Die Dominikanische Laiengemeinschaft im Corona-Lock-down Freiburg

Vor St. Martin am Rathauslatz – der Ordnerdienst ruht sich aus Bild: Melanie Delpech

Unserer Fraternität hat sich zum letzten Mal am 22. Februar hier in Freiburg getroffen. Da war Corona nur eine ferne Bedrohung. Eigentlich hätten wir am 28. März eine General-Versammlung mit Neuwahlen abhalten sollen. Aber innerhalb von vier Wochen änderte sich das Leben für uns alle so radikal, dass an eine General-Versammlung  nicht mehr zu denken war, zumal auch nicht erlaubt!  Gemeinschaftsleben zu erliegen gekommen? Sowieso sind wir eine über ein weites Gebiet verstreute  Gemeinschaft; von Leipzig im Norden bis Waldshut an der Grenze der Schweiz. Gemeinsam Treffen ist schon immer eine logistische Herausforderung gewesen.

Schöne Erfahrungen waren für uns in dieser Zeit die wöchentlichen Berichte der Geschwister per E-Mail. So hörten wir voneinander und manchmal konnten wir sogar eine helfende Hand in der Not erfahren. So z.B. als ich überraschend per Post 5 Packungen Trockenhefe von einem Mitglied bekam, nachdem ich geklagt hatte, dass Hefe im Laden nicht mehr zu bekommen sei. Zum Glück musste er nicht Klopapier per Post liefern (Hefe zu bekommen, scheint immer noch problematisch zu sein!) Von einander regelmäßig zu lesen, trug uns ein stückweit über den Lockdown hindurch. Ob unser Versuch zur gleichen Zeit das Stundengebet zu beten von Erfolg gekrönt wurde, lässt sich allerdings bezweifeln!

Nun hat sich unser Situation etwas verbessert. Diejenigen, die in und um Freiburg leben, können auf dem Rathausplatz bei St. Martin vor, nach und zwischen Ordnerdiensten beim Kaffee trinken gesichtet werden (ich kann allmählich keine Kirchenbank mehr sehen und meine Hände waren noch nie so sauber wie nun jetzt). Selbstverständlich tragen wir alle unseren Mundschutz (siehe Bild). Niemand will Ursache eines möglichen kirchlichen Corona-Hotspots werden! Ich finde es persönlich eine riesige Herausforderung, eine Verbeugung vorm Altar mit Würde hinzukriegen, wenn ich in Besitz eines Putzeimers bin! 

Dazu hat der Noviziatsunterricht wieder begonnen und kleine lokale Treffen sind auch wieder möglich– Zimmer gut gelüftet und: Achtung wegen Abstand! Wir hoffen, dass wir weiterhin in kleinen Schritten wieder zu mehr Gemeinschaftsleben zurück kommen können. Die General-Versammlung wird nun Ende September stattfinden – so es denn die Corona-Lage ermöglicht. Sonst wird womöglich gezoomt! Hoffentlich nicht! 

Frau Melanie Delpech OP

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Das Reich Gottes im Blick haben

Bild: www.pixabay.com

In Johannes dem Täufer begegnet uns eine sperrige Figur. In der Wüste hat er gelebt, Kamelhaare soll er getragen und wilden Honig gegessen haben. Allem voraus gehen ungewöhnliche Ereignisse um seine  Geburt. Wer ist dieser Mensch, dessen Geburt die Kirche am 24. Juni gedenkt? 

Johannes ist mit Maria, der Mutter Jesu, der einzige Heilige, dessen leibliche Geburt in der Liturgie gefeiert wird. Seit dem 5. Jahrhundert wird dies getan und genau sechs Monate vor der Geburt Jesu. Wie oft in der Bibel wird die Geburt einer besonderen Person von ungewöhnlichen Ereignissen umgeben. Johannes Geburt wird seinem Vater Zacharias im Jerusalemer Tempel durch einen Engel angekündigt. Er und seine Frau Elisabet waren kinderlos und eigentlich schon zu alt, um noch Kinder bekommen zu können. Ihr Wunsch wird erfüllt und der Engel erzählt ihm, dass sein Sohn sogar eine besondere Aufgabe von Gott erhalten wird: Johannes werde vom Heiligen Geist erfüllt werden und solle das Volk Israel auf das Kommen Gottes vorbereiten (Lk 1,17). Johannes soll er heißen, teilt ihm der Engel auch noch mit. Dann ist das Ereignis vorbei und Zacharias verliert seine Stimme. 

Nach der Geburt geben Zacharias und Elisabet gegen die damalige Tradition und nach der Verheißung des Engels ihrem Kind den Namen Johannes. Normalerweise hätte er den Namen seines Vaters erhalten. Und dann geschieht ein Wunder: Zacharias kann wieder sprechen. Die Anwesenden staunten und bereits damals fragte man sich im Bergland von Judäa, was dieses Wunder zu bedeuten habe und was aus diesem Johannes einmal wohl werden würde. 

Johannes wird später der Beiname „der Täufer“ gegeben. In der Wüste tauft er diejenigen, die ihr Leben neu auf Gott ausrichten wollen. Sie hat er mit seinen Predigten über Gott und seine Herrschaft begeistert und damit zur „Umkehr“ gerufen. Aber er wird auch nicht müde, zu betonen, dass er nur den Weg von Jemanden bereitet, der noch kommen wird: der Messias, Jesus Christus. 

Deshalb wird er auch der wieder gekommene Elia genannt. Dieser war nach Erzählungen aus dem Alten Testament leiblich, also ohne zu Sterben, in den Himmel entrückt worden. Er würde eines Tages wieder auf die Erde zurückkommen, um dann die Ankunft Gottes vorzubereiten (Mal 3,23f). Jesus lässt sich auch von Johannes taufen und bei diesem Ereignis wird den Anwesenden auch mitgeteilt, dass Jesus besagter Messias ist. 

Doch was war an Johannes neben all diesen Erzählungen besonders? Können wir etwas von ihm für die heutigen Herausforderungen in unserer Zeit lernen? Jesus bringt dies im Lukasevangelium sehr gut auf den Punkt: Diejenigen, die zum Reich Gottes gehören, brauchen nicht nur auf ihre eigenen Fähigkeiten zu bauen, denn sie werden auch von Gott für ihren Auftrag befähigt. 

Herr T. Zimmermann OP 

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Eine dominikanische Gruppe im Aufbau – Wettenhausen im Kammeltal

Die Gruppe während einer Gebetszeit. Bild: Horst Waibel

In Wettenhausen im Kammeltal, ca. 50 km westlich von Augsburg, treffen sich seit Mai 2018 Interessierte für die dominikanische Laiengemeinschaft. Den Status Gruppe im Aufbau haben wir seit 03.07.2019. Als Ordensassistentin fungiert Sr. Dr. M. Theresia Mende OP, Moderator der Gruppe ist Herr Horst Waibel OP.

Die Gruppe besteht zurzeit aus zwei Mitgliedern mit ewigen Versprechen und einer Novizin. Ferner nehmen an den Treffen noch vier Personen im Postulat und vier bis fünf weitere Interessierte teil. Die Personen, die zu unseren Treffen kommen, stammen aus dem ganzen Bistum Augsburg bzw. Rottenburg-Stuttgart. Sie haben teilweise eine Anfahrtsstrecke von über 90 Minuten. Es zeugt deshalb von großem Interesse, dass diese Personen den weiten Weg immer auf sich nehmen.

Dominikanerinnenkloster Maria Medingen – Bild: Horst Waibel

Die Treffen finden immer an einem Sonntagnachmittag statt und beginnen um 15.00 Uhr. Bei einer kurzen Kaffeepause kommen wir ins Gespräch. Danach behandeln wir verschiedene Themen, wie z. B. den Brief des Papstes an das deutsche Volk, die Neuevangelisierung, die Teilnahme an Kongressen (z. B. Adoratio in Altötting), die Vorbereitung von Glaubenskursen durch das bischöfliche Institut für Neuevangelisierung.

Dominikanerinnenkloster Maria Medingen – Bild: Horst Waibel

Einmal im Jahr versuchen wir einen gemeinsamen Ausflug zu unternehmen. Unser letztes Ziel war hier das ehemalige Dominikanerinnenkloster Maria Medingen mit dem Grab der sel. Margarete Ebner OP. Das Kloster wird zwischenzeitlich von den Dillinger Franziskanerinnen betreut. Diese haben uns auch Zutritt zu den internen Räumen ermöglicht und uns eine sehr fundierte Führung gehalten. Das ganze Kloster zeugt von einer dominikanischen Prägung, wie die Bilder zeigen.

Dominikanerinnenkloster Maria Medingen – Bild: Horst Waibel

Durch die Corona-Krise fanden seit März bis Juni 2020 keine Treffen mehr statt, da der Konvent der Dominikanerinnen in Wettenhausen keine auswärtigen Besucher empfängt. Unser nächstes Treffen werden wir im Ende Juni 2020 haben.

Zwischenzeitlich versuchen wir durch Rundmails und Telefongespräche miteinander in Verbindung zu bleiben.

Wer Interesse an der Gruppe im Aufbau in Wettenhausen hat, kann sich gerne an das Kloster oder an mich wenden.

Herr Horst Waibel OP

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Herz Jesu-Fest – einfach nur Kitsch?

Bild: www.pixabay.com

Das Herz-Jesu-Fest und damit grundsätzlich die Herz-Jesu-Verehrung scheint zuweilen eine kitschig-lieblich bis magisch-sentimentale Frömmigkeitsform eines bestimmten Katholikenkreises zu sein – wohl aber nicht die der Mehrzahl der Gläubigen. Warum aber gibt es dann ein offizielles kirchliches Hochfest zu Ehren dieses Aspektes im Leben Jesu Christi?

Das Hochfest des heiligsten Herzen Jesu ist, wie auch Fronleichnam, ein Ideenfest, welches eine Glaubenswahrheit oder einen besonderen Gesichtspunkt christlicher Frömmigkeit in den Blick nimmt statt eines Heilsereignisses. Das Fest wurde 1856 von Papst Pius IX eingeführt, nachdem die Herz-Jesu Frömmigkeit bereits im Hoch- und Spätmittelalter ausgeprägt war. Hierbei seien nur einige Heilige zu nennen, von denen dies bekannt ist: Bernhard von Clairvaux, Albertus Magnus, Bonaventura, aber auch die deutsche Mystikerschule mit Meister Eckart, Johannes Tauler oder Heinrich Seuse. Später nahm sich der Jesuitenorden der besonderen Verbreitung dieser Andachtsform an, welche aber vor allem durch die Visionen der französischen Ordensfrau Maria Margarete Alacoque im 17. Jahrhundert enormen Aufschwung gewann. Die Ordensfrau überlieferte diverse Verheißungen und Botschaften im Zusammenhang mit der Herz-Jesu Verehrung. 

Jenseits der Privatoffenbarung der Ordensfrau ist das wichtigste und wesentliche am Fest, dass das Christentum einen Gott verehrt, der ein Herz hat. Gott hat in Christus offenbart, dass er ein Herz für die Menschen hat, dass sein Herz für das Heil der Seelen schlägt, dass er Mitleid hat, also nicht „herzlos“ ist, sondern barm-herz-ig (misericoridas). Schon die Bibel berichtet, dass das Herz des Gottessohnes am Kreuz durchstochen wurde (Joh 19,34) und damit wortwörtlich ein offenes Herz für Gott und Mensch war. Papst Pius XII. beschrieb in seiner Enzyklika Haurietatis aquas, anlässlich des 100. Jahrestages der Einführung des Festes, dass der Sinn der Verehrung darin liegt „daß sein Herz, mehr als alle übrigen Glieder seines Leibes, ein natürliches Zeichen oder Sinnbild seiner unermeßlichen Liebe zum Menschengeschlecht ist“ (HA I). Dieses, sein Herz, war bereit sich verwunden zu lassen und trotzdem nicht zu lieben aufzuhören. So wird im Betrachten und Verweilen an der Brust Jesu, sein Herz (Joh 13,23) auch für uns ein Lernort Gott und den Nächsten zu lieben. 

Pius XII fasst das so zusammen, dass „die Verehrung des heiligsten Herzens Jesu dem Wesen der Sache nach der Kult der Liebe ist, mit der Gott uns durch Jesus geliebt hat, und zugleich die Übung unserer Liebe zu Gott und den übrigen Menschen“ (HA IV).

Frau Clara Born OP

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Systemrelevanz der Sakramente? Ein Artikel von Marianne Schlosser

Die Universitätsprofessorin Marianne Schlosser an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien hat einen interessanten Artikel in zwei Teilen über die Systemrelevanz der Sakramente geschrieben. Der Artikel kann mit folgenden Links aufgerufen werden:

https://de.catholicnewsagency.com/article/sakramente-in-zeiten-von-corona-0941
https://de.catholicnewsagency.com/article/sakramente-in-zeiten-von-corona-teil-12-0942

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Fronleichnam – Ursprung und Bedeutung eines Festes

Bild: Eucharistiefeier, Quelle: www.pixabay.com

Schon der Name dieses Festes scheint zu irritieren. Die deutsche Sprache unterscheidet sehr explizit zwischen Körper und Leib. Da im deutschen Sprachgebrauch das Wort Leichnam einen toten, gegenständlichen Körper ausmacht, wohingegen der beseelte, lebendige Körper als Leib bezeichnet wird, verwundert diese Bezeichnung. Schließlich feiern wir in der Eucharistie den lebendig-gegenwärtigen Herrn. Das ist auch der Grund, warum es im deutschen etwa „Leib Christi“ und nicht „Körper Christi“ heißt.

In vielen Ländern ist das Fest unter dem lat. Namen „Corpus Domini“ bekannt, welches so viel wie „Leib des Herrn“ heißt. Das mittelhochdeutsche Wort fron/vron bedeutet „Herr“und Leichnam darf in diesem Kontext getrost als Leib verstanden werden. Die Entstehung des Festes ist im Zusammenhang mit der ausgeprägten Schaufrömmigkeit des Mittelalters zu sehen, welche besonderen Wert auf Anschauen der Hostie legte (z.B. bei der Elevation). Auch der religiöse Kreis um die Mystikerin Juliana von Lüttich trug zum Entstehen des Festes bei. In diesem Kontext ist auch die Mondvision Julianas verortet, bei der sie auf einem Vollmond eine dunkle Stelle sah, als Zeichen für das Fehlen eines eigenen Festes zur Verehrung der Eucharistie. 1229 erzählte sie ihrem Beichtvater davon, der 1264 als Papst Urban IV das Fest für die Gesamtkirche vorschrieb. Dabei hatte er den bis heute geltenden Termin, den Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag, festgelegt. Die Rolle des Thomas von Aquin bei der Entstehung des Messformulars ist umstritten, dennoch sind die Orationen „mindestens inspiriert durch die Summa Theologica (III q.73, c.4).“ (Hansjörg Auf der Maur, Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenschaft. (Teil 5, Feiern im Rhythmus der Zeit I. Herrenfeste in Woche und Jahr), Regensburg 1983, 202). Die heute gängigen Prozessionen sind noch nicht in der Bulle von Papst Urban erwähnt und entwickelten sich wohl unabhängig an verschiedenen Orten im 14. Jhd. Im 17. Jhd. wurden die Prozessionen dann in die offiziell-liturgischenBücher integriert. Dabei prägten vor allem um die Zeit der Reformation auch demonstrative und polemische Beweggründe die prächtigen, teils triumphalen Prozessionen mit. Spätestens seit dem 2.Weltkrieg ist die Verzweckung des Festes zugunsten eines konfessionalistischen-katholischenTriumphalismus weitestgehend verschwunden.

Theologisch lässt sich das Fest zu den sogenannten „Ideenfesten“ rechnen, die eine erkannte Wahrheit feiern. Somit knüpft Fronleichnam an den vorangegangenen Dreifaltigkeitssonntag an. Im Grunde ist das Fronleichnamsfest eine erneute Feier des Gründonnerstages, allerdings nicht unter dem Aspekt der Passion, sondern mit starkem Fokus auf das Geschenk des Herrn in der Eucharistie.In der mittelalterlichen Eucharistiefrömmigkeit fand die Verehrung der Eucharistie zunächst und bevorzugt unabhängig von der Messfeier statt und so ersetze vielfach das Schauen und Anbeten der Hostie den eucharistischen Kommunionempfang.

Da das Fest aus dieser Tradition hervorgegangen ist, muss es heute immer in Verbindung mit der Messfeier und nicht als von ihr isoliertes Geschehen verstanden werden.

Frau Clara Born OP

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Priesterweihe von fr. Adam Rokosz in der Dominikanerkirche Sankt Paulus Berlin

Durch Handauflegung und Gebet wird Dr. Matthias Heinrich, Weihbischof von Berlin, unseren Mitbruder fr. Adam Rokosz OP

am Samstag, dem 27. Juni 2020, um 14.30 Uhr in der Dominikanerkirche St. Paulus in Berlin 

zum Priester weihen.

Angesichts der derzeitigen Lage wird die Feier nur in kleinerem Rahmen stattfinden können. Wir danken für Ihr Verständnis und bitten Sie um Ihr Gebet für unseren Weihekandidaten.

fr. Thomas G. Brogl OP, Provinzial der Dominikanerprovinz vom Hl. Albert in Süddeutschland und Österreich und fr. Michael M. Dillmann OP Prior des Dominikanerkonvents Sankt Paulus

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Kommentar zu Corona-Demos

Viele Christen machen sich derzeit Sorgen um den Kirchgang angesichts von Corona. Wer Gottes-und Nächstenliebe wie Jesus als Einheit begreift, wirft den Blick über den eigenen Tellerrand und sieht, dass auf bisherigen Corona-Demos von einigen Teilnehmer/innen der Schild Davids (Davidstern) getragen wurde; damit setzen diese Personen ihre Lage in einem demokratischen Rechtsstaat mit der von Jüdinnen und Juden gleich, die einen gelben Stern vom 1.9.1941 bis zum 8.5.1945 zwecks Stigmatisierung tragen mussten und die damit schutzlos vor willkürlichen Übergriffen (Bespucken, verbale Demütigungen, Diebstahl, Festnahmen etc.) waren. Auf diese Weise wurde das für das Judentum bedeutsame Symbol im Zuge der schrittweisen Diskriminierung bewusst missbraucht. Der Schild Davids wurde zugleich zu einem der Symbole des millionenfachen Mordes an jüdischen Menschen. Es ist die soziale Verantwortung von Christgläubigen, heute zu sagen: Wer sich dieses Symbol jetzt zu Nutze macht, instrumentalisiert das Leiden der Ermordeten wie Überlebenden der Shoah für die eigenen Zwecke. Die eigene Meinung kann jede und jeder frei äußern, ohne dies auf eine Art zu tun, die von Betroffenen als Verharmlosung des Genozids empfunden wird. 

Ein Kommentar von Herrn Norbert Schmeiser OP

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Neuer Termin für Studienwochenende 2021

Das Studienwochenende 2021 wird vom 15. – 17. Oktober in Leipzig stattfinden. Referent wird Duncan MacLaren (Laiendominikaner und Mitglied der Internationalen dominikanischen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden (IDCJP)) sein.

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Maria – eine Blaupause für das Christsein

Bild: Restaurierung eines Marienmosaiks – Peter Weidemann, pfarrbriefservice.de

Der christliche Glaube braucht Konkretion. Viele Dinge, die unser Christsein und den Glauben ausmachen, wurden von Heiligen und Seligen Menschen auf Grundlage der Bibel und der Tradition der Kirche vorgelebt. An ihnen können wir uns in Zeiten der Ungewissheit orientieren. Dieser Tage beginnt der Marienmonat Mai. Er stellt uns Maria als eine der bedeutendsten Begleiterinnen des Sohnes Gottes vor. Was können wir von Maria für unser Leben lernen?

Maria war eine Frau aus dem Volke, so wird es in einem Kirchenlied gesungen. Wie wir musste sie den Pilgerweg des Glaubens gehen. Wenn man das Alte und das Neue Testament liest, fällt auf, dass Maria in der Reihe von alttestamentlichen Prophetinnen gesehen werden kann. Bei der Verkündigung der Geburt Jesu wird sie vom Engel als Repräsentantin Israels angesprochen („Tochter Zion“ – Zef 3,14-17) und in ihrer Lebensführung nimmt sie die Seligpreisungen aus dem Neuen Testament vorweg (Mt 5, 3-11). Doch das „stieg ihr nicht zu Kopf“, sie blieb bodenständig und mit der Wirklichkeit der Welt vertraut. 

Maria weicht auch nicht von der Stelle Jesu, als dieser stirbt (Joh 19, 25-27). Sie ist seine Mutter und geht jedes Wegstück des Lebens Jesu mit. Vom Kreuz herab vertraut Jesus seine Mutter dem Lieblingsjünger Johannes an, der in diesem Bibeltext symbolisch für alle Menschen steht. Maria ist nicht nur Mutter Gottes, sondern wird damit auch Mutter aller Christen, die in der Kirche leben. Sie ist ansprechbar für die Nöte und Sorgen der Menschen und treu zu Gott. Auch in den schweren Stunden weicht sie nicht von der Stelle Jesu. 

Maria ist zudem nicht nur etwas für Katholiken. Martin Luther liefert 1521 in seiner Auslegung des Magnifikats ein gutes Beispiel von dem, was evangelische und reformatorische Lehre ausmacht: allein aus Gnade und allein aus Glaube wird Maria von Gott ausgewählt. Im freien Gehorsam und Glauben lässt sie sich auf Gott ein. Sie verweist immer auf Jesus Christus als den Heiland und Erlöser (Joh 2,5). Ihre Beziehung zu Jesus ist beispielhaft. 

In Maria begegnet uns eine Person der Bibel und der kirchlichen Tradition, die Helferin für die Menschen und Vorbild des Christen sein kann. Ihr Leben zeigt, wie der Glaube an Jesus Christus Farbe und Gestalt gewinnt: Bodenständig, hilfsbereit, realitätsnah, mit der Welt vertraut, treu und offen für Gott. 

Herr T. Zimmermann OP

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