Impuls zur Hl. Barbara

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Barbara wurde als junge Frau von ihrem Vater jahrelang in einen Turm gesperrt. Er wollte verhindern, dass sie eigene Wege geht, insbesondere dass Barbara sich ihren Lebensgefährten selbst aussucht. Ein persönlicher Lockdown der härtesten Art. Alle Türen schlossen sich für Barbara, aber eine öffnete sich weit: Die Tür zum inneren Weg. Barbara nutzte ihren Lockdown für Meditation und Gebet. Sie gewann Kraft, Zuversicht und Frieden aus ihrem Seelengrund und der Erfahrung Gottes, der ihr dort begegnete.

Dieser innere Weg steht auch uns offen. Es gibt viele Zugänge. Eine einfache Meditation stellen wir Ihnen hier vor.

Wählen Sie einen Ort, an dem Sie für einige Zeit ungestört sind. Es kann hilfreich sein, ein passendes Bild aufzustellen und / oder eine Kerze anzuzünden.

Setzen Sie sich so, wie es für Sie eine Weile bequem ist. Beginnen Sie, indem Sie dreimal tief ein- und wieder ausatmen. Schnaufen Sie richtig aus, das entspannt. Finden Sie dann ihren persönlichen Atemrythmus und wiederholen Sie beim Einatmen leise „Kyrie Eleison“ und beim Ausatmen „Christe Eleison“.

Die Länge dieser Meditation bestimmen Sie selbst. Zum Beispiel, indem Sie sich eine bestimmte Zeitspanne setzen oder mit einem Rosenkranz bzw. einer Gebetskette die „Kyrie Eleisons“ mitzählen.

Herr Markus Mössner

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Ein ereignisreiches Jahr – die Regensburger Gruppe

Für unsere Geschwister im hl. Dominikus und alle Interessierten wollen wir Einblick geben in unser Gruppenleben und die Ereignisse dieses Jahres.

Im Hinblick auf die große Tradition des Rosenkranzgebetes im Dominikanerorden trägt unsere Gruppe seit Beginn des Jahres den Titel „Dominikanische Laiengemeinschaft Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“.

Der Begegnungstag im Januar konnte noch in seinem gewohnten Rahmen stattfinden: Eine Andacht mit Aussetzung des Allerheiligsten und anschließend ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen. Von März bis Anfang Juli mussten sämtliche gemeinsamen Aktivitäten wegen der Pandemie abgesagt werden. Auch das Dominikusfest konnten wir nicht im gewohnten Rahmen feiern. Höhepunkt des Jahres war das dreijährige Versprechen von Elke Völcker. Die Feier fand zwar im kleinen Rahmen statt, war dafür aber umso eindrücklicher.

Den Bericht über das Versprechen finden Sie ebenfalls auf dieser Homepage, mit dem Suchwort „Regensburg“.

Seit Juli finden unsere monatlichen Treffen – vorläufig – wieder statt. Jeder Abend beginnt um 19h mit einem Gesätzchen Rosenkranz und einer Bibelbetrachtung, die zur Zeit von Sr. Benedikta Rickmann gehalten wird. Nach einem kurzen Austausch über die Bibelstelle kommt der längste Teil des Abends: Der Vortrag. Entsprechend dem jeweiligen Jahresthema – wir beschäftigen uns aktuell besonders mit Bibelarbeit – werden von einzelnen Mitgliedern oder auch von Gästen, die schon häufiger an unseren Treffen teilgenommen haben, kurze Referate ausgearbeitet, die dann meist zu angeregten Diskussionen führen. Gelegentlich werden auch externe Referenten eingeladen. Das gemeinsame Reden über Gott hilft uns zu persönlicher Glaubensvertiefung und ist zugleich auch eine Vorbereitung darauf, mit Menschen aus unserer Umgebung über Gott zu sprechen.

Ziel der Gespräche ist nicht, dass am Schluss alle einer Meinung sind. Gerade wenn dies nicht der Fall ist, entsteht eine besonders angeregte Diskussion …  Auch wenn es dann spät oder sehr spät geworden ist, schließen wir den Abend mit dem Angelusgebet für unsere Verstorbenen ab. Vor der Pandemie wurde auch noch das Salve Regina gesungen.

Wer sich von diesem Programm angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, einmal bei uns hereinzuschauen!  Das übliche Jahresprogramm umfasst: Im Januar eine Andacht um 14h mit anschließender Begegnung, im Mai eine Wallfahrt, im August das Dominikusfest, und in allen übrigen Monaten ein Treffen um 19h, mit einem Vortrag. Treffpunkt ist der Klosterhof: Dominikanerinnenkloster  Heilig Kreuz, Am Judenstein 10, 93047 Regensburg

Unter Corona-Bedingungen können Termine auch kurzfristig abgesagt werden, ohne dass dies auf dieser Homepage angekündigt wird. Aus diesem Grund bitten wir um vorherige Anmeldung. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Aktuelle Informationen über die Infektionsschutzmaßnahmen in Regensburg finden Sie unter folgendem Link: https://www.regensburg.de/aktuelles/coronavirus

Kotakt zur Gruppe bekommen Sie über:

Ordensassistentin der Gruppe: Sr. Benedikta Rickmann
Dominikanerinnenkloster Heilig Kreuz
Am Judenstein 10
93047 Regensburg
E-Mail: verwaltung@heilig-kreuz.org

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Ein Einblick in das Wiener Laiendominikanerleben

Bericht einer Wiener Postulantin

Was machen wir, die dominikanische Laiengemeinschaft in Wien, so und welche Themen sind bei uns gerade aktuell?

Mein Name ist Bianca und seit nunmehr einem Jahr habe ich die Laiengemeinschaft in Wien als Postulantin kennenlernen aber auch mitgestalten dürfen. So moderierte ich eines der Treffen Ende August 2020, wo wir zum gemeinsamen Austausch Bezug nehmend auf Fragen zu katholischen Orden und brisanten Themen der momentanen Zeit zusammenkamen. Dies war der Gruppe, aufgrund der vielen Geschehnisse und Veränderungen zu dieser Zeit, ein besonderes Anliegen und gerade für Arthur, der zur selben Zeit wie ich den Weg des Postulats beschritt, und mich war dies sehr wichtig! Praktischerweise ergab es sich davor, dass ich bei der „Marcia Francescana“ mitpilgern und dadurch mit Brüdern des Franziskanerordens Bekanntschaft schließen konnte. So konnte ich einige unserer Fragen direkt stellen, was die Recherche erheblich vereinfachte. Ich fand die Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede der Orden sehr interessant, ebenso wie die unterschiedlichen Beweggründe der „Marciatori“ und ihren individuellen Wegen zum Glauben!

In der Laiengruppe wollten wir zum einen Raum finden, die persönlichen Gefühle in diesem Zusammenhang gegebenenfalls gemeinsam verarbeiten zu können und andererseits drängte es in uns, der eigenen Zugehörigkeit zur dominikanischen Familie und unserem Wissensschatz zu katholischen Orden generell nachzuspüren. 

Unser Ziel war es, zusammen zu Erkenntnissen zu gelangen, wie jeder von uns sich für die Themen der Gesellschaft einbringen und diese bereichern kann.

Einleitend beteten wir gemeinsam, was uns bereits positiv auf die kommenden Inhalte einstimmte und näher zusammenbrachte.

Beginnend mit Fragen wie „Welche Ordensgemeinschaften der katholischen Kirche sind mir bekannt?“, „Was weiß ich über diese?“,
„Welche Ansätze/ Aspekte an diesen Ordensgemeinschaften finde ich wichtig, interessant oder bereichernd?“ und „Wieso fühle ich mich im Prediger Orden beheimatet?“ sammelten wir Basisinformationen und ergänzten ein Plakat mit einem Überblick der katholischen Orden. Das Betrachten dieser Fragen brachte uns schnell auf die Spur, welche unterschiedlichen Aufgaben die Orden aktuell in der Gesellschaft übernehmen. Jeder konnte etwas beitragen, was spannend und gewinnbringend für die ganze Gruppe war. Bald gestalteten wir ein weiteres Plakat über den Predigerorden.

Die Frage „Warum bereichert der Dominikanerorden mein Leben?“ beschäftigte uns auch in einer kurzen Pause, in der wir uns mit mitgebrachten Köstlichkeiten stärkten. Diese Frage war immerhin sehr persönlich und gleichzeitig interessant, wie unterschiedlich der Orden in unseren Leben wirkt. Gleichzeitig sollte diese Frage auf die folgende gemeinsame Reflexion vorbereiten und überleiten.

Durch Fragen wie „Was sind meiner Meinung nach die brisanten Themen unserer momentanen Zeit?“, „Fällt mir etwas ein, wie der Dominikanerorden (oder ein anderer) in diesen Themen eine Bereicherung für die Gesellschaft darstellt?“ und „Gibt es etwas, wo ich durch meine Verbundenheit zum Dominikanerorden die Themen der Gesellschaft bereichern kann?“ konnten wir einander aufmerksam zuhören, gegenseitig unterstützen und helfen, mit Herausforderungen (seien sie alltäglich oder besonders) gut umgehen zu können. Dies war insofern besonders schön, da jeder dort abgeholt werden konnte, wo er stand. Wo der ein oder andere gerade nicht weiterwusste, konnte jemand Anderes Erfahrungen einbringen. 

Abschließend gestalteten wir zusammen Vesper und Gebet und ließen die Themen des Tages gemeinsam ausklingen.

Im Oktober, wo Karin und Veronika ihre Versprechen erneuern und Ulrike ihr erstes Versprechen ablegen sollte, war auch die Zeit des Postulats vorbei und Arthur und ich sollten ins Noviziat aufgenommen werden – ein ganz besonderer Anlass also, zu dem diese Anschauung außerordentlich gewinnbringend war.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass sich das Postulat vor allem als gegenseitiges Kennenlernen gestaltet hat. Ein Vertrautwerden mit einer sehr familiären Gruppe, die einander durch persönliche Ideen, Erfahrungen und Stärken bereichert.

Ebenso hat sich die gemeinsame, durch die herrschenden Umstände sehr kleine Vesper zur feierlichen Aufnahme und Versprechensabgabe gestaltet. Die Atmosphäre war dabei besonders schön für mich: Gottes Liebe war im gesamten Gottesdienst spürbar, besonders durch die Freude, die man füreinander empfand. Diese Freude war sogar durch die Masken deutlich zu sehen und klang noch lange beim gemeinsamen Kaffee nach. Auch die Art der Gestaltung war herzlich – jeder packte mit an, sodass niemand die Vorbereitung oder das Wegräumen als Last empfinden musste. Wobei hier natürlich die gegenseitige Wertschätzung und Dankbarkeit füreinander betont werden muss, die einander entgegengebracht wurde. So hat Gabriele mit Pater Markus, unserem geistlichen Begleiter, immerhin alles organisiert und Veronika für gute Verköstigung trotz Covid-Maßnahmen gesorgt! Aufgrund derselben Umstände konnte vielleicht nicht jeder persönlich dabei sein, aber im Gebet waren wir trotzdem verbunden! Auch Irenäus, mit dem wir unseren ersten Fürsprecher im Himmel haben, wurde in die Feier eingebunden. 

Während des Gottesdienstes kam mir ein konkretes Bild in den Sinn, das vielleicht das Leben in der Gruppe ganz gut beschreibt: eine Familie. Da sind Vater und Mutter (Gott und die Kirche), die über alles einen liebevollen Blick haben und ein gutes Wachstum unterstützen. Gabriele und Pater Markus sind die ältesten Geschwister, die uns anderen helfen und in denen wir Vorbilder sehen. Arthur und ich sind gerade noch die Nesthäkchen gewesen, während auch Veronika, Karin und Ulrike bereits unterschiedliche Aufgaben zum guten Gelingen der Gemeinschaft übernehmen. Da dürfen Arthur und ich noch hineinwachsen. Dabei ist das Zusammentun keinesfalls hierarchisch. Jede Rolle bringt eigenen „Wind“ ins Zusammenleben.

Für Arthur und mich hat nun also ganz offiziell die Noviziatszeit begonnen, in der wir noch mehr über den Orden der Prediger und unsere eigene Berufung dorthin lernen und entdecken werden. Gestärkt durch den gemeinsamen Gottesdienst, der diesen neuen Abschnitt einleitete und dem Wissen, dass die Gruppe trotz Corona sichere und für alle angenehme Wege des Zusammenseins findet, freue ich mich schon auf das nächste interessante Treffen – vielleicht zum Thema Geschichte der katholischen Orden, was Arthurs Steckenpferd ist.

Frau Bianca Rosner

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Leiblichkeit im Gebet – Was uns die Gebetsweisen des Heiligen Dominiks lehren können

Joachim Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon

„Theologie zwischen Leibfeindlichkeit und Körperboom“[1], so lautet der Titel eines Aufsatzes und trifft damit die Dynamik und Entwicklung, der das Thema der Leiblichkeit innerhalb der Kirche ausgesetzt war und ist. Dass der Kern des Christentums der Glaube an einen Gott ist, der in Jesus Christus die konkrete Gestalt eines leibhaftigen Menschen annahm mit allen Grenzen und Bedürfnissen eines menschlichen Lebens und Leibes, erhebt die Leiblichkeit des Menschen endgültig auf eine Stufe, in der Körperverachtung und -misshandlung im Allgemeinen als auch in einem Streben nach einer körperlosen, rein vergeistigten Gebetserfahrung keinen Platz mehr haben. Dem Leib kommt eine eigene, besondere Würde zu. Mensch zu sein heißt nach Romano Guardini „verkörperter Geist“ und „durchseelter Leib“ zu sein.[2]In diesem Sinne trägt der ganze Mensch die christliche Frömmigkeit. „Nicht nur die Seele, sondern der ganze Mensch soll beten.“[3]Schließlich ist alles was der Mensch tut, auch das Beten, schon immer leiblich, weil der Mensch selbst Leib und nicht von ihm zu trennen ist. Daher spielt die leibliche Dimension eine wichtige Rolle im christlichen Gebet.Die Liturgie, aber vor allem die sakramentalen Handlungen, binden den menschlichen Körper als Bezugs- und Ausgangspunkt sowie als Medium der Gottesbegegnung bewusst ein.

Im heiligen Dominikus ist uns in der Bilderhandschrift „Modi Orandi Sancti Dominici“ („Die Gebetsweisen des heiligen Dominikus“) des Dominikaners Aldobrandinus von Tuscanella, der sie im 13. Jhd. in Bologna verfasst hat in dieser Ausführlichkeit ein seltenes Beispiel leiblichen Betens überliefert. Was Romano Guardini viele Jahrhunderte später ausdrückt, hatte Dominikus stark verinnerlicht, dass nämlich jede körperliche Stellung auf die Seele einwirke.[4]Weil Haltungen und Gebärden ausdrücken, was im Inneren lebt, ist es nicht gleichgültig, in welcher Stellung man betet.[5]Die Gebetsgebärde, so zeigt das Beispiel des Dominikus, ist die „Verleiblichung von dem, was in der Seele des Menschen geistig geschieht“[6]. Alles, was in der Seele passiert, greift auf den Körper über. Besonders in der Mystik tritt daher das Innere in Gebärden aus, wenn die Worte zum Ausdruck des Inneren nicht mehr genügen.[7]Bei Dominikus – so Peter Dyckhoff – „geschah nichts ausschließlich im seelisch-geistigen Bereich, sein Körper war immer beteiligt. Und nichts geschah rein körperlich, ohne dass Geist und Seele mitschwangen.“[8]

Die Person des Dominikus personifiziert in ihrem Verhalten das Wechselverhältnis von Liturgie und Spiritualität, von gefeiertem und gelebtem Glauben. Denn zunächst muss festgestellt werden, dass Dominikus die verschiedenen Gebetsformen im privaten Rahmen pflegte. So heißt es explizit zu Beginn: „Neben den allgemein üblichen und demutsvollen Formen des Betens bei der Feier der Heiligen Messe und beim Psalmengebet pflegte Dominikus die folgenden Gebetsweisen.“[9]Viele der dargestellten Gebetsformen werden heute überwiegend im liturgischen Rahmen vollzogen (z.B. Orantenhaltung, Prostratio, Knien oder Verneigung), doch Dominikus scheint diese in sein persönliches Gebet zu integrieren. So wie etwa in der achten Gebetsweise beschrieben wird, dass er dem Buch seine Verehrung erwies, „indem er es küsste – besonders, wenn es ein Evangelienbuch war […]“[10]oder in der fünften Gebetsweise, wenn er seine Hände in Schulterhöhe hielt „wie es der Priester bei der Feier der Messe zu tun pflegt.“[11]Damit lebte Dominikus das Wechselverhältnis von Liturgie und persönlicher Spiritualität aus. Es ist somit auch nicht weiter verwunderlich, dass er – bis auf das neunte Bild – immer alleine dargestellt wird. In diesem Sinne kann er ein Beispiel sein, solche Formen auch im privaten Gebet und ohne (Gottesdienst-)Gemeinschaft zu vollziehen.

Von den „modi orandi“ lässt sich durchaus auf das „lex credendi“ schließen, denn die Gebetshaltungen drücken immer auch eine tiefere theologische Wahrheit aus. So sind Gebetsgebärden immer auch Verkündigung der Glaubensbotschaft in der Sprache des Leibes.  

Dominikus – eine Ermutigung Gott so zu begegnen wie er uns begegnet – als Mensch mit Leib und Seele. 

Frau Clara Born OP


[1]Elisabeth Naurath, Theologie zwischen Leibfeindlichkeit und Körperboom. Aspekte christlicher Anthropologie, in: Hildegard Macha/Claudia Fahrenwald (Hg.), Körperbilder zwischen Natur und Kultur. Interdisziplinäre Beiträge zur Genderforschung, Opladen 2003, 69-82.

[2]Vgl. Guardini, Liturgie und liturgische Bildung, Passau 1966, 35.

[3]Romano Guardini, Vorschule des Betens, Ostfildern/Paderborn62014, 39.

[4]Vgl. Guardini, Briefe über Selbstbildung, bearb. Von Ingeborg Klimmer, Mainz 141986, 80.

[5]Vgl. ders., Vorschule des Betens, Ostfildern/Paderborn 62014, 39.

[6]Ohm, Gebetsgebärden, 9.

[7]Vgl. Ohm, Die Gebetsgebärden der Völker und das Christentum, Leiden 1948, 87.

[8]Peter Dyckhoff, Mit Leib und Seele beten. Die neun Gebetsweisen des hl. Dominikus, Freiburg 2003, 16.

[9]Dyckhoff, Mit Leib und Seele, 23.

[10]Ebd., 104.

[11]Ebd.

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Der Ordensmeister lädt die Dominikanische Familie zum „Triduum der Buße“ vom 4. bis 6. Oktober 2020 ein. 

Am 7. Oktober 2020, dem Fest des Heiligen Rosenkranzes, wird die dominikanische Familie aufgerufen, um 20.00 Uhr in ihrer Ortszeit den Rosenkranz zu beten. 

„Wir bieten Gott diese Tage die Buße und das Gebet an: im Gedenken für diejenigen, die während der Pandemie gestorben sind, für ihre Hinterbliebenen, für diejenigen, die weiterhin unter den Auswirkungen der Pandemie leiden, und für diejenigen, die arbeiten um ihr Leiden zu lindern. „

fr. Gerard Timoner OP Ordensmeister
Ordo Praedicatorum

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„Iustitia et Pax“

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„Iustitia et Pax“ war der Name eines Päpstlichen Rates, der sich seit 1967 auf internationaler Ebene für die Förderung von Gerechtigkeit, Frieden und Menschenrechten einsetzte. 2017 wurden seine Aufgaben vom neu errichteten „Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen“ übernommen. Gerechtigkeit und Frieden gehören zu den Herausforderungen, die die Menschheit seit jeher begleiten. Trotz aller technologischer Fortschritte hat sich daran nichts geändert.

Unverändert ist auch, dass wenig Einigkeit darüber besteht, was genau unter Gerechtigkeit und Frieden überhaupt zu verstehen ist. Als Konfliktforscher an der Universität Heidelberg bin ich alltäglich mit dieser Frage konfrontiert. Die moderne empirische Konfliktforschung versteht unter „Frieden“ zumeist die Abwesenheit von Krieg. Doch auch was Krieg ist, ist wissenschaftlich umstritten. Viele betrachten dabei lediglich die Zahl der Todesopfer und ziehen eine willkürliche Grenze bei 1000 Todesopfern pro Jahr, um Krieg von Nicht-Krieg zu unterscheiden. Können wir jedoch wirklich von „Frieden“ sprechen, wenn in einer Gesellschaft bspw. 500 Menschen in einem Jahr durch Kampfhandlungen gestorben sind? Und selbst wenn der zwischen- oder innerstaatliche Krieg, der die Menschen heimgesucht hat, beendet ist, herrscht in vielen Ländern im Anschluss kein Frieden.

Der „positive“ Friedensbegriff zielt anders als die „negative“ Variante nicht einfach auf die Abwesenheit von Krieg, sondern stellt eine „gerechte“ Gesellschaftsordnung in den Mittelpunkt. Frieden IST demnach ein Zustand der Gerechtigkeit. Eine ungerechte Gesellschaft befindet sich automatisch im Unfrieden. Aus diesem gesellschaftlichen Unfrieden können aufgrund kleinster, in sich oft unbedeutender und kaum vorhersehbarer Vorkommnisse gewaltsame Dynamiken erwachsen, die sich bis hin zum Krieg steigern können.

Der Begriff der Gerechtigkeit ist mindestens so umstritten wie Krieg und Frieden. Hier ist nicht der Raum, unterschiedliche Positionen zu diskutieren. Zentral sowohl für die Soziallehre der katholischen Kirche als auch für den politischen Liberalismus ist die Verteilungsgerechtigkeit. Hier steht die faire Verteilung von Ressourcen im Mittelpunkt. Dies bedeutet nicht zwingend Gleichverteilung. Fairness wird historisch ererbte oder durch eigene Leistung erworbene Ansprüche berücksichtigen. Die empirische Konfliktforschung hat nachgewiesen, dass insbesondere „horizontale Ungleichheiten“ zwischen kulturell definierten Gruppen in einer Gesellschaft, wie z.B. Ethnien oder Religionsgemeinschaften, maßgeblich für das Ausbrechen innerstaatlicher Gewaltkonflikte sind. Nur eine faire Verteilung von Rohstoffen, ökonomischen Chancen und politischer Macht ermöglicht „positiven“ wie „negativen“ Frieden.

Gerechtigkeit und Frieden gehören zu den großen Verheißungen des Christentums. Letztlich haben sie eine eschatologische Qualität. Vollumfänglich sind Gerechtigkeit und Frieden in dieser Welt nicht möglich. Sie sind Teil der Jenseitshoffnung. Eine rein diesseitige Hoffnung auf Verwirklichung führt unweigerlich zu Utopien, die schnell in repressive Politik abgleiten. Den Menschen Gerechtigkeit und Frieden gewissermaßen von außen aufzuzwingen, ist wohl zum Scheitern verurteilt. Sie müssen gleichsam von innen her wachsen. Nicht umsonst zählt der Frieden nach Paulus zu den „Früchten des Heiligen Geistes“.

Das bedeutet freilich nicht, dass wir passiv oder resigniert abwarten sollen. Aktive Bemühungen sind notwendig, wie wir am Beispiel des Päpstlichen Rates „Iustitia et Pax“ sehen. Hier sind jedoch viel Detailarbeit und viel Geduld gefragt, wie die Entwicklungspolitik der letzten Jahrzehnte zeigt. Dennoch sollte die praktische oder akademische Arbeit „on the ground“ nicht dazu führen, dass der Blick gewissermaßen nur nach außen in die Welt und nach unten auf den Boden gerichtet bleibt. Wie der Hl. Augustinus ausgeführt hat, steht der politische und gesellschaftliche Frieden in einem viel größeren Kontext, bestehend aus dem inneren Frieden des einzelnen Menschen und dem Frieden der Menschen mit Gott.

Anders als die politische Moderne, die mit Thomas Hobbes‘ Vorstellung ihren Anfang nahm, dass der Naturzustand des Menschen ein „Krieg aller gegen aller“ sei, geht der Katholizismus mit Augustinus davon aus, dass der Naturzustand ein Zustand des Friedens ist, da die von Gott in die Existenz gesetzte Welt grundsätzlich gut ist. Trotz aller politischer und gesellschaftlicher Rückschritte, die wir zur Zeit augenscheinlich erleben, ist das ein erfreulich optimistischer Gedanke.

Dr. Christoph Trinn

Mitglied der Dominikanischen Laiengemeinschaft „Jordan von Sachsen“ zu Freiburg

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Fusion unserer beiden Provinzen

Margret Burkarts Ausblick auf eine gemeinsame Provinz

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Nach meiner „Vision“ bezüglich der Fusion unserer beiden Provinzen bin ich gefragt worden. Ja habe ich denn eine „Vision“?

Wenn von Firmenfusionen die Rede ist, schwingt manchmal – besonders bei der Arbeitnehmerschaft dieser Firmen – ein banger Unterton mit, Verlustängste kommen auf, und oft wird etwas davon dann auch Realität. In diese Richtung gingen meine Gedanken bei der bei uns anstehenden Fusion überhaupt nicht.

Schon eher verspüre ich ein wenig so etwas wie Wehmut beim Vergleich von damals und heute. Damals, nach seiner Gründung breitete sich unser Orden so schnell aus, dass die Expansion, eine immer neue (Zell-)Teilung von schon wieder zu groß gewordenen Provinzen auf der Tagesordnung stand oder die Neugründung von Provinzen. Heute nun stehen die Zeichen auf Konzentration und Fusion. Nicht nur zwischen der süddeutsch-österreichischen Provinz St. Albert und der Teutonia, sondern an vielen Stellen in unserer familia dominicana geht es um eine Bündelung der Kräfte. Alles hat seine Zeit.

Von Anfang an hat die Idee der Fusion vor allem ein Gefühl der Freude, Vorfreude bei mir ausgelöst. Am deutlichsten vor Augen habe ich da das Bild einer Heirat. Heirat ist ja auch immer die Sache von zwei Familien, die sich erst vorsichtig beschnuppern, Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Bereicherungen wie auch Belastungen feststellen. Sicher Fusion – wie Heirat – ist keine Problemlösung, aber gemeinsam gelingt es vielleicht, auf einer breiteren Basis einige Probleme zu entschärfen. In unserer gemeinsamen Provinz sind zwar größere Entfernungen zu überwinden, aber es gibt mehr Raum, mehr Potential, neue Konstellationen. Einige Formalia werden zu regeln sein, das kann mühsam werden, aber wichtiger scheint mir, dass die „Chemie“ zwischen uns stimmt.

Wie in allen Familien gibt es in unseren Provinzen bunte Hunde, komische Vögel und schwarze Schafe. Auch die kommen alle mit in unsere neue gemeinsame Provinz. Aber vor allem kommen da so viele verschiedene Begabungen, Talente, Berufungen, so viele tolle Menschen zusammen. Ich bin sehr gespannt und freue mich auf meine neu gewonnenen Familienmitglieder! „Wir können noch viel zusammen machen“ heißt ein Bilderbuch von Friedrich Karl Waechter – Lektüre empfohlen.

Und schließlich wir sind ja längst eins: uns eint schon – trotz aller regionalen Unterschiede – unsere gemeinsame dominikanische Spiritualität. Uns eint das Gebet, uns eint unsere Sendung, gemeinsam haben wir den Auftrag zur Predigt, gemeinsam unseren Vater Dominikus, in dessen Spuren wir gehen.

(Margret Burkart, Berlin August 2020)

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Das Wort des Herrn predigen

Blick auf Freiburg – Bild: www.pixabay.com

Das Wort Gottes zu verkünden ist ein zentrales Anliegen der Dominikanischen Laiengemeinschaft. Was es bedeuten kann, den Glauben im eigenen familiären und beruflichen Leben sowie in der Freizeit zu predigen, beschäftigt die Freiburger Fraternität „Jordan von Sachsen“ in ihren Treffen. Dies umfasst jegliche Verkündigung in gelebter Nächstenliebe in zwischenmenschlichen Beziehungen wie in Einsatz für eine gerechte Gesellschaft und auch durch das Wort – etwa in einem Vortrag, im Bibelgesprächskreis, beim Besuch Kranker, Pflegebedürftiger, von Senioren und Armen am Rande der Gesellschaft. Denn Freude und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten, in denen wir Jesus begegnen, sind auch Freude und Angst der Jünger Christi (II. Vatikanum, Über die Kirche, 8; Kirche in der Welt von heute, 1, 21). So sind wir etwa durch Zeitgenossen herausgefordert, die Christentum und moderne Gesellschaft als Gegensätze einander gegenüber stellen; ihnen gegenüber gilt es, die volle Anerkennung der legitimen Autonomie der irdischen Wirklichkeiten mit ihren eigenen Gesetzen und Werten zu vertreten (II. Vatikanum, Kirche in der Welt von heute, 36). 

Gruppenmitglieder berichten von Kollegen, die den Glauben an Gott aufgrund ihres (natur)wissenschaftlich geprägten Weltbildes ablehnen. Dann sprechen wir darüber, wie wir in dieser Auseinandersetzung respektvoll verdeutlichen können, dass es keinen grundsätzlichen Gegensatz zwischen Glauben und Naturwissenschaft gibt; das kann geschehen, wenn manden zeitgeschichtlichen Kontext biblischer Schöpfungstexte, ihre Eigenarten und Absicht erklärt sowie andere Zugänge zu diesen Texten eröffnet. 

In unseren Versammlungen zeigt sich, wie wichtig es ist, im Austausch die Zeichen der Zeit zu erforschen, sie im Licht des Evangeliums zu beurteilen und Konsequenzen für das eigene wie das soziale Handeln zu erarbeiten (II. Vatikanum, Kirche in der Welt von heute, 4); das kann sich auf Fragen des Klimawandels bzw. der nachhaltigen Entwicklung ebenso beziehen wie auf die geänderte Rolle der Frau in der Gesellschaft und deren Konsequenzen für ihre Entwicklungsmöglichkeiten in Beruf (Stichworte: gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Geschlechtergerechtigkeit) und in der Kirche – Hanna Renate Laurien (1928-2010, zuletzt in der Dominikanischen Familie der Berliner St. Paulus-Gemeinde) hatte daran mitgewirkt, auf den Gedenktag der dominikanischen Mantellantin Katharina von Siena (29. April) den „Tag der Diakonin“ zu legen, der der Zulassung von Frauen zum diakonischen Dienst gewidmet ist. Innerhalb von Pfarrgemeinden engagieren wir uns dafür, die bewusste und tätige Teilnahme der Gläubigen an liturgischen Feiern umzusetzen (II. Vatikanum, Über die Liturgie, 14, 27).

Herr Norbert Chabakuk Schmeiser OP

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Versprechen für 3 Jahre in Regensburg

Versprechen von Frau Elke Völcker am 2. Juli in Regensburg, Bild: Sr. Benedikta OP, ordensassistentin der Gruppe „Unsere Liebe Fraum vom Rosenkranz“ in Regensburg

Das Fest Mariä Heimsuchung, dem 2. Juli, feierten wir in der dominikanischen Laiengemeinschaft Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz in Regensburg auf ganz besondere Weise. Elke Maria Laetitia Völcker OP legte das Versprechen für drei Jahre ab. Wegen Corona musste alles im kleinen Rahmen stattfinden, aber umso herzlicher war die Atmosphäre. Wir konzentrierten uns umso tiefer auf das Wesentliche, die Hingabe an Gott durch das Versprechen. Es war das erste Zusammentreffen der Gruppe seit dem Ausbruch der Pandemie. Gespräche waren vorerst nur im Klosterhof möglich, mit entsprechendem Abstand. Der gemütliche Teil wird nachgeholt werden.

Bild: Sr. Benedikta OP

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P. Wolfram Hoyer verstorben

Heute starb bei einem Unfall auf dem Heimweg von einer Krankensalbung P. Wolfram Hoyer, Prior unseres Konvents in Augsburg und Ordenshistoriker im Alter von 51 Jahren. Herr, lass ihn ruhen in Frieden, und das ewige Licht leuchte ihm.

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