Fusion unserer beiden Provinzen

Margret Burkarts Ausblick auf eine gemeinsame Provinz

Quelle: www.pixabay.com

Nach meiner „Vision“ bezüglich der Fusion unserer beiden Provinzen bin ich gefragt worden. Ja habe ich denn eine „Vision“?

Wenn von Firmenfusionen die Rede ist, schwingt manchmal – besonders bei der Arbeitnehmerschaft dieser Firmen – ein banger Unterton mit, Verlustängste kommen auf, und oft wird etwas davon dann auch Realität. In diese Richtung gingen meine Gedanken bei der bei uns anstehenden Fusion überhaupt nicht.

Schon eher verspüre ich ein wenig so etwas wie Wehmut beim Vergleich von damals und heute. Damals, nach seiner Gründung breitete sich unser Orden so schnell aus, dass die Expansion, eine immer neue (Zell-)Teilung von schon wieder zu groß gewordenen Provinzen auf der Tagesordnung stand oder die Neugründung von Provinzen. Heute nun stehen die Zeichen auf Konzentration und Fusion. Nicht nur zwischen der süddeutsch-österreichischen Provinz St. Albert und der Teutonia, sondern an vielen Stellen in unserer familia dominicana geht es um eine Bündelung der Kräfte. Alles hat seine Zeit.

Von Anfang an hat die Idee der Fusion vor allem ein Gefühl der Freude, Vorfreude bei mir ausgelöst. Am deutlichsten vor Augen habe ich da das Bild einer Heirat. Heirat ist ja auch immer die Sache von zwei Familien, die sich erst vorsichtig beschnuppern, Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Bereicherungen wie auch Belastungen feststellen. Sicher Fusion – wie Heirat – ist keine Problemlösung, aber gemeinsam gelingt es vielleicht, auf einer breiteren Basis einige Probleme zu entschärfen. In unserer gemeinsamen Provinz sind zwar größere Entfernungen zu überwinden, aber es gibt mehr Raum, mehr Potential, neue Konstellationen. Einige Formalia werden zu regeln sein, das kann mühsam werden, aber wichtiger scheint mir, dass die „Chemie“ zwischen uns stimmt.

Wie in allen Familien gibt es in unseren Provinzen bunte Hunde, komische Vögel und schwarze Schafe. Auch die kommen alle mit in unsere neue gemeinsame Provinz. Aber vor allem kommen da so viele verschiedene Begabungen, Talente, Berufungen, so viele tolle Menschen zusammen. Ich bin sehr gespannt und freue mich auf meine neu gewonnenen Familienmitglieder! „Wir können noch viel zusammen machen“ heißt ein Bilderbuch von Friedrich Karl Waechter – Lektüre empfohlen.

Und schließlich wir sind ja längst eins: uns eint schon – trotz aller regionalen Unterschiede – unsere gemeinsame dominikanische Spiritualität. Uns eint das Gebet, uns eint unsere Sendung, gemeinsam haben wir den Auftrag zur Predigt, gemeinsam unseren Vater Dominikus, in dessen Spuren wir gehen.

(Margret Burkart, Berlin August 2020)

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Das Wort des Herrn predigen

Blick auf Freiburg – Bild: www.pixabay.com

Das Wort Gottes zu verkünden ist ein zentrales Anliegen der Dominikanischen Laiengemeinschaft. Was es bedeuten kann, den Glauben im eigenen familiären und beruflichen Leben sowie in der Freizeit zu predigen, beschäftigt die Freiburger Fraternität „Jordan von Sachsen“ in ihren Treffen. Dies umfasst jegliche Verkündigung in gelebter Nächstenliebe in zwischenmenschlichen Beziehungen wie in Einsatz für eine gerechte Gesellschaft und auch durch das Wort – etwa in einem Vortrag, im Bibelgesprächskreis, beim Besuch Kranker, Pflegebedürftiger, von Senioren und Armen am Rande der Gesellschaft. Denn Freude und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten, in denen wir Jesus begegnen, sind auch Freude und Angst der Jünger Christi (II. Vatikanum, Über die Kirche, 8; Kirche in der Welt von heute, 1, 21). So sind wir etwa durch Zeitgenossen herausgefordert, die Christentum und moderne Gesellschaft als Gegensätze einander gegenüber stellen; ihnen gegenüber gilt es, die volle Anerkennung der legitimen Autonomie der irdischen Wirklichkeiten mit ihren eigenen Gesetzen und Werten zu vertreten (II. Vatikanum, Kirche in der Welt von heute, 36). 

Gruppenmitglieder berichten von Kollegen, die den Glauben an Gott aufgrund ihres (natur)wissenschaftlich geprägten Weltbildes ablehnen. Dann sprechen wir darüber, wie wir in dieser Auseinandersetzung respektvoll verdeutlichen können, dass es keinen grundsätzlichen Gegensatz zwischen Glauben und Naturwissenschaft gibt; das kann geschehen, wenn manden zeitgeschichtlichen Kontext biblischer Schöpfungstexte, ihre Eigenarten und Absicht erklärt sowie andere Zugänge zu diesen Texten eröffnet. 

In unseren Versammlungen zeigt sich, wie wichtig es ist, im Austausch die Zeichen der Zeit zu erforschen, sie im Licht des Evangeliums zu beurteilen und Konsequenzen für das eigene wie das soziale Handeln zu erarbeiten (II. Vatikanum, Kirche in der Welt von heute, 4); das kann sich auf Fragen des Klimawandels bzw. der nachhaltigen Entwicklung ebenso beziehen wie auf die geänderte Rolle der Frau in der Gesellschaft und deren Konsequenzen für ihre Entwicklungsmöglichkeiten in Beruf (Stichworte: gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Geschlechtergerechtigkeit) und in der Kirche – Hanna Renate Laurien (1928-2010, zuletzt in der Dominikanischen Familie der Berliner St. Paulus-Gemeinde) hatte daran mitgewirkt, auf den Gedenktag der dominikanischen Mantellantin Katharina von Siena (29. April) den „Tag der Diakonin“ zu legen, der der Zulassung von Frauen zum diakonischen Dienst gewidmet ist. Innerhalb von Pfarrgemeinden engagieren wir uns dafür, die bewusste und tätige Teilnahme der Gläubigen an liturgischen Feiern umzusetzen (II. Vatikanum, Über die Liturgie, 14, 27).

Herr Norbert Chabakuk Schmeiser OP

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Versprechen für 3 Jahre in Regensburg

Versprechen von Frau Elke Völcker am 2. Juli in Regensburg, Bild: Sr. Benedikta OP, ordensassistentin der Gruppe „Unsere Liebe Fraum vom Rosenkranz“ in Regensburg

Das Fest Mariä Heimsuchung, dem 2. Juli, feierten wir in der dominikanischen Laiengemeinschaft Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz in Regensburg auf ganz besondere Weise. Elke Maria Laetitia Völcker OP legte das Versprechen für drei Jahre ab. Wegen Corona musste alles im kleinen Rahmen stattfinden, aber umso herzlicher war die Atmosphäre. Wir konzentrierten uns umso tiefer auf das Wesentliche, die Hingabe an Gott durch das Versprechen. Es war das erste Zusammentreffen der Gruppe seit dem Ausbruch der Pandemie. Gespräche waren vorerst nur im Klosterhof möglich, mit entsprechendem Abstand. Der gemütliche Teil wird nachgeholt werden.

Bild: Sr. Benedikta OP

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P. Wolfram Hoyer verstorben

Heute starb bei einem Unfall auf dem Heimweg von einer Krankensalbung P. Wolfram Hoyer, Prior unseres Konvents in Augsburg und Ordenshistoriker im Alter von 51 Jahren. Herr, lass ihn ruhen in Frieden, und das ewige Licht leuchte ihm.

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Gemeinde, Gemeinschaft und Verkündigung in Zeiten begrenzten Kontakts

Geschlossene Kirchen, entfallene Gottesdienste und „verschwundene“ pastorale Mitarbeiter. Von all diesen Sachen konnte man in den letzten Wochen und Monaten lesen. Gläubige aller Konfessionen beklagen sich über den Rückzug der Kirche, sowohl pastoral, als auch in der theologischen Deutung der Geschehnisse um uns. Wenn ich ehrlich bin, kann ich sie gut verstehen und das obwohl (oder vlt. grade weil) ich selbst als Seelsorger für Menschen in einer ostdeutschen Diözese arbeite.

Einige Erwartungen von Klagenden sind eventuell überzogen gewesen, einige Vorwürfe wurzeln wohl in anderen Frustrationen, Wahrheit steckt aber trotzdem in ihnen. Wo war Kirche? Wo sollte Kirche auch künftig sein um besser „bei den Menschen“ zu sein?

Diese Fragen haben sich (wenn auch nicht so explizit ausgesprochen) mein Pfarrer und ich gestellt als die Versammlungsverbote anfingen. Beide mit einer ganz eigenen Perspektive: Mein Pfarrer als Nicht-Digitaler und ich als Online-Affiner. Dementsprechend sahen auch unsere Ansätze aus mit Menschen in Kontakt zu treten und zu bleiben. Er hat zuerst die Senioren unserer Pfarrei angerufen. Was in einer Großpfarrei im Westen nur geht, wenn sich viele Hinsetzen, geht bei uns ganz gut in ein oder zwei Wochen. Dabei fragte er nach Befinden, bot Hilfe an und schuf einen – wenn auch nur telefonischen – Kontakt. Es folgten Besuche mit Abstand und andere Formen der Beziehungspflege.
Ich selbst kümmerte mich um die Medien: allen voran Gemeindewebsite und Social Media. Es wurden drei Impuls-Clips pro Woche gedreht, für jeden Sonntag Vorschläge für Gottesdienste zu Hause erstellt und Inhalte für Instagram und darüber hinaus intensiviert. Mit Jugendlichen habe ich zwei mal pro Woche eine Videokonferenz gemacht, in der wir Bibelteilen gemacht haben und miteinander redeten.

Was sich zeigt: Es gab und gibt Wege in Kontakt zu sein und zu bleiben, sowohl für Technik-Affine als auch für eher Analog-Orientierte.
Auch über die heiße Phase der Krise hinaus sehe ich hier Chancen, besonders mit Blick auf die Chancen digitaler Kommunikation.
Aber:
1. Sie ist kein Ersatz für echte Begegnung. Sie kann bestehende Beziehungen (zwischen Menschen, sowie zu Gott) nur unterstützen. Aber darin bietet sie Kontaktpotential, dass nicht zu unterschätzen ist.
2. Sie ist kurzfristig. Meint, dass Medien in einem gewissen Maß Moden und Trends unterliegen und so herausfordernd in Zeitaufwand und Engagement sind.
3. Sie verlangen Echtheit. Einen „Social Media“-Beauftragten einsetzen klingt ja nett, aber Plattformen neuer als FaceBook verlangen nach persönlichen Beziehungen, Menschen, die sich selbst als (in dem Fall) Glaubende kommunizieren und präsent sind. Es geht nicht im Kern um Inhalte, sondern um Menschlichkeit.

Es finden und fänden sich mehr Punkte. Diese sollen nur einen kleinen Anhaltspunkt bieten.

Ich bin froh, dass mittlerweile wieder Kontakt zu meinen Gemeindemitgliedern möglich ist, dass ich mit Kindern grade eine Freizeit gestalten konnte und wir Gottesdienste feiern. Ich hoffe, dass wir klug genug sind mit Vorsicht unsere Urlaubszeit zu gestalten und nach den Ferien unseren Alltag anzugehen.
Ich hoffe aber auch, dass besonders wir als Orden der Predigerbrüder in beiden Welten – digital, wie analog – kreativ und offen sind Lösungen zu finden, die helfen das Evangelium und die Liebe Gottes den anderen nahe zu bringen. Es gibt nicht nur eine richtige Lösung. Es braucht eine Vielfalt von Ansätzen, die alle Lebensbereiche der Menschen berücksichtigen und in sie hinein sprechen.

Herausfordernd: Ja.
Denkmuster sprengend: bitte.
Unmöglich: Nein.

Auch in dem „Neuland“ der digitalen Welt oder den Herausforderungen der Krisen unserer Tage ist Gott der, der immer schon da ist, wo wir noch hinkommen.

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Die Dominikanische Laiengemeinschaft im Corona-Lock-down Freiburg

Vor St. Martin am Rathauslatz – der Ordnerdienst ruht sich aus Bild: Melanie Delpech

Unserer Fraternität hat sich zum letzten Mal am 22. Februar hier in Freiburg getroffen. Da war Corona nur eine ferne Bedrohung. Eigentlich hätten wir am 28. März eine General-Versammlung mit Neuwahlen abhalten sollen. Aber innerhalb von vier Wochen änderte sich das Leben für uns alle so radikal, dass an eine General-Versammlung  nicht mehr zu denken war, zumal auch nicht erlaubt!  Gemeinschaftsleben zu erliegen gekommen? Sowieso sind wir eine über ein weites Gebiet verstreute  Gemeinschaft; von Leipzig im Norden bis Waldshut an der Grenze der Schweiz. Gemeinsam Treffen ist schon immer eine logistische Herausforderung gewesen.

Schöne Erfahrungen waren für uns in dieser Zeit die wöchentlichen Berichte der Geschwister per E-Mail. So hörten wir voneinander und manchmal konnten wir sogar eine helfende Hand in der Not erfahren. So z.B. als ich überraschend per Post 5 Packungen Trockenhefe von einem Mitglied bekam, nachdem ich geklagt hatte, dass Hefe im Laden nicht mehr zu bekommen sei. Zum Glück musste er nicht Klopapier per Post liefern (Hefe zu bekommen, scheint immer noch problematisch zu sein!) Von einander regelmäßig zu lesen, trug uns ein stückweit über den Lockdown hindurch. Ob unser Versuch zur gleichen Zeit das Stundengebet zu beten von Erfolg gekrönt wurde, lässt sich allerdings bezweifeln!

Nun hat sich unser Situation etwas verbessert. Diejenigen, die in und um Freiburg leben, können auf dem Rathausplatz bei St. Martin vor, nach und zwischen Ordnerdiensten beim Kaffee trinken gesichtet werden (ich kann allmählich keine Kirchenbank mehr sehen und meine Hände waren noch nie so sauber wie nun jetzt). Selbstverständlich tragen wir alle unseren Mundschutz (siehe Bild). Niemand will Ursache eines möglichen kirchlichen Corona-Hotspots werden! Ich finde es persönlich eine riesige Herausforderung, eine Verbeugung vorm Altar mit Würde hinzukriegen, wenn ich in Besitz eines Putzeimers bin! 

Dazu hat der Noviziatsunterricht wieder begonnen und kleine lokale Treffen sind auch wieder möglich– Zimmer gut gelüftet und: Achtung wegen Abstand! Wir hoffen, dass wir weiterhin in kleinen Schritten wieder zu mehr Gemeinschaftsleben zurück kommen können. Die General-Versammlung wird nun Ende September stattfinden – so es denn die Corona-Lage ermöglicht. Sonst wird womöglich gezoomt! Hoffentlich nicht! 

Frau Melanie Delpech OP

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Das Reich Gottes im Blick haben

Bild: www.pixabay.com

In Johannes dem Täufer begegnet uns eine sperrige Figur. In der Wüste hat er gelebt, Kamelhaare soll er getragen und wilden Honig gegessen haben. Allem voraus gehen ungewöhnliche Ereignisse um seine  Geburt. Wer ist dieser Mensch, dessen Geburt die Kirche am 24. Juni gedenkt? 

Johannes ist mit Maria, der Mutter Jesu, der einzige Heilige, dessen leibliche Geburt in der Liturgie gefeiert wird. Seit dem 5. Jahrhundert wird dies getan und genau sechs Monate vor der Geburt Jesu. Wie oft in der Bibel wird die Geburt einer besonderen Person von ungewöhnlichen Ereignissen umgeben. Johannes Geburt wird seinem Vater Zacharias im Jerusalemer Tempel durch einen Engel angekündigt. Er und seine Frau Elisabet waren kinderlos und eigentlich schon zu alt, um noch Kinder bekommen zu können. Ihr Wunsch wird erfüllt und der Engel erzählt ihm, dass sein Sohn sogar eine besondere Aufgabe von Gott erhalten wird: Johannes werde vom Heiligen Geist erfüllt werden und solle das Volk Israel auf das Kommen Gottes vorbereiten (Lk 1,17). Johannes soll er heißen, teilt ihm der Engel auch noch mit. Dann ist das Ereignis vorbei und Zacharias verliert seine Stimme. 

Nach der Geburt geben Zacharias und Elisabet gegen die damalige Tradition und nach der Verheißung des Engels ihrem Kind den Namen Johannes. Normalerweise hätte er den Namen seines Vaters erhalten. Und dann geschieht ein Wunder: Zacharias kann wieder sprechen. Die Anwesenden staunten und bereits damals fragte man sich im Bergland von Judäa, was dieses Wunder zu bedeuten habe und was aus diesem Johannes einmal wohl werden würde. 

Johannes wird später der Beiname „der Täufer“ gegeben. In der Wüste tauft er diejenigen, die ihr Leben neu auf Gott ausrichten wollen. Sie hat er mit seinen Predigten über Gott und seine Herrschaft begeistert und damit zur „Umkehr“ gerufen. Aber er wird auch nicht müde, zu betonen, dass er nur den Weg von Jemanden bereitet, der noch kommen wird: der Messias, Jesus Christus. 

Deshalb wird er auch der wieder gekommene Elia genannt. Dieser war nach Erzählungen aus dem Alten Testament leiblich, also ohne zu Sterben, in den Himmel entrückt worden. Er würde eines Tages wieder auf die Erde zurückkommen, um dann die Ankunft Gottes vorzubereiten (Mal 3,23f). Jesus lässt sich auch von Johannes taufen und bei diesem Ereignis wird den Anwesenden auch mitgeteilt, dass Jesus besagter Messias ist. 

Doch was war an Johannes neben all diesen Erzählungen besonders? Können wir etwas von ihm für die heutigen Herausforderungen in unserer Zeit lernen? Jesus bringt dies im Lukasevangelium sehr gut auf den Punkt: Diejenigen, die zum Reich Gottes gehören, brauchen nicht nur auf ihre eigenen Fähigkeiten zu bauen, denn sie werden auch von Gott für ihren Auftrag befähigt. 

Herr T. Zimmermann OP 

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Eine dominikanische Gruppe im Aufbau – Wettenhausen im Kammeltal

Die Gruppe während einer Gebetszeit. Bild: Horst Waibel

In Wettenhausen im Kammeltal, ca. 50 km westlich von Augsburg, treffen sich seit Mai 2018 Interessierte für die dominikanische Laiengemeinschaft. Den Status Gruppe im Aufbau haben wir seit 03.07.2019. Als Ordensassistentin fungiert Sr. Dr. M. Theresia Mende OP, Moderator der Gruppe ist Herr Horst Waibel OP.

Die Gruppe besteht zurzeit aus zwei Mitgliedern mit ewigen Versprechen und einer Novizin. Ferner nehmen an den Treffen noch vier Personen im Postulat und vier bis fünf weitere Interessierte teil. Die Personen, die zu unseren Treffen kommen, stammen aus dem ganzen Bistum Augsburg bzw. Rottenburg-Stuttgart. Sie haben teilweise eine Anfahrtsstrecke von über 90 Minuten. Es zeugt deshalb von großem Interesse, dass diese Personen den weiten Weg immer auf sich nehmen.

Dominikanerinnenkloster Maria Medingen – Bild: Horst Waibel

Die Treffen finden immer an einem Sonntagnachmittag statt und beginnen um 15.00 Uhr. Bei einer kurzen Kaffeepause kommen wir ins Gespräch. Danach behandeln wir verschiedene Themen, wie z. B. den Brief des Papstes an das deutsche Volk, die Neuevangelisierung, die Teilnahme an Kongressen (z. B. Adoratio in Altötting), die Vorbereitung von Glaubenskursen durch das bischöfliche Institut für Neuevangelisierung.

Dominikanerinnenkloster Maria Medingen – Bild: Horst Waibel

Einmal im Jahr versuchen wir einen gemeinsamen Ausflug zu unternehmen. Unser letztes Ziel war hier das ehemalige Dominikanerinnenkloster Maria Medingen mit dem Grab der sel. Margarete Ebner OP. Das Kloster wird zwischenzeitlich von den Dillinger Franziskanerinnen betreut. Diese haben uns auch Zutritt zu den internen Räumen ermöglicht und uns eine sehr fundierte Führung gehalten. Das ganze Kloster zeugt von einer dominikanischen Prägung, wie die Bilder zeigen.

Dominikanerinnenkloster Maria Medingen – Bild: Horst Waibel

Durch die Corona-Krise fanden seit März bis Juni 2020 keine Treffen mehr statt, da der Konvent der Dominikanerinnen in Wettenhausen keine auswärtigen Besucher empfängt. Unser nächstes Treffen werden wir im Ende Juni 2020 haben.

Zwischenzeitlich versuchen wir durch Rundmails und Telefongespräche miteinander in Verbindung zu bleiben.

Wer Interesse an der Gruppe im Aufbau in Wettenhausen hat, kann sich gerne an das Kloster oder an mich wenden.

Herr Horst Waibel OP

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Herz Jesu-Fest – einfach nur Kitsch?

Bild: www.pixabay.com

Das Herz-Jesu-Fest und damit grundsätzlich die Herz-Jesu-Verehrung scheint zuweilen eine kitschig-lieblich bis magisch-sentimentale Frömmigkeitsform eines bestimmten Katholikenkreises zu sein – wohl aber nicht die der Mehrzahl der Gläubigen. Warum aber gibt es dann ein offizielles kirchliches Hochfest zu Ehren dieses Aspektes im Leben Jesu Christi?

Das Hochfest des heiligsten Herzen Jesu ist, wie auch Fronleichnam, ein Ideenfest, welches eine Glaubenswahrheit oder einen besonderen Gesichtspunkt christlicher Frömmigkeit in den Blick nimmt statt eines Heilsereignisses. Das Fest wurde 1856 von Papst Pius IX eingeführt, nachdem die Herz-Jesu Frömmigkeit bereits im Hoch- und Spätmittelalter ausgeprägt war. Hierbei seien nur einige Heilige zu nennen, von denen dies bekannt ist: Bernhard von Clairvaux, Albertus Magnus, Bonaventura, aber auch die deutsche Mystikerschule mit Meister Eckart, Johannes Tauler oder Heinrich Seuse. Später nahm sich der Jesuitenorden der besonderen Verbreitung dieser Andachtsform an, welche aber vor allem durch die Visionen der französischen Ordensfrau Maria Margarete Alacoque im 17. Jahrhundert enormen Aufschwung gewann. Die Ordensfrau überlieferte diverse Verheißungen und Botschaften im Zusammenhang mit der Herz-Jesu Verehrung. 

Jenseits der Privatoffenbarung der Ordensfrau ist das wichtigste und wesentliche am Fest, dass das Christentum einen Gott verehrt, der ein Herz hat. Gott hat in Christus offenbart, dass er ein Herz für die Menschen hat, dass sein Herz für das Heil der Seelen schlägt, dass er Mitleid hat, also nicht „herzlos“ ist, sondern barm-herz-ig (misericoridas). Schon die Bibel berichtet, dass das Herz des Gottessohnes am Kreuz durchstochen wurde (Joh 19,34) und damit wortwörtlich ein offenes Herz für Gott und Mensch war. Papst Pius XII. beschrieb in seiner Enzyklika Haurietatis aquas, anlässlich des 100. Jahrestages der Einführung des Festes, dass der Sinn der Verehrung darin liegt „daß sein Herz, mehr als alle übrigen Glieder seines Leibes, ein natürliches Zeichen oder Sinnbild seiner unermeßlichen Liebe zum Menschengeschlecht ist“ (HA I). Dieses, sein Herz, war bereit sich verwunden zu lassen und trotzdem nicht zu lieben aufzuhören. So wird im Betrachten und Verweilen an der Brust Jesu, sein Herz (Joh 13,23) auch für uns ein Lernort Gott und den Nächsten zu lieben. 

Pius XII fasst das so zusammen, dass „die Verehrung des heiligsten Herzens Jesu dem Wesen der Sache nach der Kult der Liebe ist, mit der Gott uns durch Jesus geliebt hat, und zugleich die Übung unserer Liebe zu Gott und den übrigen Menschen“ (HA IV).

Frau Clara Born OP

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Systemrelevanz der Sakramente? Ein Artikel von Marianne Schlosser

Die Universitätsprofessorin Marianne Schlosser an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien hat einen interessanten Artikel in zwei Teilen über die Systemrelevanz der Sakramente geschrieben. Der Artikel kann mit folgenden Links aufgerufen werden:

https://de.catholicnewsagency.com/article/sakramente-in-zeiten-von-corona-0941
https://de.catholicnewsagency.com/article/sakramente-in-zeiten-von-corona-teil-12-0942

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