als Leitfaden für die Vorbereitung von Kalendern der Provinzen, Klöster, Vereinigungen/Zusammenschlüsse und Institute des Ordens der Dominikanischen Familie dienen kann

In den kommenden Monaten wird Liturgische Kommission des Ordens einige weitere Hinweise über die Revision lokaler Kalender veröffentlichen.


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Neue Laiengemeinschaft am Kloster Wettenhausen





Am 3. Juli hat P. Provinzial Thomas Gabriel Brogl nach Zustimmung des Generalvikars der Diözese Augsburg in Wettenhausen eine neue Dominikanische Laiengemeinschaft im Aufbau errichtet. Die Gruppe steht unter dem Patronat der Rosenkranzkönigin. Zur Ordensassistentin wurde Sr. Theresia Mende OP ernannt. Die Gruppe besteht derzeit aus zwei Mitgliedern mit ewigem Versprechen und einer Novizin und hat außerdem noch drei Postulanten und mehrere Interessierte – insgesamt ein hoffnungsfroher Start. Die Gruppenmitglieder, Postulanten und Interessierten haben sich alle bei Kursen am Institut für Neuevangelisierungdes Bistums Augsburg kennen gelernt und bringen somit das Interesse und Rüstzeug für eines der Hauptanliegen des Ordens, das Apostolat mit. Zu den Treffen im Kloster Wettenhausenalle vier bis sechs Wochen kommen die Teilnehmer aus verschiedenen Richtungen zusammen. Nach einem kurzen Kaffee folgt ein Vortrag oder eine Katechese, dann eine Zeit der Anbetung und des Lobpreises im Schwesternchor, und zum Abschluss wird gemeinsam mit dem Konvent die Vesper gebetet. Ein gemeinsames Wochenende Ende September wird dem besseren Kennenlernen des Ordens und der Vertiefung der Gemeinschaft dienen. Wir wünschen unserer neuen Gruppe einen glücklichen Anfang und Gottes Segen für die vor ihnen liegende Zeit von Aufbau und Wachstum.

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Seliger Hadrian Fortescue, Vater, Terziar, Märtyrer

Am 8. Juli gedenkt der Predigerorden des sel. Hadrian Fortescue, der um 1476 als Spross einer Adelsfamilie der Grafschaft Devon in England geboren wurde. Er führte ein vorbildliches Ehe- und Familienleben. Er trat dem Malteserorden bei und lebte nach den Satzungen des dominikanischen Dritten Ordens, dessen Laiengruppe er sich in Oxford angeschlossen hatte. Mitgliedschaften in zwei Orden bzw Laienzweigen von Orden (Dritten Orden) waren bis in die jüngere Vergangenheit nicht ungewöhnlich. Er strebte danach, in allem den Willen Gottes zu suchen, den Einsprechungen des Heiligen Geistes zu gehorchen, täglich seine guten Vorsätze zu erneuern, und er bat Gott um die Gnade der Beharrlichkeit. Da er sich weigerte, in Glaubensdingen König Heinrich VIII. den Treueeid zu schwören, wurde er nach Kerkerhaft am 8. oder 9. Juli 1539 enthauptet. Papst Leo XIII. bestätigte 13. Mai 1895 seine Verehrung.

Nach dem Proprium des Predigerordens

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Portugiesischer Dominikaner Bartolomeu Fernandes (1514-1590) heilig gesprochen

Bartholomeu wurde am 3. Mai 1514 in Lissabon geboren. Er wurde in der Kirche de Nossa Senhora dos Mártires getauft, was ihm den Namen B. von den Märtyrern eintrug. Im Alter von 13 Jahren trat er im Kloster seiner Heimatstadt in den Dominikanerorden ein. Im Orden wirkte er später als Lehrer für Philosophie und Theologie im Kloster in Benfica – heute Stadtteil von Lissabon -, im Kloster in Batalha bei Leiria und im Kloster in Évora; er war mehrfach Prior seines Klosters und wurde 1551 zum Magister der Theologie habilitiert. 1559 wurde er Erzbischof von Braga und Primas von Portugal. In der dritten Periode des Konzils von Trient setzte er sich für Reformen der Kirche ein, beklagte das verweltlichte und unsittliche Leben in Teilen des Klerus und nahm entscheidenden Einfluss auf die Dekrete. Auf den Synoden von 1566 in Lissabon und Braga sowie 1577 in Evora erreichte er, dass die portugiesische Kirche die Trienter Beschlüsse umsetzte. 

Dominikanerkirche in Lisabon mit nach einem Brand belassenen Schäden

Bartholomäus verfasste zahlreiche Schriften, darunter ein Katechismus in portugiesischer Sprache und das erbaulicheKompendium des geistlichen Lebens. Er gründete das erste Priesterseminar in Portugal, dazu Krankenhäuser und Armenhospize.

Kloster Batalha

Nach dem Einmarsch der Spanier trat Bartholomäus 1580 von seinem Amt zurück und lebte ab 1582 im von ihm 1566 gestifteten Kloster  in Viana do Castelo. Sein Kollege als Erzbischof, Karl Borromäus, bezeichnete ihn als Vorbild eines Bischofs und Beispiel christlicher Tugenden.

Bartholomäus wurde 2001 von Papst Johannes Paul II. selig und am 6.7.2019 von Papst Franziskus heilig gesprochen.

Text variiert nach dem Ökumenischen Heiligenlexikon

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Der zweite Feiertag zu Ehren des hl. Vaters Dominikus im Predigerorden

Der Dominikanerorden ehrt seinen Gründer mit zwei Festtagen: dem Hochfest des hl Vaters Dominikus am 8. August und dem Gedenken der Übertragung seiner Gebeine am 24. Mai.

Dominikus wollte in Bologna in der Kirche des hl Nikolaus „unter den Füßen seiner Brüder“ begraben werden. Als er am 6. August 1221 in Bologna starb, bestatteten ihn die Brüder in einem einfachen Grab. Es wird überliefert, dass viele Kranke an seinem Grab Heilung und Gesundheit erhalten haben. Seine Brüder aber weigerten sich, diese Wunder anzuerkennen und erfüllten nicht das gegebene Versprechen.

Durch einen Umbau des Klosters kam die Grabstätte is Freie und war so den Einflüssen der Witterung ausgesetzt. Jordan von Sachsen (Ordensgeneral und direkter Nachfolger des hl. Dominikus) war deshalb bestrebt, eine Übertragung des Leichnams an eine würdigere Stätte durchzusetzen.

Unter Papst Gregor IX wurde in Anwesenheit des Erzbischofs Theodoricus von Ravenna in einer offiziellen kirchlichen Feier die Übertragung vorgenommen. Es war am Pfingstdienstag 1233, zur Zeit, als das Generalkapitel des Ordens in Bologna versammelt war. Die Gebeine des Dominikus wurden in einen kostbaren Marmorsarkophag gelegt. Es wird berichtet, dass beim Öffnen des Grabes ein wunderbarer Duft entströmte, „der allem klar zeigte, welch guter Wohlgeruch Christi dieser sei. Der Erzbischof zelebrierte das feierliche Hochamt. Und da es gerade der dritte Pfingsttag war, der strahlend aufging, stimmte der Chor den Eröffnungsvers an: Nehmt in Besitz die Wonne eurer Herrlichkeit“.

Im selben Jahr begann der kanonische Heiligsprechungsprozess der am 3. Juli 1234 zur Heiligsprechung des Dominikus durch Papst Gregor IX führet.

De selige Johannes von Vercelli, der 6. Ordensmeister, ließ ein prächtiges Grabmal errichten und am 5. Juli 1267 die Gebeine des hl. Dominikus dort beisetzen.

Aus dem Proprium des Predigerordens

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Sigrid Undset – Eine Romanautorin auf den Pfaden des Dominikus

Sigrid Undset an ihrem ersten Arbeitstag in Bjerkebæk. Hier beendete sie die Trilogie Kristin Lavransdatter in den Jahren 1920 bis 1922

Quizfrage: Kennen Sie ein Mitglied des Predigerordens, das einen Nobelpreis erhalten hat? Sigrid Undset (20. Mai 1882-10. Juni 1949), eine norwegische Dominikanerterziarin und Schriftstellerin, erhielt ihn 1928 für ihre Mittelalterromane „Kristin Lavranstochter“ und „Olav Audunssohn“. Ihre „kraftvollen Schilderungen des nordischen Lebens im Mittelalter“ beeindruckten das Nobelpreiskommittee. 

Ihre Familie

Als älteste Tochter eines Archäologen 1882 geboren weckte ihr Vater in ihr eine große Faszination für die mittelalterliche Geschichte Norwegens, mit der sie auch die altnordische Sprache und das missionarische Wirken des Predigerordens im Mittelalter kennen lernte. Als Sigrid elf Jahre alt war, starb ihr Vater. Nach der Mittleren Reife fühlte sie sich verpflichtet, für den Lebensunterhalt ihrer Familie zu sorgen und arbeitete seit 1899 als Sekretärin in einem Industrieunternehmen. Weil sie das nicht erfüllte, verfasste sie in ihrer Freizeit Romane, deren Erfolge ihr seit 1904 ein auskömmliches Leben ermöglichten. Ein Auslandsstipendium führte sie nach Rom, wo sie ihren Mann, den norwegischen Maler Anders C. Svarstad 1912 heiratete. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Mit ihnen lebte sie nach der Scheidung 1924 in Lillehammer zusammen. 

Die Konversion und ihr Weg in den dritten Orden 

Die gebürtige Protestantin reagierte auf ihre Scheidung, indem sie sich gründlich mit ihrem Glauben befasste und – zum Entsetzen der evangelischen Mehrheit Norwegens – sich zwei Jahre danach der katholischen Kirche, ihren Vorstellungen von Moral und ihrem Frauenbild zuwandte. Anfang der Zwanziger Jahre kehrten die Predigerbrüder nach Norwegen zurück und gründeten in Oslo einen Konvent. Undset war von deren intellektuellem Profil angetan und trat noch 1924 als Terziarin in den Orden ein. 1928 kamen auch Schwestern aus Frankreich nach Oslo und diese hat sie finanziell unterstützt. 

Schriftstellerisches Apostolat 

Literarisch weitete Undset seit ihrer Konversion in ihren Romanen die Liebesthematik auf die übernatürliche Liebe aus, nachdem sie zu Beginn ihres literarischen Schaffens die zwischenmenschliche Liebe in all ihren Gefühlsschattierungen dargestellt hatte und – für ihre Zeit skandalös – in ihrem Roman „Marta Oulie“ (1907) ihre Titelheldin ihren Mann betrügen ließ. Ihre Konversion verarbeitete sie in Gymnadenia (1929), Der brennende Busch (1930), im Essayband „Begegnungen und Trennungen“ (1931) sowie ihrem vierbändigen Mittelalterroman „Olav Audunssohn“ (1925-27), der von einem Mann handelt, der im Verlauf seines Lebens eine starke Bindung zu Dominikanern entwickelt. In weiteren Novellen wie „Harriet Waage“ (1907), „Frau Hjelde“ (1917),“Kristin Lavranstochter“ (1920-1922) und „Ida Elisabeth“ (1932) zeichnete sie das Bild von Müttern, die sich aufopferungsvoll um ihre Kinder sorgen. In ihrem letztem Roman über die dominikanische Mantellantin, Katarina von Siena, ordnete sie die zwischenmenschliche Liebe in die umfassendere Liebe Gottes ein: Katharina habe das „Einswerden mit Gott …, Sein Reich auf Erden …, die Wiedergeburt der Kirche Christi zu der Schönheit ersehnt, die sie besitzt, wenn der Strahlenglanz befreiter Seelen ihre äußere Form durchleuchtet … All das Gute, das von den aufrichtigen und treuen Kindern getan wird, ist wie ein Schmuck, der diesen mystischen Leib ziert“.

Bibliogr. Hinweis:

Norbert Schmeiser, „Sigrid Undset. Eine Schriftstellerin auf den
Pfaden des Dominikus“, in: kontakt 46 (2018) S. 134-135.

Bild von hier

Einen weiteren interessanten Artikel über Sigrid Undset gibt es auf der internationalen Internetseite der Dominikanischen Laiengemeinschaften

und hier ebenfalls in Englisch eine ganze Reihe über sie (jeweils den Links am Ende der Artikel folgen).

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Studientag in Bamberg

Zum diesjährigen Studientag der Dominikanischen Laien unserer Provinz am 27.Juli in Bamberg zum Thema „Die Heilige Eucharistie bei Thomas von Aquin und Caterina von Siena“ lädt die Dominikanische Laienge-meinschaft vom Hl. Grab herzlich ein. Referenten sind Prof.Marianne Schlosser und Prof. Richard Schenk OP. Anmeldungen bitte bis zum bis 10. Juli 2019 an studientag@dominikaner-ba.de 

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Ewige Profess und Aufnahme ins Noviziat in Wettenhausen

Am Sonntag, 7. April 2019 legte Lucia Johanna Waibel OP ihre ewige Profess in der Dominikanischen Laiengemeinschaft im Dominikanerinnenkloster Wettenhausen ab. Während einer feierlichen Hl. Messe, die Pfr. Bernhard Hesse zelebrierte, wurde außerdem Regina Sigg in das Noviziat aufgenommen. Als Ordensnamen wählte sie den der hl. Edith Stein. Der  gesamte Konvent der Dominikanerinnen freute sich sehr über die Feierlichkeiten, ebenso Freunde des Klosters und Interessierte an der Lebensform der Dominikanischen Laien. Im Anschluss bot sich beim gemütlichen Kaffeetrinken die Gelegenheit, das Ereignis zu feiern und miteinander ins Gespräch zu kommen. Den Abschluss bildete die feierlich gesungene Vesper zusammen mit den Schwestern.

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Katharina von Siena

Am 29. April feiert der Predigerorden das Fest der Kirchenlehrerin und Patronin von Europa, Italien, Rom und Siena Katharina von Siena (* 25. März 1347 in Siena , † 29. April 1380 in Rom)

Aus einer Katechese von Benedikt XVI:

Liebe Brüder und Schwestern!

Heute möchte ich über eine Frau sprechen, die eine herausragende Rolle in der Kirchengeschichte hatte. Es handelt sich um die hl. Katharina von Siena. Das Jahrhundert, in dem sie lebte – das 14. Jahrhundert –, war eine schwierige Zeit für das Leben der Kirche und der ganzen Gesellschaftsstruktur in Italien und in Europa. Doch der Herr läßt auch in Augenblicken großer Schwierigkeiten nicht ab, sein Volk zu segnen, indem er heilige Männer und Frauen erweckt, die den Verstand und das Herz aufrütteln und Bekehrung und Erneuerung bewirken. Katharina ist eine von ihnen, und auch heute noch spricht sie zu uns und spornt uns an, mutig den Weg zur Heiligkeit zu beschreiten, um in immer vollkommenerer Weise Jünger des Herrn zu sein.

Sie wurde 1347 in Siena in einer sehr kinderreichen Familie geboren und starb 1380 in Rom. Im Alter von 16 Jahren trat sie, von einer Vision des hl. Dominikus veranlaßt, in den weiblichen Zweig des Dritten Ordens der Dominikaner, den sogenannten »Mantellaten« ein. Sie blieb in der Familie, bekräftigte das Gelübde der Jungfräulichkeit, das sie bereits als Heranwachsende in privater Form abgelegt hatte, und widmete sich dem Gebet, der Buße und den Werken der Nächstenliebe, vor allem zum Wohl der Kranken. Als der Ruf ihrer Heiligkeit sich verbreitete, führte dies zu einer intensiven Tätigkeit geistlicher Beratung für Menschen aller Stände: Adlige und Staatsmänner, Künstler und Menschen aus dem Volk, geweihte Personen, Kleriker, einschließlich Papst Gregors XI., der zu jener Zeit seinen Sitz in Avignon hatte und den Katharina nachdrücklich ermahnte, nach Rom zurückzukehren.

Sie reiste viel, um die innere Reform der Kirche anzuregen und den Frieden zwischen den Staaten zu fördern: Auch aus diesem Grund erklärte der ehrwürdige Diener Gottes Johannes Paul II. sie zur Mitpatronin Europas. Der alte Kontinent sollte niemals die christlichen Wurzeln vergessen, die seinem Weg zugrunde liegen, und auch weiterhin aus dem Evangelium die Grundwerte schöpfen, die Gerechtigkeit und Eintracht gewährleisten.

Katharina hatte viel zu erleiden, wie viele Heilige. Einige mißtrauten ihr so sehr, daß das Generalkapitel der Dominikaner sie 1374, sechs Jahre vor ihrem Tod, sogar nach Florenz beorderte, um sie zu prüfen. Ihr wurde ein gelehrter und demütiger Ordensmann zur Seite gestellt, Raimund von Capua, später Generalmagister des Ordens. Er wurde ihr Beichtvater und auch ihr »geistlicher Sohn« und schrieb eine erste vollständige Biographie der Heiligen. Sie wurde 1461 heiliggesprochen.

Die Lehre Katharinas, die nur mit Mühe lesen lernte und erst als Erwachsene schreiben konnte, ist im Dialog der göttlichen Vorsehung oder Buch der göttlichen Lehre, einem Meisterwerk der geistlichen Literatur, in ihren Briefen und in der Sammlung ihrer Gebete enthalten. Ihre Lehre ist mit einem solchen Reichtum ausgestattet, daß der Diener Gottes Paul VI. sie 1970 zur Kirchenlehrerin erklärte. Diesen Titel erhielt sie zusätzlich zu dem der Mitpatronin der Stadt Rom, der dem Wunsch des sel. Pius IX. entsprach, und dem der Patronin Italiens, den der ehrwürdige Diener Gottes Pius XII. ihr zuerkannte.

In einer Vision, die aus Katharinas Herz und Verstand nie mehr ausgelöscht wurde, brachte die Gottesmutter sie zu Jesus, der ihr einen wunderschönen Ring schenkte und zu ihr sagte: »Ich, dein Schöpfer und Erlöser, vermähle dich mit mir im Glauben, den du stets rein bewahren sollst bis du im Himmel mit mir deine ewige Hochzeit feierst « (vgl. Raimund von Capua, S. Caterina da Siena, Legenda maior, Nr. 115). Jener Ring blieb nur für sie selbst sichtbar. In diesem außergewöhnlichen Ereignis wird der lebendige Mittelpunkt von Katharinas Religiosität und jeder echten Spiritualität deutlich: die Christozentrik. Christus ist für sie gleichsam der Bräutigam, zu dem eine Beziehung der Innerlichkeit, der Gemeinschaft und der Treue besteht; er ist das über alles geliebte Gut.

Diese tiefe Vereinigung mit dem Herrn wird durch ein anderes Ereignis aus dem Leben dieser bedeutenden Mystikerin erläutert: den Herzenstausch. Raimund von Capua zufolge, der das darlegt, was Katharina ihm anvertraut hat, erschien ihr der Herr mit einem leuchtend roten menschlichen Herzen in der Hand, öffnete ihre Brust, legte es dort hinein und sagte: »Liebste Tochter, so wie ich jüngst das Herz genommen habe, das du mir schenken wolltest, so schenke ich dir jetzt das Meinige; von jetzt an wird es den Platz einnehmen, an dem das Deinige war« (ebd.). Katharina hat wirklich die Wortes des hl. Paulus gelebt: »nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir« (Gal 2,20).

Wie die Heilige aus Siena verspürt jeder Gläubige das Bedürfnis, sich die Empfindungen des Herzens Christi zu eigen zu machen, um Gott und den Nächsten so zu lieben, wie Christus liebt. Und wir alle können unser Herz verwandeln lassen und lernen, wie Christus zu lieben, in Vertrautheit mit ihm, die genährt wird vom Gebet, von der Betrachtung des Wortes Gottes und von den Sakramenten, vor allem durch den häufigen und ehrfürchtigen Empfang der heiligen Kommunion. Auch Katharina gehört zu jener Schar eucharistischer Heiliger, die ich am Ende meines Apostolischen Schreibens Sacramentum caritatis (vgl. Nr. 94) erwähnt habe.

Liebe Brüder und Schwestern, die Eucharistie ist eine außerordentliche Liebesgabe, die Gott uns immer wieder schenkt, um unserem Glaubensweg Nahrung zu geben, unsere Hoffnung zu stärken, unsere Liebe zu entflammen, um uns ihm immer ähnlicher zu machen. Um eine so starke und authentische Persönlichkeit bildete sich eine echte geistliche Familie: Menschen, die von der sittlichen Autorität dieser jungen Frau mit sehr hohem Lebensniveau angezogen waren. Manchmal waren sie auch beeindruckt von den mystischen Phänomenen, denen sie beiwohnten, wie den häufigen Ekstasen. Viele stellten sich in ihren Dienst und betrachteten es vor allem als Privileg, von Katharina geistlich geleitet zu werden. Sie nannten sie »Mama«, denn als geistliche Kinder erhielten sie von ihr die Nahrung des Geistes.

Auch heute zieht die Kirche großen Nutzen aus der geistlichen Mutterschaft vieler Frauen, die – geweiht oder im Laienstand – in den Seelen den Gedanken an Gott nähren, den Glauben der Menschen stärken und das christliche Leben auf immer größere Höhen ausrichten. An einen ihrer geistlichen Söhne, den Kartäuser Giovanni Sabatini, schreibt Katharina: »Ich bezeichne Euch als Sohn, da ich Euch durch ständiges Gebet und Verlangen im Angesicht Gottes gebäre, so wie eine Mutter ihr Kind gebiert« (Brief Nr. 141: An Giovanni Sabbatini). Den Dominikaner Bartolomeo de Dominici redete sie gewöhnlich mit folgenden Worten an: »Liebster Bruder und Sohn in Christus, dem liebreichsten Jesus«.

Ein weiterer Zug von Katharinas Spiritualität ist mit der Gabe der Tränen verbunden. Sie sind Ausdruck einer feinfühligen und tiefen Sensibilität, einer Fähigkeit zur inneren Ergriffenheit und zur liebevollen Zuneigung. Nicht wenige Heilige hatten die Gabe der Tränen und äußerten damit erneut die innere Bewegtheit Jesu, der vor dem Grab des Freundes Lazarus und dem Schmerz Marias und Martas sowie beim Anblick von Jerusalem in seinen letzten irdischen Tagen seine Tränen nicht zurückgehalten und versteckt hat. Katharina zufolge vermischen sich die Tränen der Heiligen mit dem Blut Christi, von dem sie in leidenschaftlichem Ton und mit sehr ausdrucksstarken symbolischen Bildern gesprochen hat: »Denkt an den gekreuzigten Christus, Gott und Mensch (…) Setzt euch den gekreuzigten Christus zum Ziel, verbergt euch in den Wunden des gekreuzigten Christus, versenkt euch in das Blut des gekreuzigten Christus« (Brief Nr. 21: An einen, dessen Name nicht genannt wird).

Hier können wir verstehen, warum Katharina, obgleich sie sich der menschlichen Unzulänglichkeiten der Priester bewußt war, stets sehr große Hochachtung vor ihnen hatte: Sie spenden durch die Sakramente und das Wort die erlösende Kraft des Blutes Christi. Die Heilige aus Siena hat die geistlichen Amtsträger, auch den Papst, den sie den »sanftmütigen Christus auf Erden « nannte, stets aufgefordert, ihrer Verantwortung treu zu sein, wozu sie stets allein durch ihre tiefe und beständige Liebe zur Kirche bewegt wurde. Bevor sie starb, sagte sie: »Wenn ich aus dem Leib scheide, habe ich wahrhaftig das Leben in der heiligen Kirche und für die heilige Kirche vollendet und hingegeben, was für mich eine einzigartige Gnade ist« (vgl. Raimund von Capua, S. Caterina da Siena, Legenda maior, Nr. 363).

Von der hl. Katharina lernen wir also die höchste Wissenschaft: Jesus Christus und seine Kirche zu kennen und zu lieben. Im Dialog der göttlichen Vorsehung beschreibt sie mit einem einzigartigen Bild Christus als Brücke, die zwischen Himmel und Erde gespannt ist. Sie besteht aus drei Stufen: den Füßen, der Seite und dem Mund Jesu. Indem sie diese Stufen emporsteigt, durchschreitet die Seele die drei Abschnitte eines jeden Weges der Heiligung: die Loslösung von der Sünde, die Übung der Tugend und der Liebe, die süße und liebevolle Vereinigung mit Gott.

Liebe Brüder und Schwestern, wir wollen von der hl. Katharina lernen, mit Mut Christus und die Kirche zutiefst und aufrichtig zu lieben. Machen wir uns daher die Worte der hl. Katharina zu eigen, die wir im Dialog der göttlichen Vorsehung am Ende des Kapitels lesen, in dem von Christus als Brücke die Rede ist: »Aus Barmherzigkeit hast du uns im Blut gewaschen, aus Barmherzigkeit wolltest du Umgang haben mit den Geschöpfen. Du bist außer dir vor Liebe! Es genügte dir nicht, Mensch zu werden, sondern du wolltest auch sterben! (…) O Barmherzigkeit! Mein Herz versinkt im Gedanken an dich: Wohin ich meine Gedanken auch wende, finde ich nichts als Barmherzigkeit « (vgl. Kap. 30). Danke.

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