Christus, der Gärtner

Maria Magdalena begegnet dem auferstandenen Christus; Chorschrankenrelief Notre Dame de Paris

Die Lerche stieg am Ostermorgen
empor ins klarste Luftgebiet
und schmettert‘ hoch im Blau verborgen
ein freudig Auferstehungslied.
Und wie sie schmetterte, da klangen
es tausend Stimmen nach im Feld:
Wach auf, das Alte ist vergangen,
wach auf, du froh verjüngte Welt!

Wacht auf und rauscht durchs Tal,
ihr Bronnen,
und lobt den Herrn mit frohem Schall!
Wacht auf im Frühlingsglanz der Sonnen,
ihr grünen Halm‘ und Läuber all!
Ihr Veilchen in den Waldesgründen,
ihr Primeln weiß, ihr Blüten rot,
ihr sollt es alle mit verkünden:
Die Lieb ist stärker als der Tod.

Wacht auf, ihr trägen Menschenherzen,
die ihr im Winterschlafe säumt,
in dumpfen Lüften, dumpfen Schmerzen
ein gottentfremdet Dasein träumt.
Die Kraft des Herrn weht durch die Lande
wie Jugendhauch, o laßt sie ein!
Zerreißt wie Simson eure Bande,
und wie die Adler sollt ihr sein.

Wacht auf, ihr Geister, deren Sehnen
gebrochen an den Gräbern steht,
ihr trüben Augen, die vor Tränen
ihr nicht des Frühlings Blüten seht,
ihr Grübler, die ihr fern verloren
traumwandelnd irrt auf wüster Bahn,
wacht auf! Die Welt ist neugeboren,
hier ist ein Wunder, nehmt es an!

Ihr sollt euch all des Heiles freuen,
das über euch ergossen ward!
Es ist ein inniges Erneuen,
im Bild des Frühlings offenbart.
Was dürr war, grünt im Wehn der Lüfte,
jung wird das Alte fern und nah.
Der Odem Gottes sprengt die Grüfte –
wacht auf! Der Ostertag ist da.

Emanuel Geibel

(1815 – 1884), deutscher Lyriker und Dramatiker

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Der Abstieg des Herrn in die Welt des Todes

Grablegung Christi; Pfarrkirche Notre Dame in Poissy

Aus einer Homilie am großen und heiligen Sabbat

Epiphanius (+535) zugeschrieben

Was ist das? Tiefes Schweigen herrscht heute auf der Erde, tiefes Schweigen und Einsamkeit. Tiefes Schweigen, weil der König ruht. „Furcht packt die Erde, und sie verstummt“ (Ps 76,9), weil Gott – als Mensch – in Schlaf gesunken ist und Menschen auferweckt hat, die seit unvordenklicher Zeit schlafen. Gott ist – als Mensch – gestorben, und die Unterwelt erbebt. Gott ist für kurze Zeit in Schlaf gesunken und hat die in der Welt des Todes auferweckt (vgl. Mt 27,52). 
Er geht auf der Suche nach dem erstgeschaffenen Menschen wie nach dem verlorenen Schaf (vgl. Luk 15,3ff). Besuchen will er, „die völlig in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes“ (Lk 1,79). Er kommt, um den gefangenen Adam und die mitgefangene Eva von ihren Schmerzen zu erlösen, er, zugleich Gott und der Eva Sohn (vgl. Gen 3,15). 
Er fasst Adam bei der Hand, hebt ihn auf und spricht: „Wach auf, Schläfer, und steh auf von den Toten, und Christus wird dein Licht sein!“ (Eph 5,14) Ich habe dich nicht geschaffen, damit du im Gefängnis der Unterwelt festgehalten wirst. „Steh auf von den Toten!“ Ich bin das Leben der Toten. Steh auf, mein Geschöpf, steh auf, meine Gestalt, nach meinem Abbild geschaffen! Erhebe dich, lass uns weggehen von hier! Du bist in mir und ich in dir (vgl. Joh 17, 21.23), wir sind eine unteilbare Person. Deinetwegen wurde ich dein Sohn, ich, dein Gott. Für dich nahm ich, der Herr, deine Knechtsgestalt an. Für dich kam ich auf die Erde und unter die Erde, ich, der über den Himmeln thront. Für dich, den Menschen, bin ich ein Mensch geworden „ohne Hilfe, frei unter den Toten“ (Ps 88, 5.6 (LXX)). Du wurdest vom Garten ausgestoßen, ich wurde vom Garten aus den Juden überliefert und in einem Garten begraben. 
Sieh den Speichel in meinem Gesicht! Deinetwegen ließ ich es geschehen, um dir den Anhauch des Ursprungs wiederzugeben (Gen 2,7). Sieh die Backenstreiche, die ich empfing, um deine verderbte Gestalt nach meinem Bild wiederherzustellen. 
Sieh die Spur der Geißelhiebe auf meinem Rücken, die ich mir gefallen ließ, um deine Sünden zu vernichten, die auf deinem Rücken lasten. Sieh meine Hände, die so glückverheißend mit Nägeln an das Kreuz geheftet sind, deinetwegen: denn du strecktest (einst) zu deinem Unglück deine Hände aus nach dem Holz. Ich entschlief am Kreuz, und die Lanze durchbohrte meine Seite, für dich, denn im Paradies fielst du in Schlaf und brachtest aus deiner Seite Eva hervor. Meine Seite heilte die Wunden deiner Seite. Mein Schlaf wird dich aus dem Schlaf der Totenwelt herausführen.

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Kreuze ohne das Kreuz

Foto : Die Mutter Christi hält ihren toten Sohn in den Armen. Kreuz und Pietà in der vom Feuer verwüsteten Kathedrale Notre Dame de Paris

Das Kreuz Christi lässt sich in seiner Wirkkraft mit dem eizenkorn vergleichen, das in die Erde gesenkt wurde und seine hundert- und tausendfältige Frucht bringt. Darum ist nicht ein Buch oder ein Manifest das Zeichen des Christentums, sondern eben das Kreuz; man versteht nur zu gut, wenn dieses Zeichen den einen eine Torheit, den anderen ein Ärgernis bedeutet; den Jüngern des Herrn aber gilt es als Zeichen des Heils. Im Kreuz Christi – und allein in ihm liegt – auch der Sinn all der anderen Kreuze, aller menschlichen Leiden beschlossen.

Reinhold Schneider, der wie kaum ein anderer von den Widersprüchen und dem Unheimlichen in der Geschichte getroffen war, berichtet von einer Begebenheit in Flandern im Jahr 1566: „Mit einem Hass, der im tiefsten Grunde rätselhaft bleibt, wandten sich die aufgewühlten Volksmassen gegen die herrlichen alten Kirchen des Landes“. Es geschah in einer Kirche, dass sich die Anführer an einer mächtigen alten Kreuzigungsgruppe vergriffen und das mittlere Kreuz umstürzten, während sie die Kreuze der Schächer stehen ließen. „So entstand dieses Sinnbild, das der Menschengeist vielleicht nicht hätte ersinnen können: die Schächer ohne den Herrn. Eine furchtbare Lücke klaffte zwischen den beiden Kreuzen … die Kreuze standen in einer grundlosen Nacht, im reinen Nichts“. Was für ein Zeichen! Wo immer das Kreuz Christi beseitigt wird, da bleiben die Kreuze der Schächer übrig, da werden die Kreuze der Räuber zum neuen Zeichen – und es gibt keine Hoffnung mehr, weil es keine Verheißung mehr gibt, wie sie Christus am Kreuz ausgesprochen hat: „Amen ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein“ (Lk 23, 43).

Aus: Georg Moser ( 1975-1988 Bischof von Rottenburg-Stuttgart): Täglich Grund zur Hoffnung, Herder 1993.

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Das Wort vom Weizenkorn

Letztes Abendmahl und Todesangst Christi im Garten Gethsemane, Chorrelief Notre Dame de Paris

Das Wort Jesu vom Weizenkorn, das in die Erde fällt und stirbt, wenn es aber stirbt, reiche Frucht bringt – dieses Wort erhält seine eigentliche Bildkraft von Ostern her: Jesus selbst ist das Weizenkorn, er gibt sein Leben für die Vielen. Aus dieser Hingabe bricht neues Leben auf, reift junges Korn, wird Brot in den Händen von vielen, Brot für das Leben der Welt.

Das Wort vom Weizenkorn ist auch zum geheimnisvollen Gesetz des wahren Lebens der Kirche geworden. Sie weiß sich einbezogen in das Leiden und Sterben ihres Herrn und Meisters . Nachfolge Jesu heißt Nachfolge in der Übernahme des Kreuzes. Auch erkennt sich heute die Kirche wieder als eine Kirche der Märtyrer. Wir dürfen darum nicht – auf den weichen Polstern, auf denen wir sitzen – die vielen vergessen, die um ihres Glaubens willen in den Gefängnissen leiden, die vor ihren Herodes, ihren Kajaphas, ihren Pilatus geschleppt werden oder auf andere Weise in ihren Menschenrechten behindert sind. Die Kirche nennt sie ihre edelsten Glieder, sie, für die das Kreuz kein bloßer Schmuck im Wohnzimmer oder am Hals bedeutet, vielmehr raue, schmerzhafte Wirklichkeit.

Aus dem Kreuz Christi ist die Kirche hervorgegangen, unter dem Kreuz ist sie gewachsen, im Kreuz liegt auch heute ihre Hoffnung. Die einzige Hoffnung, die in dieser Welt von Blut und Tränen überhaupt noch Bestand hat, beruht darauf, dass Gottes Liebe stärker ist als die Bosheit der Menschen und als das Leid das sie erdulden.

Aus: Georg Moser ( 1975-1988 Bischof von Rottenburg-Stuttgart): Täglich Grund zur Hoffnung, Herder 1993.

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Verkündigung des Herrn

Henry Ossawa Tanne (1859-1937): The Annunciation

Katharina von Siena:

Aus den Gebeten.

Gott klopft an die Tür des Willens Mariae

Du, o Maria, bist zum Buch geworden, in dem heute unsere Lebensregel aufgeschrieben worden ist. Heute ist in dir die Weisheit des ewigen Vaters eingetragen worden, heute offenbart sich in dir die Würde, Stärke und Freiheit des Menschen.

Wenn ich deinen großen Ratschluss erwäge, ewige Dreieinigkeit, sehe ich, das du in deinem Licht die Würde und den Adel des Menschengeschlechtes erblickt hast. Dieselbe Liebe, die dich zwang, den Menschen aus dir hervorzuziehen, drängte dich darum auch, dich zu erlösen, als er verloren war. Dass du den Menschen bereits liebtest, noch ehe er war, hast du trefflich dargetan, als du ihn allein der Liebe wegen aus dir hervorziehen wolltest. Noch größere Liebe hast du ihm erwiesen, als du dich selbst ihm schenktest, indem du am heutigen Tag dich in das armselige Gewand seines Menschseins eingeschlossen hast. Was konntest du ihm Größeres geben als dich selbst? Deshalb konntest du mit Recht zu ihm sprechen: „Was hätte ich dir tun sollen oder können, und habe es nicht getan?“ (Jes 5, 4)

Ich sehe dies: Deine Weisheit schaute im großen und ewigen Ratschluss, was zum Heil es Menschen geschehen sollte, deine Huld willigte ein, und deine Macht hat es heute verwirklicht.

Welche Weise hast du, ewige Dreieinigkeit, gefunden, um deine Wahrheit zu vollenden, am Menschen Erbarmen zu üben und deiner Gerechtigkeit genugzutun? Welches Heilmittel hast du uns gegeben? Hier, die heilkräftige Arznei: Du hast beschlossen, uns das Wort, deinen eingeborenen Sohn, zu geben. Er sollte den Stoff unseres Fleisches, das dich beleidigt hatte, annehmen, um durch sein Leiden in unserem Menschsein deiner Gerechtigkeit genugzutun, nicht kraft des Menschseins, sondern kraft der mit ihr vereinten Gottheit. So wurde deine Wahrheit verwirklicht und erfüllt und beide, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, gestillt.

O Maria, ich sehe, wie dieses Wort, das dir gegeben wurde, um in dir zu sein, dennoch nicht vom Vater getrennt ist. Es verhält sich wie mit dem Wort der Sprache, das der Mensch in seinem Innern trägt: auch wenn es geäußert und anderen mitgeteilt wird, trennt es sich nicht vom Herzen und bleibt mit ihm verbunden. Darin zeigt sich ie Würde des Menschen, für den Gott so viele und so große Dinge getan hat.

An dir Maria, tritt heute auch die Stärke und die Freiheit des Menschen hervor. Denn nachdem der große und erhabene Ratschluss feststand, wurde der Engel zu dir gesandt, um dir das Geheimnis dieses göttlichen Ratschlusses zu verkünden und deinen Willen zu erkunden. Ehe du nicht eingewilligt hattest, stieg der Sohn Gottes nicht in deinen Schoß herab. Er wartete an der Pforte deines Willens, dass du ihm öffnetest, da er zu dir kommen wollte. Er wäre dort nie eingetreten, hättest du ihm nicht geöffnet mit den Worten: Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe wie du es gesagt hast (Luk 1, 38). An deine Pforte, o Maria, pochte die ewige Gottheit. Hättest du aber die Tür deines Willensnicht aufgetan, wäre Gott in dir nicht Mensch geworden. Schäme dich, meine Seele, wenn du siehst, wie Gott heute in Maria mit dir Blutsverwandtschaft eingegangen ist! Heute ist dir kund getan worden, dass du, wenngleich ohne dich erschaffen, nicht ohne dich gerettet wirst.

O Maria, meine süße Liebe, in dir findet sich das Wort geschrieben, von dem wir die Lehre des Lebens haben. Du bist die Tafel, die uns jene Lehre darbietet.

Aus dem Proprium des Dominikanerordens.

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So geht Fastenzeit

erklärt von einem Pater … leider kein Dominikaner, auch wenn die Farbe stimmt (fast) … ;)

Quelle: https://youtu.be/WcqPE5egm0Q
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Wie Romano Guardini in einer Dominikanerkirche seine Berufung entdeckte

R, Guardini. Portrait von Vincent Wenzel (Berlin, 2018) Dominikanerkloster St.Paulus, Berlin

Im Wintersemester 1905/06 studierte Romano Guardini in Berlin das Fach Nationalökonomie. Dazu schrieb er:

Das ging eine Weile; dann musste ich mir zugestehen, dass ich auch mit der Nationalökonomie nichts anfangen konnte … Ich sah mit Grauen die Frage auftauchen, was aus mir werden solle. Wie konnte ich meinem Vater sagen, auch mit diesem zweiten Studium sei es nichts und, noch schlimmer, ich wisse kein anderes?

Die Klarheit kam für ihn am Tiefpunkt seiner Krise:

Zum Glück hatte ich wenigstens den religiösen Mittelpunkt, so konnte ich wieder beten und zur Kirche gehen. Eines Sonntags war ich beim Hochamt in der Dominikanerkirche in der Oldenburger Straße. Ich befand mich in einem sehr schlimmen Zustand. Wie ich den kollektierenden Laienbruder ruhigen Gesichts mit seinem Klingelbeutel herumgehen sah, beneidete ich ihn inbrünstig, und plötzlich kam mit der Gedanke: „Könntest du nicht das gleiche werden wie er? Dann hättest du Frieden.“ Dann ging der Gedanke aber sofort weiter: „Nein, Laienbruder nicht, aber du könntest Priester werden!“ Und da war es, als ob alles ruhig und klar würde, und ich ging mit einem Glücksgefühl nach Hause, wie ich es sei langem nicht mehr empfunden hatte.*

Dominikanerkirche St. Paulus, Berlin, Anfang des 20.Jh

 Das Seligsprechungsverfahren für Romano Guardini wurde von Erzbischof Reinhard Kardinal Marx am 16. Dezember 2017 im Liebfrauendom in München feierlich eröffnet.

Gebet um die Seligsprechung:

Herr Jesus, Christus, Du hast Deinen Diener Romano Guardini zu einem leuchtenden Lehrer und Erzieher der jungen Generation berufen und sie dadurch für dieKirche gewonnen. Du hast ihn mit klarem Denken und treffender Sprache begabt, um Deine Wahrheit vielen zu verdeutlichen. Du hast seinen geraden Weg in schwierigsten Zeiten gestützt, so das er zum Vorbild für Unzählige wurde, auch für den christlichen Widerstand im totalitären Staat. Du hast ihn im Kampf mit der Schwermut und mancherlei Leiden gestärkt. Du hast ihn mit der Gabe der Freundestreue ausgezeichnet. Du hast sein Wirken als Priester und Prediger auch für viele Außenstehende mit spürbarem Segen verbunden.

Wir bitten Dich:
Schenke ihn uns zur Verehrung, damit die Menschen von heute die Heiligkeit Deiner Kirche erkennen,
damit sich auch die junge Generation für Dich entflammt,
damit Menschen in seelischen und leiblichen Leiden durch sein Beispiel aufgerichtet werden,
damit die Heiligkeit Gottes neu wahrgenommen wird.
Ehre sei dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, jetzt und immer und in Ewigkeit. Amen

Für mögliche Hinweise, die für die Seligsprechung für Bedeutung sein könnten, wenden Sie sich bitte an folgende Adresse: Dr. Johannes Modesto, Postulator, Erzbischöfliches Ordinariat München. EMail: JModesto@eomuc.de oder seligsprechungen@eomuc.de

*Romano Guardini, Stationen und Rückblicke/Berichte über mein Leben; Mainz-Paderborn 1995, 72-73

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P. Thomas Gabriel Brogl als Provinzial wiedergewählt

Thomas Gabriel Brogl OP ist alter und neuer Provinzial der Dominikanerprovinz vom hl. Albert

Mit der Vesper (mit professio fidei) heute Abend bei den Dominikaner Wien ist es offiziell: Thomas G. Brogl tritt seine zweite Amtszeit als Provinzial an. 

Lieber P. Thomas, wir wünschen Dir Gottes Segen, viel Kraft und Freude in dieser Funktion für den Orden!

P. Thomas hat in Augsburg, Rom und Freiburg Theologie studiert und ist nach dem Abschluss seiner Studien in den Dominikanerorden eingetreten. Nach der Übernahme der Pfarrei St. Martin in Freiburg war P. Thomas Ausbildungsleiter und Finanzverwalter in Wien. Sein besonderes Augenmerk gilt der Spiritualität in Wissenschaft und Praxis. Seit 1. Mai 2018 ist P. Thomas ebenso verantwortlich für die Citypastoral der Dominikaner Freiburg.

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Provinzkapitel in Wien

Am Sonntag Abend beginnt das Provinzkapitel der Predigerbrüder der süddeutsch-österreichischen Provinz in Wien. Das Kapitel wird einen neuen Provinzial wählen und wichtige Entscheidungen für unsere Provinz für die nächsten Jahre treffen, die auch die dominikanischen Laien betreffen werden .

Bitte verbinden Sie sich mit uns im Gebet zum Hl. Geist um ein fruchtbares, segensreiches Provinzkapitel!

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Martin Grabmann

Todestag am 9.Januar 1949

Von Norbert Schmeiser

Wie lässt sich der Glaube in der jeweiligen Zeit vermitteln? Dazu bedarf es der Wahrnehmung der geistigen Strömungen einer Epoche. Im Mittelalter griff der Dominikaner Thomas von Aquin(1225-1274) die aufkommende Wiederentdeckung der Philosophie des Aristoteles auf, um seinen Zeitgenossen den Glauben darzulegen. Diese Vorgehensweise und ihren geschichtlichen Hintergrund erhellt zu haben, ist das Verdienst Martin Grabmanns (1875-1949). Seine wissenschaftlichen Arbeiten wie „Die Geschichte der scholastischen Methode“, „Die Kulturphilosophie des Hl. Thomas von Aquin“ und „Mittelalterliches Geistesleben“ basierten auf seiner umfangreichen Quellenforschung zur Philosophie- und Theologiegeschichte des Mittelalters. Zahlreiche Bibliotheksreisen ermöglichten es ihm, dabei zum großen Teil noch unveröffentlichte, handschriftliche Quellen zu berücksichtigen. Grabmann lehrte als Professor für Philosophie und Dogmatik an den Theologischen Fakultäten in Eichstätt, Wien und München. Die Kenntnis der vielfältigen, mittelalterlichen Theologie galt ihm in Hinblick auf seine Studenten als bester Weg, um klares Denken zu schulen und zugleich die existenzielle Tragweitet heologischer Reflexion zu erfassen. Sein schriftstellerisches Gesamtwerk umfasste am Ende seiner Laufbahn über 417 Veröffentlichungen, viele davon wurden in andere Sprachen übersetzt. Er er stellte ein Gutachten für die Heiligsprechung Alberts des Großen und dessen Erhebung zum Kirchenlehrer 1931.

Nicht nur beruflich, sondern auch persönlich trat Grabmann in die Fußstapfen des hl. Thomas, indem er 20jährig dem Dominikanerorden beitrat, ihn bald wieder verliess, bei den Dominikanern in Rom studierte und 1921 als Dominikaner-Terziar in den Predigerorden aufgenommen wurde. Das nach ihm benannte, an der Universtät München angesiedelte „Martin-Grabmann-Forschungsinstiut“ widmet sich noch heute der Theologie und Philosophie des Mittelalters.

Dieser Text von unserem Mitglied Norbert Schmeiser erschien zuerst im Konradsblatt (103. Jhg, 6.1.2019, Heft Nr. 1, S. 17)

Bild von hier, wo man auch noch viele interessante Informationen über Martin Grabmann finden kann

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