Über die Chöre der Engel wurde die Jungfrau Maria erhoben. Freut euch, ihr Gläubigen, und preist den Herrn.

Nachdem Wir nun lange und inständig zu Gott gefleht und den Geist der Wahrheit angerufen haben, verkündigen, erklären und definieren Wir zur Verherrlichung des Allmächtigen Gottes, dessen ganz besonderes Wohlwollen über der Jungfrau Maria gewaltet hat, zur Ehre seines Sohnes, des unsterblichen Königs der Ewigkeit, des Siegers über Sünde und Tod, zur Mehrung der Herrlichkeit der erhabenen Gottesmutter, zur Freude und zum Jubel der ganzen Kirche, kraft der Vollmacht Unseres Herrn Jesus Christus, der heiligen Apostel Petrus und Paulus und Unserer eigenen Vollmacht:

Die unbefleckte, immerwährend jungfräuliche Gottesmutter Maria ist, nachdem sie ihren irdischen Lebenslauf vollendet hatte, mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen worden.

Aus der Bulle Munificentissimus Deus erlassen von Papst Pius XII am 1. November 1950.

Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn. Meine Seele soll jubeln über meinen Gott. Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils, er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit, wie ein Bräutigam sich festlich schmückt und wie eine Braut ihr Geschmeide anlegt.

(Responsorium aus den Laudes des heutigen Tages)

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Der Mutige

In Ausgabe Nr. 31 des Konradsblattes  (Bistumsblatt der Erzdiözese Freiburg) erschien der folgende Beitrag über Ceferino Giménez Malla (Autorin: Maria Senoglu). Ceferino wurde als erster Roma von Johannes Paul II selig gesprochen.

Im Text wird Ceferinos Mitgliedschaft im Dritten Orden der Franziskaner erwähnt, doch wird er bei den Dominikanern ebenfalls als Mitglied von deren Dritten Orden verehrt. Die Mehrfachmitgliedschaft in Dritten Orden bzw Laienzweigen von Orden ist heute nicht mehr möglich, schloss sich jedoch damals nicht gegenseitig aus.

Möge er uns allen, Franziskanern wie Dominikanern, mit seinem Bekennermut und seinem Lebenszeugnis ein Vorbild und ein Fürsprecher sein.

 

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Heiliger Vater Dominikus

Am 8. August begeht der Predigerorden das Hochfest seines Gründers, des hl. Dominikus von Guzmán

Dominikus wurde um 1173 in Caleruega/Spanien geboren. Als er sieben Jahre alt war, übergaben ihn seine Eltern einem Onkel, der Priester war, zur geistlichen Erziehung und zur Vorbereitung auf seine Studien. Mit 14 Jahren begann er das Studium der Freien Künste und der Theologie in Palencia. 1196 empfing er die Priesterweihe. Diego, der Prior des Kapitels und spätere Bischof von Osma, nahm ihn in das Domkapitel auf. Hier führte Dominikus ein klösterliches Gemeinschaftsleben. 1201 wurde er Subprior des Kapitels.

Als Reisebegleiter seines Bischofs begegnete er in Südfrankreich der Irrlehre der Katharer und Waldenser. Zusammen mit seinem Bischof entschloß sich Dominikus im Jahre 1206, als Wanderprediger das Evangelium zu verkünden. Er predigte in Demut und Armut, durch sein Wort und Beispiel. Um das apostolische Leben zu unterstützen, gründete er ein Kloster für kontemplative Schwestern in Prouilhe (1206).

Nach Bischof Diegos Tod im darauffolgenden Jahr blieb Dominikus in Südfrankreich. In den folgenden Jahren schlossen sich ihm einige Gefährten an, die sich wie er der apostolischen Wanderpredigt widmen wollten, um den Glauben zu verkünden und viele Menschen zur Kirche zurückzuführen. 1215 gründete Dominikus in Toulouse die Gemeinschaft der Predigerbrüder. Mit seiner Gründung wollte er eine Antwort geben auf die tiefgreifende Krise der Kirche zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Er griff die radikalen Forderungen nach Armut und Wanderpredigt auf und gab ihnen einen Platz in der Kirche. Das apostolische Leben sollte die Brüder frei machen für die Arbeit als Prediger und Lehrer. Verkündigung und Predigt, die aus der Verbindung von Kontemplation und Studium erwachsen, sollten das Ziel seines Ordens sein. Thomas von Aquin formulierte später: contemplari et contemplata aliis tradere – in der Kontemplation leben und anderen die Früchte der Kontemplation weitergeben. Dominikus umschrieb seine Lebensform mit folgenden Worten: mit Gott oder von Gott sprechen; mit Gott in Gebet, Betrachtung, Studium und klösterlichem Leben, von Gott in Predigt, Lehre und Apostolat.

Am 22. Dezember 1216 nahm Papst Honorius III die Gemeinschaft des Dominikus unter seinen Schutz und bestätigte ihre Lebensordnung nach der Regel des hl. Augustinus. In einer Bulle aus dem Jahr 1217 erkannte der Papst den universalen Charakter des Ordens an, bestätigte Namen und Auftrag der Predigerbrüder und empfahl sie allen Bischöfen. Am 15. August 1217 sandte Dominikus seine Brüder von Toulouse aus in die großen Städte der damaligen Zeit: nach Paris, Rom, Bologna und nach Spanien. Dank des rastlosen Einsatzes des Gründers und seiner Brüder verbreitete sich der Orden innerhalb von fünf Jahren in ganz Europa. Auf den Generalkapiteln 1220 und 1221 in Bologna legte Dominikus die Grundlage der Verfassung des Ordens, die von seinem ersten Nachfolger, dem seligen Jordan von Sachsen, in eine feste Form gebracht wurde. Die kluge und ausgewogene Gesetzgebung des hl. Dominikus hat sich im Laufe der Jahrhunderte bewährt und gilt in ihren Grundzügen bis heute. Dominikus starb am 6. August 1221 im Konvent von Bologna. Papst Gregor IX hat ihn am 1234 in Rieti heiliggesprochen.

Dominikus wollte in Bologna in der Kirche des hl. Nikolaus „unter den Füßen der Brüder“ begraben sein. Als er am 6. August 1221 starb, bestatteten ihn seine Gefährten in einem einfachen Grab. Es wird überliefert, daß viele Kranke an seinem Grab Heilung und Gesundheit erhalten haben. Seine Brüder aber weigerten sich, diese Wunder anzuerkennen und erfüllten nicht das gegebene Versprechen. Durch einen Umbau des Klosters kam die Grabstätte ins Freie und war so den Einflüssen der Witterung ausgesetzt. Jordan von Sachsen war daher bestrebt, eine Übertragung des Leichnams an eine würdigere Stätte durchzusetzen. Unter Papst Gregor IX wurde in Anwesenheit des Erzbischofs Theodoricus von Ravenna in einer offiziellen kirchlichen Feier die Übertragung vorgenommen.

Es war am Pfingstdienstag 1233, zur Zeit, als das Generalkapitel in Bologna versammelt war. Die Gebeine des Dominikus wurden in einen kostbaren Marmorsarkophag gelegt. Es wird berichtet, daß beim Öffnen des Grabes ein wunderbarer Duft entströmte, „der allen klar zeigte, welch Wohlgeruch Christi dieser sei. Der Erzbischof zelebrierte das feierliche Hochamt. Und da es gerade der dritte Pfingsttag war, der strahlend aufging, stimmte der Chor den Eröffnungsvers an „Nehmt in Besitz die Wonne eurer Herrlichkeit“. Im selben Jahr begann der kanonische Heiligsprechungsprozeß, der am 3. Juli 1234 zur Heiligsprechung des Dominikus durch Papst Gregor IX führte. Der 6. Ordensmeister der Dominikaner, Johannes von Vercelli, ließ ein prächtiges Grabmal errichten und 1267 die Gebeine des hl. Ordensvaters dort beisetzen. *

Der Orden feiert die Übertragung der Gebeine des hl. Dominikus mit einem zweiten Hochfest am 24. Mai.

Unsere Konvente und Gemeinschaften begehen den 8. August als Hochfest, unter anderem mit einer Festmesse mit anschließender Agape und Ausstellung in Graz.

*Text von hier

Bilder: 1. Der hl. Dominikus an der Fassade des Regensburger Doms

2. Grabmal des hl. Dominikus zu Bologna (privat)

3. hier

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Studientag in Heidelberg


Der Veranstaltung ist Teil des regulären Studienprogramms der Dominikanischen Laiengemeinschaft Jordan von Sachsen in Freiburg

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Hl. Johannes Heer von Köln

Am 9. Juli gedenkt der Dominikaneroren des hl. Johannes Heer von Köln. Johannes wurde am Anfang des 16. Jahrhunderts in Köln geboren und trat dort in das Dominikanerkloster Heilig Kreuz ein. Seine Ordensoberen schickten ihn zur Zeit der Glaubensspaltung nach Holland. Die Katholiken dort erbaten für ihre verwaisten Pfarreien Ordensleute und Priester aus Deutschland für die Seelsorge. Über 20 Jahre war Johannes in der Pfarrei in Hoornar als Pfarrer tätig. Im Juni 1572 besetzte ein calvinistische Abteilung Gorkum. Johannes, der heimlich in der Stadt weilte, um eine Taufe zu spenden, wurde mit anderen Ordensleuten und Priestern durch Verrat entdeckt und verhaftet. Man brachte sie nach Brielle an der Maas. In Verhören bot man ihnen die Freiheit an, wenn sie ihrem Glauben abschwörten und die Gegenwart Christi in der Eucharistie und den Primat des Papstes leugneten. Sie aber blieben standhaft und ertrugen die grausamen Folterungen.

Am 9. Juli 1572 wurde Johannes mit seinen Gefährten, elf Franziskanern, zwei Prämonstratensern, einem Augustiner und vier Weltpriester in einer Scheune hingerichtet. Im Jahr 1867 sprach Papst Pius IX die Märtyrer von Gorkum heilig.

Gebet: „Herr, unser Gott, du hast uns in den heiligen Blutzeugen Johannes von Köln und seinen Gefährten ein strahlendes Vorbild des Glaubens und der Tapferkeit geschenkt. Laß uns durch ihre Predigt und ihr Beispiel den Anfechtungen der Welt mutig widerstehen und den wahren Glauben unerschütterlich bekennen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.“ *

Eine ausführliche Würdigung des heiligen Dominikaners und seiner Gefährten sowie Bilder vom Reliquenschrein der Märtyrer von Gorkum sind hier zu finden.

*  aus dem Proprium des Predigerordens.

Bild: Teil des Hochaltars der Dominikanerkirche in Friesach

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Tagung des Provinzrats in Augsburg

Am letzten Samstag tagte in im Augsburger Dominikanerkloster Hl. Kreuz der Provinzrat der Dominikanischen Laien unserer Ordensprovinz, der sich aus dem Präsidium, Delegierten der Fraternitäten und dem Provinzpromotor zusammensetzt. Außerdem standen uns P. Provizial Thomas Gabriel Brogl und aus der Provinz Teutonia Klaus Bornewasser beratend zur Seite. Nach Laudes und Messe begannen die Beratungen  um 9:00 Uhr und dauerten bis in die Nacht. Nach der Feststellung der Beschlussfähigkeit, der Verabschiedung der Tagesordnung und den Rechenschaftsberichten der Amtsträger stand zunächst die Nachwahl einer Schriftführerin an. Dieses Amt war schon seit eineinhalb Jahren vakant. Vorgeschlagen und gewählt wurde Gabriele Panec, die Präsidentin der Wiener Fraternität, so dass jetzt auch der österreichische Teil unserer Provinz wieder im Präsidium vertreten ist.

Großen Raum nahmen die Berichte über das Leben der  Fraternitäten ein: Mitgliederstand,  Aktivitäten, das Apostolat, Beziehungen zu den anderen Ordenszweigen, Schwierigkeiten und Freuden. Weitere Themen waren die Verfahrensweise bei Gruppenneugründungen, Aufnahmekriterien für neue Mitglieder, die Rolle der Ordensassistenten und die Zukunft der jährlichen Provinzstudientage. Die Studientage sind in den letzten Jahren zentral organisiert worden, sollen aber in Zukunft wieder wie früher reihum von den einzelnen Fraternitäten und Gruppen geplant und durchgeführt werden.  In all diesen Fragen war der Rat von Klaus Bornewasser, dem langjährigen Präsidenten und jetzigen stellvertretenden Präsidenten der Povinz Teutonia sehr hilfreich.

Ein wichtiger Punkt, der in der Abendsitzung verhandelt wurde, war die Modifizierung unserer Ausbildungsordnung nach einer mehrjährigen Erprobungsphase und einem Vergleich mit der Ausbildung in anderen europäischen Provinzen. Der fast fertige Entwurf wird in naher Zukunft vervollständig und nach erfolgter Genehmigung durch den Rat  hier vorgestellt werden.

Auch beim Spazierengehen und in den Pausen wurde noch diskutiert

Insgesamt fanden die Gespräche in einer vertrauensvollen und konstruktiven Atmosphäre statt. Das Intermedium endete am Sonntag mit der hl. Messe und für die noch nicht Abgereisten mit einem Mittagessen mit den Augsburger Brüdern. Besonders dankbar sind wir dem Augsburger Konvent für seine bewährte Gastfreundschaft und die wie immer hervorrragende Bewirtung.

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Intermedium des Provinzrats

Am kommenden Wochenende trifft sich unser Provinzrat in Augsburg. Die Dominikanischen Laiengemeinschaften wählen alle vier Jahre Delegierte, die den Provinzrat bilden. Der Provinzrat wählt in seiner konstituierenden Sitzung das Präsidium das sein Amt für vier Jahre ausübt. Das Präsidium tritt mindestens einmal im Jahr zusammen, der Provinzrat alle zwei Jahre. Da zuletzt vor zwei Jahren gewählt wurde, ist jetzt Halbzeit. Grund genug, die Situation der DLG in unserer Provinz und die Arbeit der letzten beiden Jahre einer kritischen Analyse zu unterziehen und die der kommenden beiden Jahre zu planen.

Dabei werden wir unterstützt vom Promotor der Dominikanischen Laien unserer Provinz, P. Dr. Paul Schäfersküpper OP, der dem Rat als geborenes Mitglied angehört, von P. Provinzial Thomas Gabriel Brogl OP, und von Herrn Klaus Bornewasser OP. Klaus Bornewasser war lange Zeit Präsident der DLG unserer Nachbarprovinz Teutonia und ist derzeit sowohl der Stellvertreter der Präsidentin und das europäische Mitglied des Internationalen Rats der Dominikanischen Laiengemeinschaften (ICLDF). Wir sind sehr froh, dass er uns seine umfassende Erfahrung zur Verfügung stellt.

Gastgeber unserer Sitzung und der meisten Teilnehmer ist einmal mehr  der Augsburger Dominikanerkonvent, wofür wir uns sehr herzlich bedanken. Wi bitten um das Gebet unserer Mitglieder und Leser für dieses Ereignis.

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P. Adalbert M. von Papius

Am 2. Juni starb in Friesach P. Adalbert M. von Papius OP

 

Der Herr schenke ihm die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihm.

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Geistbraus – der Hl. Geist ist nicht niedlich

Die Erde aber war Irrsal und Wirrsal.
Finsternis über Urwirbels Antlitz.
Braus Gottes schwingend über dem Antlitz der Wasser.
Gott sprach: Licht werde! Licht ward.Gott sah das Licht: daß es gut ist.
Gott schied zwischen dem Licht und der Finsternis.
Gott rief dem Licht: Tag! und der Finsternis rief er: Nacht!
Abend ward und Morgen ward: Ein Tag. (Gen 1,1 nach der Übersetzung von Buber & Rosenzweig)

Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.
Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.
Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.
Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.
In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.
Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.
Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?
Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:
Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien,
von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten,
Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden (Apostelgeschichte 2,1-11)

Die Kraft des Heiligen Geistes beschränkt sich nicht darauf, uns zu erleuchten und zu trösten. Sie richtet uns auch auf die Zukunft aus, auf das Kommen des Gottesreiches. Was für eine wunderbare Vision einer erlösten und erneuerten Menschheit sehen wir in der neuen Zeit, die uns vom heutigen Evangelium verheissen wird! Der Hl. Lukas sagt uns, dass Jesus Christus die Erfüllung aller Verheissungen Gottes ist, der Messias, der den heiligen Geist in Fülle besitzt, um ihn mit der ganzen Menschheit zu teilen. Die Ausgiessung des Geistes Christi auf die Menschheit ist ein Unterpfand der Hoffnung und der Erlösung von allem, was uns verarmen lässt. Sie schenkt den Blinden neues Augenlicht, sie befreit die Zerschlagenen und schafft Einheit in und durch Verschiedenheit (vgl. Lk 4,18-19; Jes 61,1-2). Diese Kraft kann eine neue Welt schaffen: sie kann „das Antlitz der Erde erneuern“ (vgl. Ps 104,30)! Eucharistiefeier zum Abschluss des XXIII. Weltjugendtags in Sydney, 20. Juli 2008

Wir wünschen allen unseren Lesern, den Geistbraus, der das Antlitz der Erde erneuert, nicht nach den Visionen der Menschen, sondern nach dem Willen Gottes.

 

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Im Geist des Dominikus: Else Budnowski

Von Norbert Schmeiser

Nur von wenigen Menschen lässt sich sagen, ein Jahrhundert ganz erlebt zu haben. Bei Else Budnowski (1900-2002) ist dies der Fall. Beeindruckend ist, wie sie ihr Leben in dieser Zeit verstand. Sie wollte „stets mitten in der Welt, voller Hingabe an den Menschen im Geist des heiligen Dominikus … leben“, schreibt sie in ihren Lebenserinnerungen.

Schreiben – das war ihr Faible, wie sich schon in ihrer Jugend zeigte: mit 13 schrieb sie ihre erste Geschichte, sie war 17, als ihr erstes Gedicht veröffentlicht wurde. Ihr Leben war von schriftstellerischer Tätigkeit geprägt: Else Budnowski veröffentlichte Literatur über Laien, die sich den Dominikanern angeschlossen hatten, etwa Martin Porres, Rose Hawthorne und Bartolo Longo, auch Romane sowie religiöse, im Briefstil gehaltene Schriften für junge Frauen, die zum Teil ins Englische und Niederländische übersetzt wurden.

Nicht nur wegen ihrer publizistischen Fähigkeiten fühlte Else Budnowski sich von der dominikanischen Spiritualität angesprochen, sondern auch aufgrund ihrer pädagogischen Begabung. Sie unterrichtete zunächst in der Eifel; nach 1945 fand sie in Berlin eine Anstellung als Lehrerin für Englisch und Deutsch, was ihr zuvor wegen ihres katholischen Bekenntnisses verwehrt wurde. Deshalb kümmerte sie sich nach ihrem Studium zunächst als Leiterin der „Katholischen Verbandsgruppe berufstätiger Frauen“ um Fabrikarbeiterinnen und Jugendliche, die bei bürgerlichen Familien angestellt waren.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg organisierte Budnowski – unterstützt von amerikanischen Mitgliedern der dominikanischen Laiengemeinschaft – Lebensmittel- und Kleiderhilfe für das isolierte Berlin. Danach engagierte sie sich politisch, caritativ und in der St. Paulus-Gemeinde in Moabit, deren dominikanische Laiengruppe ihr ein Leben lang Rückhalt bot.*

Else Budnowski als Rednerin bei einer Festveranstaltung katholischer Verbände in Berlin 1933. „Am Tage des katholischen Festes Christi Himmelfahrt am Donnerstag, den 25. Mai 1933, fand ein festlicher Umzug verschiedenster religiöser Gruppierungen hin zur Wilmersdorfer Tennishalle, einer 1930 in der Brandenburgischen Straßen erbauten Mehrzweckhalle, die rund 2000 Besucher fasste. Hier fand eine Kundgebung und Festveranstaltung der Marianischen Jugend statt, selbige Teil der Marianischen Kongregation, einer bereits im 16. Jahrhundert gegründeten – zunächst nur für Männer, seit Mitte des 18. Jahrhunderts auch für Frauen geöffneten – kirchlichen Vereinigung mit dem Ziel der Einheit von Leben und Glauben. Zusammengekommen waren einige Vertreter (Priester, Pfarrer) und zahlreiche Vertreterinnen – Mädchen und junge Frauen – aus Berliner Gemeinden, darunter der Gemeinden St. Clemens und St. Josef (vermutlich Berlin-Weißensee), Liebfrauen St. Marien (Berlin-Kreuzberg), der Katholische Kirchengemeinde Heilige Familie (Berlin-Pankow), der Gemeinden St. Ludgerus, St. Bonifacius und St. Elisabeth (Berlin-Mitte), der Congregation St. Johannis und der Congregation Lichtenberg (Berlin-Marienfelde), dem Heliandbund bzw. Heliand-Mädchenkreis, Gruppen aus Oberschöneweide, Henningsdorf oder Lichterfelde. Zu unterscheiden sind die Gruppen anhand der Fahnen und Flaggen sowie der je gruppenspezifischen Kleidung (meist langer Rock und Bluse in einheitlichen Farben). Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen versammelten sich nach dem Zug durch die Stadt in den Tennishallen. An einem feierlich geschmückten Altar bzw. Pult mit Kerzen und einer Marienstatue, seitlich gesäumt von Fahnenträgerinnen, sprachen verschiedene Personen, unter ihnen Else Budnowski (u.a. Mitte der 1920er Jahre Leiterin der Katholischen Verbandsgruppe berufstätiger Frauen, später Lehrerin). Rechts und links auf der Bühne wurde sie umringt von Mädchen der katholischen Singschar bzw. eines Sprechchors. Der Blick ins Publikum zeigt zugleich die zahlreich erschienenen Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Saal, auf den Tribünen und Rängen der Tennishalle sowie die im vorderen Bereich platzierten Ehrengäste der Veranstaltung“.**

*Dieser Text von Norbert Schmeiser von der Freiburger Fraternität erschein zuerst am 14. Mai 2017 im Konradsblatt, der Bistumszeitung der Erzdiözese Freiburg in der Rubrik „Person der Woche“.

** Originale Bildunterschrift in einem zeitgenössischen Bericht

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