Dritter Weltkongress der Dominikanischen Laiengemeinschaften in Fatima: ein Bericht

Vom 4. bis 10. Oktober fand die dritte Internationale Versammlung der Dominikanischen Laiengemeinschaften statt. Diese Versammlung trifft sich nur etwa alle 10 Jahre und ist für die Dominikanischen Laien von großer Bedeutung. Hier berichtet Volker Nebel,  einer der Delegierten unserer Provinz, über die Tage in Fatima:

Eine Wegbeschreibung hatte ich vorab bekommen und einen Zeitplan für jeden Tag, sonst nichts. Im Bus von Lissabon nach Fátima traf ich Margret Burkart, Präsidentin der Norddeutschen Provinz, und sie wusste auch nicht mehr. Der ECLDF, der Europäische Rat der Laien-Dominikaner, hatte sich vor einem Jahr im Gästehaus der Dominikanerinnen in Fátima getroffen, wir waren in einem Hotel untergebracht.

Dort wurde ich als erstes auf Deutsch begrüßt, von Konrad, der 1962 nach Kanada ausgewandert war und jetzt als Mitglied der kanadischen Delegation hier war. Beim Abendessen saß ich neben María, die von sich behaupten konnte, gleich dreimal dominikanisch zu sein: dem Herrn gehörend, Mitglied einer Dominikanischen Laien-Fraternität und in der Dominikanischen Republik lebend. Die weiteste Anreise hatten die beiden Australier, aber nicht die längste: Eine Frau aus Kamerun berichtete, dass sie eine Woche gebraucht hatte, um nach Fátima zu kommen. In Kamerun herrscht Bürgerkrieg.

„Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ war das Motto dieser dritten internationalen Versammlung der Dominikanischen Laien-Fraternitäten und auch das Thema einer der Kommissionen. Die Berichte aus Kamerun, wo die Regierung Krieg gegen die englischsprachige Minderheit führt, und aus Venezuela, das von seinen Bürgern verlassen wird, weil es nichts mehr zu kaufen gibt, machten deutlich, dass diese Themen von fundamentaler Bedeutung sind, auch wenn sie in Europa und Nordamerika inzwischen als altmodisch gelten.

Jeder Delegierte arbeitete in einer der Kommissionen, die es zu den folgenden Themen gab: „Regeln und Statuten“, „Predigt und Gebet“, „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“, „Ausbildung“, „Kommunikation und Finanzen“, „Promotoren und Assistenten“ und „Die Dominikanische Familie“. Einer aus jeder Kommission musste die Arbeit des Sekretärs übernehmen und die Ergebnisse der Kommission dem Plenum vorstellen. Dort wurde darüber nochmals beraten, Änderungsvorschläge gemacht und schließlich abgestimmt. Die meisten Vorschläge fanden schließlich die Zustimmung des Plenums und werden hoffentlich bald in den Akten der Versammlung veröffentlicht werden.

Im Plenum gesprochen wurde in den drei Sprachen des Ordens: Englisch, Spanisch und Französisch. Damit jeder alles verstehen konnte, hatten wir drei Dolmetscher, zwei Schwestern und ein Pater, und jeder bekam Kopfhörer und einen Empfänger, auf dem er zwischen den drei Sprachen wählen konnte. Das funktionierte, war aber nicht immer einfach. So konnten die Übersetzer keine Zwischenrufe hören, die nicht ins Mikrophon gesprochen wurden, und manches Detail ging verloren. Die Kommission über die Ausbildung war so groß, dass sie sich in eine englisch- und eine spanisch-sprechende Gruppe geteilt hatten, um anschließend zu vergleichen und zusammenzusetzen, was sie erarbeitet hatten.

Ein normaler Arbeitstag begann um 9 Uhr mit Laudes und Messe. Um 10 Uhr folgte ein Vortrag, danach ging jeder in seine Kommission, die bis zum Mittagessen und dann ab 15 Uhr wieder arbeiteten. Um 17 Uhr versammelte sich das Plenum, um die Vorschläge aus den Kommissionen zu hören und abzustimmen.

Um 19 Uhr war Vesper und um 20 Uhr endete der offizielle Teil mit dem Abendessen. Da wir im Lauf der Tage mit der Arbeit in Verzug kamen, wurden Messe und Vortrag 30 Minuten früher gehalten, und die Vesper fiel mehrfach aus.

P. Bruno Cadoré, unser Ordensmeister, wollte eigentlich die ganze Zeit dabei sein, wurde aber vom Papst zu einer Synode verpflichtet. Er kam in der Nacht von Freitag auf Samstag und blieb bis Sonntag Nachmittag. Er sprach zu uns vom „Tisch des Ordens“ als einem Symbol unserer Gemeinschaft, dass Dominikus „Bruder“ genannt werden wollte und dass diese Brüderlichkeit der Weg sei, miteinander vertraut zu sein. Dafür sei es wichtig, von einander zu wissen: Was du machst, betrifft uns! (An dieser Stelle sei angemerkt, dass aus der Ordenskurie mehrere Brüder und eine Schwester teilnahmen.) Außerdem erzählte er von einem Bruder, der aus dem kommunistischen Ungarn nach Frankreich geflohen war und durch seinen Akzent ein Außenseiter im Konvent blieb. Als einmal der Novizenmeister zu den Novizen über das Predigen sprach, schaltete er sich ein und meinte, so zu predigen, das sei Propaganda. Was unterscheidet unsere Predigt von der Propaganda? Nach den Worten von Bruno ist es das Mitgefühl, das wir für unsere Mitmenschen haben.

P. Vivian Boland sprach über die verschiedenen Aspekte der Ausbildung im Dominikaner-Orden, genauer über die neue Ratio Formationis Generalis der Brüder, die stärkeren Wert auf die Ausbildung durch die Gemeinschaft und auf die lebenslange Weiterbildung legt. Die Ausbildung nimmt vier Aspekte in Blick: die menschliche Ausbildung, die religiöse oder spirituelle, die intellektuelle und die apostolische.

S. Lissie Aviles und P. Aristide Basse sprachen über „Ökologie und die Sorge für die Schöpfung“, ihre Präsentation und ihre Texte finden sich, wenn man ihre Namen und das Wort Präsentation anklickt.

Duncan MacLaren, Laiendominikaner aus Glasgow und Mitglied der Internationalen Dominikanischen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden, sprach über eine Dominikanische Sicht auf gesamtheitliche menschliche Entwicklung. Seine Beobachtung ist, dass in unseren Pfarreien die einen beten und andere sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen, und schlug vor, die beiden Gruppen zusammenzubringen. Unser Tun richte sich nach dem Muster „Sehen, Beurteilen, Handeln“ oder auch „Beobachten, Analysieren, theologisch Reflektieren, Entscheiden, Handeln, Auswerten“. Dabei sei es wichtig, die Auswertung den Betroffenen zu überlassen, denn die Armen sind nicht die Objekte unserer Ideen, sie entscheiden selber über ihre Entwicklung. Die Armen lehren uns das Evangelium, nicht anders herum.

P. Gerald Stookey sprach unter dem Titel „Christus ist unser Friede (Eph 2,17)“ über Jesus Christus, sein Mitgefühl für uns Menschen und warum wir uns für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen.

Das eigentliche Ergebnis der Versammlung, also die Vorschläge aus den Kommissionen, denen das Plenum zugestimmt hat, werden derzeit von P. Rui und den Mitgliedern des ICLDF zusammengestellt, übersetzt und dann veröffentlicht. Ich möchte diesen Männern und Frauen, deren Weisheit, Offenheit und Freundlichkeit ich zu schätzen gelernt habe, und unseren portugiesischen Gastgebern danken für ihre viele Arbeit, die sie für die Laiendominikaner getan haben und tun. Anstrengend waren die Tage gewesen. Trotzdem hielten die Südamerikaner am letzten Abend noch eine kleine Konferenz in der Bar ab, während P. Gerald Stookey auf dem Flügel alte deutsche Volkslieder spielte, die er von seiner Mutter kannte. Als wir am Mittwoch Morgen von Fátima aufbrachen, da regnete es zum ersten Mal, wie wenn der Himmel die Saat begießen wollte, die wir gesät hatten, damit sie aufgeht und in den Fraternitäten Früchte bringen wird.

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Kolloquium „Sacra Praedicatio“ – Our Challenge in a fragile Europe

Vom 1. bis zum 4. Oktober fand in Köln das Kolloquium “Sacra Praedicatio“ statt. 45 Teilnehmer aus Europa, den USA und von den Philippinen kamen zusammen um sich über die Frage der Predigt auszutauschen. Am ersten vollständigen Tagungstag gab es Impulsvorträge mit anschließender Frage- und Diskussionsrunde von Frau DR. Anette Schavan und fr. Timothy Radcliffe OP.

Frau Dr. Schavan legte den Schwerpunkt auf die Notwenigkeit eines Perspektivwechsels in Europa, hin zu weniger Angst, mehr Menschenwürde und mehr Toleranz. Der frühere Ordensmeister fr. Timothy Radcliffe OP wählte als Thema „Sacra Praedicatio sein. Was bedeutet das für die dominikanische Familie“. Fr. Timothy analysierte die Trends in den europäischen Gesellschaften hin zu Misstrauen, Angst und verschwindender Dialogfähigkeit. Gegenpol könnte seiner Auffassung nach die geschwisterliche Verbundenheit im Orden der Predigerbrüder sein.

Am zweiten vollen Tagungstag standen sieben Workshops im Mittelpunkt. Fünf Schwestern, ein Frater und ein dominikanischer Laie haben aus ihren je eigenen Perspektiven von eigenen Verkündigungserfahrungen berichtet. Anschließend wurden die Ergebnisse des Kolloquiums gesammelt und wichtige Punkte festgehalten.

Das Kolloquium war eine bereichernde Zeit, die von guten und beeindruckenden Impulsen, freundschaftlichem Miteinander und großem Interesse aneinander geprägt war. Egal ob in den Vorträgen, den Workshops, den Gebetszeiten oder dem abendlichen Miteinander.

Weitere Informationen können hier gefunden werden:

http://www.dpnop.org/europe-2018/

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Internationaler Kongress der Dominikanischen Laiengemeinschaften in Fatima

Vom 4. bis 10. Oktober findet in Fatima die dritte Internationale Versammlung der Dominikanischen Laiengemeinschaften statt. Diese Versammlung trifft sich nur etwa alle 10 Jahre und ist für die Dominikanischen Laien von großer Bedeutung. Dort besteht die einmalige Gelegenheit Erfahrungen und Nachrichten mit unseren Ordensgeschwistern aus aller Welt auszutauschen. Drängende Themen des Ordens und der Weltkirche werden beraten und die Versammlung ist gewissermaßen auch die Legislative  für die Dominikanischen Laien, denn sie ist berechtigt die Statuten (innerhalb der Vorgaben der Ordensstatuten und des Kirchenrechts) zu ändern. Wir sehen also spannenden tagen entgegen und bitten um das begleitende Gebet. Auch unsere Provinz ist durch die Präsidentin und einen weiteren Delegierten vertreten. Diejenigen, die Englisch, Franzöisch oder Spanisch lesen können, finden auf der internationalen Website der DLG tagesaktuelle Berichte. Wir werden uns hier auch um regelmäßige Updates bemühen

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Gedächtnis der Schmerzen Mariens

Ein Maria-Schmerzen-Bildnis in der Kirche St. Martin von  Weinfeld, einem Ort am Weinfelder  Maar in der Eifel. Heute gehört die Kirche, eine der ältesten in der Eifel, zu Schalkenmehren, denn der Ort Weinfeld musste wegen der Pest aufgegeben werden.

 

Hl. Albertus Magnus (um 1200-1280)

Über die Natur des Guten,

Die beiden Pole der Welt

Es gibt zwei Dreh- und Angelpunkte des Himmels, um die sich der ganze Himmel bewegt: das sind die beiden Pole. Der eine ist der Erlöser, der sich im Zentrum befindet, denn in ihm ist nur Licht und keine Finsternis ist in ihm; der andere ist der Schoß, in dem er Fleisch angenommen hat. Um diese beiden Pole dreht sich der Himmel, mit Hilfe der Fürbitte leistenden Mutter und jener des Erlösers am Kreuz. Denn durch die Fürbitte Mariens und durch den Leib und das Blut des Erlösers übt der Herr seine Gerechtigkeit über die Völker aus. Die Achse der Barmherzigkeit, die die Welt erhält, dreht sich um diese beiden Dreh- und Angelpunkte oder Pole, da wir durch die Mutter Zugang zum Sohn und durch den Sohn Zugang zum Vater haben. So geleitet, haben wir keinerlei Angst, es könne uns die Versöhnung verweigert werden. Diese beiden Sterne, diese Dreh- und Angelpunkte oder Pole des Himmels, bewegen sich nicht; um sie herum dreht sich, wie um zwei unerlässliche Fixpunkte, die ganze Weite des Himmels.

 

Als deine Mutter, o Wort,
dich mit Nägeln ans Kreuz geheftet sah,
da ward ihre Seele
mit den Nägeln bitterer Trauer und mit Pfeilen verwundet.
Als dich, du Süßigkeit aller, die Mutter erblickte
wie du mit bitterem Tranke getränkt wardst,
rannen aus ihren Augen bittere Ströme von Tränen.
Furchtbar bin ich verwundet.
Mein Inneres zerreißt es, o Wort,
da deinen ungerechten Tod ich schaue,
so sagte die Allheilige weinend.
Wehe, Simeons Weissagung ist nun erfüllt;
denn dein Schwert, o Emmanuel,
durchbohrte mein Herz.

Aus einem ostkirchlichen Hymnus

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Pater Clemens Wehrle verstorben

Am 28. August verstarb P.Clemens Wehrle, langjähriges Mitglied des Wiener Konvents. Der Herr gewähre ihm die ewige Ruhe und das Ewige Licht leuchte ihm. Die Beisetzung findet am Montag, 3. September um 17.30 Uhr in der Wiener Dominikanerkirche S. Maria Rotunda statt.

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Spät habe ich dich geliebt

Am 28. August feiert der Predigerorden das Fest des hl. Augustinus, nach dessen Regel er lebt. Von ihm ist das Wort überliefert, aus dem der Titel stammt:

Spät habe ich dich geliebt, du Schönheit, alt und ewig neu, spät habe ich dich geliebt. Du hast gerufen und geschrien und meine Taubheit durchbrochen.

Augustinus, 354 in Tagaste in Afrika geboren, wurde von seine Mutter Monika im christlichen Glauben erzogen. Als Student entfernte er sich vom Glauben und verfiel der Irrlehre der Manichäer. Er war Lehrer der Rhetorik in Mailand. Durch die Predigten des heiligen Ambrosius wurde er zum Glauben bekehrt und empfing mit 33 Jahren die Taufe.
Augustinus kehrte 388 nach Afrika zurück und errichtete in Tagaste ein Kloster. 391 empfing er durch Bischof Valerius von Hippo die Priesterweihe. Von Valerius erhielt Augustinus 395 auch die Bischofsweihe und wurde später sein Nachfolger als Bischof von Hippo. Er starb am 28. August 430 in Hippo.
Für seine Klöster, die Augustinus gegründet hat, schrieb er um 397 eine Regel, die zu den ältesten Mönchsregeln überhaupt gehört. Die Kanonikerreform des 12. Jahrhunderts griff auf diese Regel zurück und ergänzte sie durch Konstitutionen und Gebräuche. So wurde die Augustinusregel zur geistlichen Grundlage zahlreicher Ordensgemeinschaften.
Als Innozenz III. dem heiligen Dominikus auftrug, mit seinen Brüdern eine anerkannte Regel zu wählen, da übernahmen sie die Augustinusregel. In der Professformel versprechen die Dominikaner auch heute noch den Gehorsam gemäß der Regel des heiligen Augustinus und den Konstitutionen des Ordens der Predigerbrüder.

(aus dem Proprium der Predigerbrüder)

Magne Pater Augustine,
Preces nostras suscipe
Et per eas Conditori
Nos placare satage:
Atque rege gregem tuum,
Summum decus praesulum.
Amatorem paupertatis
Te collaudant pauperes:
Assertorem veritatis
Amant veri judices:
Frangis nobis favos mellis,
De Scripturis disserens.
Quae obscura prius erant
Nobis plana faciens,
Tu de verbis Salvatoris
Dulcem panem conficis,
Et propinas potum vitae
De Psalmorum nectare.
Tu de vita clericorum
Sanctam scribis regulam,
Quam qui amant et sequuntur
Viam tenent regiam,
Atque tuo sancto ductu
Redeunt ad patriam.
Regi regum salus, vita,
Decus, et imperium:
Trinitati laus et honor
Sit per omne saeculum,
Quae concives nos adscribat
Supernorum civium.

 

Großer Vater Augustinus, höre gnädig unser Flehn,
lass beim Schöpfer durch Dein Bitten, Heil uns und Versöhnung sehn.
Du, der Hirten schönste Zierde, wollst voran der Herde gehn!

Auch als Liebhaber der Armut, lobt Dich ja der Armen Heer,
und gerechte Richter lieben, Dich als starke Wahrheitswehr.
Honigwaben brichst Du für uns, aus der Offenbarung hehr!

Was vorher dunkel verborgen, machst Du sichtbar offen kund,
Süße Speise richtest Du uns, von Worten aus Erlösermund.
Durch den Trank vom Psalmennektar, machst Du unsre Seel gesund!

Für die Diener des Altares, setzt Du eine Regel auf,
die sie lieben und ihr folgen, enden siegreich ihren Lauf;
steigen unter Deiner Führung, zu den Zionshöhn hinauf!

Heil und Leben, Macht und Preise, Dir dem König aller Zeit.
Lob und Ehre sei auf ewig, der heilgen Dreifaltigkeit;
möge Er uns zu sich nehmen, in die ewge Seligkeit!

Übersetzung hier

Bild : Sarkophag des hl. Augustinus in San Peitro in Ciel d’Oro in Pavia;

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Rosa von Lima

Am 23. August gedenkt der Predigerorden der ersten Heiligen Südamerikas:

Rosa von Lima, Todestag am 24. August 1617

Mutig wies Rosa von Lima (1586-1617) als Tochter eines spanischen Ehepaares in Peru auf die schädlichen Folgen der spanischen Eroberung hin. Dafür wurde sie heftig kritisiert. Daraufhin verstand sie ihr Leben als Büßerin, zu dem sie sich zwanzigjährig entschieden hatte, als Sühne für die Schandtaten ihrer spanischen Landsleute an den Indios. Sie hatte sie sich – ihrem Vorbild Katharina von Siena (1347-1380) folgend – geweigert, einer von den Eltern vorherbestimmten Heirat zuzustimmen und sich 1606 dem 3. Orden des heiligen Dominikus angeschlossen. Rosa lebte fortan in einer Hütte im Garten ihres Elternhauses, schlief auf zwei Brettern, widmete sich dem Gebet, verschiedenen Bußübungen, trug eine Kette um den Leib und eine Dornenkrone auf dem Kopf. Mit ihrer Arbeit am Webstuhl, als Haushälterin und Gärtnerin trug sie zum Unterhalt der Familie bei. Sie besuchte Arme sowie Kranke und ermahnte Priester zu einem geistlichen Leben. Nachdem sie 1617 im Alter von nur 31 Jahren verstarb, wurde sie unter breiter Teilnahme der Bevölkerung in der Kirche des Predigerordens beigesetzt. Das von ihr angeregte, erste kontemplative Kloster Südamerikas wurde 1623 errichtet. Kurz danach wurde der Prozess zu ihrer Heiligsprechung eingeleitet. Ihre Verehrung führte zu ihrer Ernennung als Patronin Perus im Jahr 1669 und zwei Jahre später zu ihrer Erhebung als erste Heilige Südamerikas. Angerufen wird sie bei Verletzungen, Ausschlag, Entbindungen und Familienstreitigkeiten. Papst Innozenz XI. (1611-89) würdigte ihr Leben mit den Worten: „Es gab wahrscheinlich in Amerika keinen Missionar, der mit seinen Predigten mehr Bekehrungen erreicht hätte als Rosa von Lima durch ihre Gebete und Bußübungen“.

Norbert Schmeiser, Mitglied der Fraternität Jordan von Sachsen in Freiburg

Der Text ist zuerst erschienen im Konradsblatt 12.8.2018 (102. Jahrgang) Nr. 33-34, S. 21.

Bild: gemeinfrei

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Versprechen und Aufnahme am Dominikusfest

Am vergangenen Sonntag feierten die Nonnen vom Kloster Heilig Kreuz in Regensburg zusammen mit der dort ansässigen Laienfraternität das Dominikusfest. Festzelebrant und Prediger war der Prior des Wiener Dominikanerkonvents P. Günther Reitzi OP

Während der Vesper konnte die Provinzpräsidentin der dominikanischen Laien das Versprechen auf Lebenszeit von Herrn Ludwig Thomas Gauderer OP, Leiter der Gruppe in Regensburg und Mitglied des Präsidiums, entgegennehmen. Wir gratulieren ihm herzlich dazu!

Eine große Freude war es auch, dass die Gruppe die erste Aufnahme einer Novizin seit 5 Jahren feiern durfte. Die Novizin, die diesen Tag der Aufnahme lange herbei gesehnt hatte, wählte, um ihrer Freude Ausdruck zu geben, den Ordensnamen „ Maria Laetitia“. Auch ihr wünschen wir Gottes Begleitung auf ihrem weiteren Weg im Orden.

An dieser Stelle möchten wir den Dominikanerinnen vom Kloster Heilig Kreuz für ihre langjährige und sehr treue geistliche Begleitung der Gruppe in Regensburg danken! Vergelt es Gott!

(Beitrag von Melanie Delpech)


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Heiliger Vater Dominikus

Am 8. August gedenkt der Predigerorden seines Gründers, des hl. Dominikus von Guzman. Vor einigen Jahren hat ihm Papst Benedikt XVI eine Katechese gewidmet, von der wir zum heutigen Fest einen kurzen Auszug wiedergeben.

„Vorigen Mittwoch habe ich über den heiligen Franz von Assisi gesprochen, heute will ich die Katechese einem seiner Zeitgenossen widmen, der ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Erneuerung der Kirche im 13. Jahrhundert und darüber hinaus geleistet hat. Es ist der heilige Dominikus, der Gründer des Prediger- oder Dominikanerordens. Sein Biograph Jordan von Sachsen berichtet, daß sich der Heilige dadurch auszeichnete, daß er immer mit Gott oder über Gott sprach, daß Gott Mittelpunkt seines Denkens und Sprechens war. Seine Liebe und Verehrung galt Christus, und diese Liebe öffnete ihm das Herz für die Mitmenschen und für alles, was sie brauchen, besonders auch für das Heil der Seelen. Dominikus entstammte einer angesehenen kastilianischen Familie und wurde um 1170 in Caleruega geboren. Nach dem Studium an der Domschule in Palencia wurde er mit 25 Jahren Kanoniker am Domstift zu Osma. Auf verschiedenen Reisen mit seinem Bischof begegnete er den Albigensern, einer asketischen Gemeinschaft, die den Ausschweifungen ihrer Zeit, besonders auch des Klerus, ein Leben in Armut und Entsagung gegenüberstellten und dadurch attraktiv und glaubwürdig waren. Aber sie verfolgten zugleich ein dualistisches Weltbild, nach dem es zwei Prinzipien, nicht einen Gott, sondern zwei Prinzipien gibt: ein gutes und ein böses, und die Materie dem bösen Prinzip entspringt, so daß sie die Inkarnation, die Fleischwerdung Gottes ebenso wie die Auferstehung und die Sakramente ablehnen mußten. Dominikus setzte dieser Irrlehre die Wahrheit des Evangeliums entgegen, teilte aber mit ihnen den Mut zur Armut und Einfachheit sowie eine evangeliumsgemäße Lebensweise, so daß Wort und Leben übereinstimmten. Viele schlossen sich ihm an, wie er in der Nachfolge der Apostel wandernd umherzog und von Almosen lebte. Wichtig war ihm aber auch das Studium. Er wußte, daß der Glaube nicht nur Sentimentalität, sondern eine Sache des ganzen Menschen ist, daß zu ihm die Vernunft gehört. Deswegen hat er auch nachdrücklich zum Studium der Heiligen Schrift und zu ihrem inneren Verständnis als Grundlage für das Apostolat aufgerufen. Und so hat er auch seine Brüder an die Universitäten geschickt. Er wollte die Schönheit der Wahrheit, die von Gott kommt, immer neu betrachten und das Betrachtete den Menschen vermitteln. Damit das Apostolat gelingt, baute er außerdem auf zwei wichtige Säulen: die tiefe Liebe zur Muttergottes und das Gebet füreinander. Auf diese Weise haben die Söhne und Töchter des heiligen Dominikus den Glauben in Europa erneuert und ihn als Missionare in die ganze Welt gebracht.“

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Stoff und Geist: Zeit und Ewigkeit

 

Bis zum 7. Juli fand anlässlich seiner 750-Jahrfeier im katholischen Münster St. Paul in Esslingen eine Ausstellung zum Thema „ Stoff und Geist: Zeit und Ewigkeit“ statt, die wertvolle Einblicke in die Geschichte dieser wahrscheinlich ältesten Kirche des Predigerordens in Deutschland ermöglichte. Die Kirche wurde 1268 durch Albertus Magnus geweiht.

In Rahmen dieser „kleinen aber feinen“ Ausstellung gab es verschiedene Veranstaltungen, die die Begegnung mit Dominikanern und Dominikanerinnen ermöglichen sollten. Als letzte in der Reihe wurde Frau Melanie Delpech OP, Präsidentin der Dominikanischen Laiengemeinschaften unserer Provinz dazu eingeladen, über das Thema „ Die Dominikanischen Laiengemeinschaften im 21. Jahrhundert – wozu?“ zu sprechen.

Erfreulicherweise kamen ca 20 sehr am Thema interessierte Zuhörer zusammen und stellten sehr viele Fragen. Es entwickelte sich ein sehr reger Austausch. Offensichtlich besteht ein großes Interesse an der Dominikanischen Spiritualität, auch an Orten, wo es keinen Dominikanerkonvent mehr gibt.

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