Die Moniales

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Der hl. Dominikus nimmt die Gelübde einiger Nonnen entgegen

Als der junge Augustinerchorherr Dominikus – zehn Jahre vor der Gründung seines eigenen Ordens – in Südfrankreich predigte, bekehrte er einige Frauen zum katholischen Glauben, die zuvor der damals weit verbreiteten Irrlehre der Katharer angehangen hatten. Da diese ihr Leben ganz in den Dienst Gottes stellen wollten, fassten Dominikus und sein damaliger Bischof Diego sie in eine klösterliche Gemeinschaft zusammen. Aus dieser ging im Jahr 1206 in Prouilhe, immer noch lange bevor es den männlichen Zweig des Ordens gab, das erste Frauenkloster des Dominikanerordens hervor. Die Nonnen (lat. Moniales) führten dort nach den Weisungen des hl. Dominikus ein streng religiöses Leben und lebten in der Abgeschiedenheit der Klausur. Als ihre vornehmliche Aufgabe, die bis heute von ihren Nachfolgerinnen sehr ernst genommen wird, übertrug Dominikus ihnen, durch Gebet und Buße die apostolische Sendung des neu entstehenden Ordens zu unterstützen.

Entsprechend ihrer klösterlichen Lebensweise verpflichten sich die Moniales – wie vor gut 800 Jahren – durch öffentliches Gelübde (Profess) in schwesterlicher Gemeinschaft nach einer gemeinsamen Regel zu leben. Sie verzichten nach dem Beispiel und in der Nachfolge Jesu auf persönlichen Besitz (Gelübde der Armut), auf eine eheliche Beziehung (Gelübde der Ehelosigkeit) und weitgehend auf Selbstbestimmung (Gelübde des Gehorsams). Um sich ganz dem Lob Gottes widmen zu können, üben sie keine feste Tätigkeiten außerhalb des Klosters aus.

Als beschauliche Ordensfrauen ist es ihr Lebensinhalt danach zu trachten, beständig in der Gegenwart Gottes zu leben, den sie mit ganzem Herzen suchen und lieben wollen. Durch ihr Leben der Ganzhingabe rufen sie Segen auf die Welt herab, und die vielen Anliegen, die von den Menschen aus der Welt an sie herangetragen werden, bringen sie stellvertretend im Gebet vor Gott. Konkrete Kernpunkte ihrer Spiritualität sind die tägliche Feier der Liturgie, vor allem die Eucharistie und das Stundengebet, und die beständige Betrachtung des Wortes Gottes. Wie in den anderen Zweigen des Ordens hat das Studium für die dominikanischen Nonnen, das für sie vor allem eine tiefere Durchdringung der Glaubenswahrheiten im Licht der jeweils aktuellen Probleme der Welt bedeutet, einen festen Platz in ihrem Alltag.

Durch ihr Bemühen um ein einmütiges Leben in Gemeinschaft sind die Moniales den Menschen außerhalb des Klosters beispielhaft ein Zeichen der Liebe Gottes. Als lebendiges und leuchtendes Zeugnis eines von Gott getragenen Lebens möchte ihr stilles Dasein eine Einladung an alle Menschen sein, mehr über den christlichen Glauben zu erfahren, bzw. diesen intensiver zu leben.

Weltweit gibt es derzeit rund 3500 Nonnen im Predigerorden. In Deutschland gibt es heute dominikanische Nonnenklöster in Bamberg, Regensburg und Rieste-Lage bei Osnabrück.

Sr. M. Marina Dirks OP, Regensburg

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