Ausbildungsplan

Dominicans at Their Desks

Ausbildungsplan für die Dominikanische Laiengemeinschaft in der Provinz des Hl. Albert des Großen in Süddeutschland und Österreich

Einleitung

Der hier vorgelegte Ausbildungsplan ist als Empfehlung anzusehen für Postulanten, Novizen und Mitglieder mit zeitlichem Versprechen in den Gruppen und Fraternitäten der Dominikanischen Laiengemeinschaft sowie für Postulanten und Novizen für die Einzelmitgliedschaft und Einzelmitglieder mit zeitlichem Versprechen in der Dominikanischen Laiengemeinschaft der süddeutsch-österreichischen Provinz des Dominikanerordens.

In großen Zügen sollen die hier aufgeführten Ausbildungsinhalte in den einzelnen Schritten überall Anwendung finden. Die jeweils herangezogenen Materialien sind jedoch variabel und werden deshalb in Auswahl angeboten. Die Erweiterung dieser Auswahl durch Vorschläge aus den Gruppen und Fraternitäten oder von einzelnen Personen wird ausdrücklich begrüßt. Alle elektronisch verfügbaren Materialien werden auf der Internetseite zugänglich gemacht. Dazu gehört auch ein von P. Thomas Gabriel Brogl OP (Wien) angefangenes Lesecurriculum für dominikanische Laien, das sukzessive ergänzt wird. Auf Wunsch kann dieses Curriculum auch per Postbrief zugesendet werden.

In allen Ausbildungsstufen soll die Ausbildung Wissen über den Dominikanerorden vermitteln, mit seiner Spiritualität, Theologie und seinen Gebetsweisen theoretisch und praktisch bekannt machen, das Bewusstsein für die Verantwortung der Laien in der und für die Kirche wecken, die Fähigkeit zur Predigt des Wortes Gottes fördern und einüben und die Freundschaft mit allen Zweigen des Ordens vermitteln und vertiefen.

Die wesentlichen Inhalte sind in allen Stufen des Ausbildung gleich und werden in der jeweils nächsten Stufe vertieft und erweitert. Deshalb finden sich manche Punkte im vorgelegten Ausbildungsplan mehrmals. Die Leseempfehlungen und –vorschläge richten sich an die Verantwortlichen für die Ausbildung als Hilfen zur Vorbereitung der Ausbildungseinheiten sowie an die  Postulanten und Novizen zum Selbststudium

Im deutschsprachigen Raum haben wir mit der im Benno-Verlag erschienen Reihe „Dominikanische Quellen und Zeugnisse“ (DQZ) das Privileg, dass viele Grundlagen dort ausführlich dokumentiert sind. Im Besitz des Provinzrats befinden sich zwei vollständige Sätze der Reihe, die von den Fraternitäten, Gruppen und Postulanten/Novizen für de Einzelmitgliedschaft zu Ausbildungszwecken ausgeliehen werden können. Dazu wird ausdrücklich ermutigt.

In den letzten Jahrzehnten ist im Zuge der allgemeinen Säkularisierung ein ständig zunehmender Verlust des Glaubenswissens selbst innerhalb der Kirche zu beklagen. Bei unseren Bewerbern sollte eine solide theoretische und praktische Grundlage in Bezug auf den katholischen Glauben erkennbar vorhanden sein. Bewerber, die das nicht mitbringen, müssen es zunächst anderweitig nachholen. Die Fraternitäten und anderen Verantwortlichen sollen für solche Fälle Adressen für Glaubens- und Katechisierungskurse in der Nähe nennen können.

 Postulat

Postulanten sind Personen, die sich ernsthaft für eine Mitgliedschaft in der Dominikanischen Laiengemeinschaft interessieren. Das Postulat dauert mindestens 6 und höchstens 12 Monate (Direktorium, Kapitel I.3) und dient dem Kennenlernen des Ordens und der Dominikanischen Laiengemeinschaft, dem Prüfen der eigenen Absichten und der Berufungsklärung sowie der gegenseitigen Prüfung von Postulant und Fraternität/Gruppe oder (im Fall von Einzelmitgliedern) anderen Repräsentanten des Ordens.

Die Postulanten sollen sowohl die spezifischen Charakteristika des Dominikanerordens als auch die Wesensmerkmale einer Mitgliedschaft in seinem inkorporierten Laienzweig kennenlernen. Die Verantwortlichen sind gehalten, sich mindestens einmal monatlich mit den Postulanten zu treffen und ein detailliertes Programm auszuarbeiten. Dieses Programm soll folgende Inhalte umfassen:

1. Theoretische und praktische Inhalte:

  • Persönlichkeit und Charisma des hl. Dominikus
  • Überblick über die Geschichte des Dominikanerordens
  • Die vier Säulen des dominikanischen Lebens: Gebet, Gemeinschaft, Studium und Verkündigung
  • Die Gebetsweisen:

Theoretische und praktische Einführung in Stundengebet, geistliche Schriftlesung und  Rosenkranz

Die Liturgie bzw. Eucharistiefeier: Aufbau, Inhalt und Theologie der hl. Messe

  • Ein Überblick über die Heiligen und Seligen des Ordens und ihre Viten (z.B. Albertus magnus, Thomas von Aquin, Antoninus von Florenz, Katharina von Siena, Rosa von Lima, Heinrich Seuse, Fra Angelico, Pietro Giorgio Frassati) und andere wichtige Dominikaner-Gestalten (z.B. Meister Eckart, Johannes Tauler, Girolamo Savonarola, Jean-Baptiste Henri Lacordaire, Bartolomé de las Casas, Yves Congar, Marie-Dominique Chenu u.v.a.)
  • Die Struktur des Ordens als Familie
  • Die dominikanische Laiengemeinschaft
  • Regel und Direktorium
  • Leben mit der Regel
  • Dokumente des II. Vatikanischen Konzils über die Laien in der Sendung der Kirche

2. „Dominikaner kennenlernen“:

möglichst Teilnahme an einem dominikanischen Studientag, einem Tag der dominikanischen Familie, einem Treffen mit einer anderen Gruppe, einem Besuch eines dominikanischen Konvents (soviel wie möglich aber mindestens eines von diesen)

3. Abschließendes Gespräch

mit der/den begleitenden Person(en). Dabei sollen auch ungelöste Fragen und Probleme und/oder Kritik zur Sprache kommen.

Noviziat

Novizen sind Personen, die nach Abschluss des Postulats während eines Gottesdienstes im Beisein des Leiters der Fraternität bzw. Gruppe und des Ordensassistenten (im Falle von Einzelmitgliedern des Provinzpräsidenten und/oder des Provinzpromotors) ins Noviziat aufgenommen worden sind (vgl. Direktorium, Kapitel II) Das Noviziat dauert mindestens 12 und höchstens 24 Monate.

Im Noviziat müssen die Schwerpunkte dominikanischen Lebens und dominikanischer Spiritualität weiter eingeführt und vertieft werden (vgl. Regel II/8-14). Diese sind:

  • das tägliche Stundengebet und die möglichst tägliche Feier der Eucharistie;
  • die häufige Feier des Sakramentes der Versöhnung
  • das persönliche betrachtende Gebet (z.B. Meditation und Kontemplation,   Rosenkranz);
  • Kenntnis der Ordensgeschichte sowie der historischen und aktuellen Zielsetzungen des Ordens;
  • die vier Säulen dominikanischer Identität: Gebet, Gemeinschaft, Studium und Apostolat;
  • das Leben des heiligen Dominikus und anderer Heiligen des Ordens;
  • das ständige Studium der offenbarten Wahrheit und das unablässige Nachdenken über die Probleme unserer Zeit im Licht des Glaubens
  • Statuten (Regel und Direktorium) der Fraternitäten
  • Persönlichkeitsbildung (z.B. durch Geistliche Begleitung)

1. Theoretische und praktische Inhalte:

1.1 Dominikanisches Leben und Spiritualität

  • Die Regel der Dominikanischen Laiengemeinschaften
  • Das Direktorium der süddeutsch-österreichischen Provinz

Die Novizen sollen diese Texte immer wieder studieren und darüber nachdenken, was genau sie beinhalten und was die Umsetzung für ihr eigenes Leben bedeutet.

Empfohlene Lektüre:

Außer den „legislativen“ Texten selbst, die passenden Abschnitte in Johannes H Weise OP: Jeder ist ein Wort Gottes für den anderen. DQZ 13, St. Benno-Verlag Leipzig, 2009

  • Struktur des Ordens als „Familie“

           Empfohlenen Lektüre:

Thomas Eggensperger, Ulrich Engel, Frauen und Männer im Dominikanerorden, Matthias-Grünewald-Verlag, 1992

  • Person und Charisma des hl. Dominikus

 Mögliche Lektüre (in Auswahl)

Guy Beduelle: Dominikus. Verlag Styria, 1984

 Paul Dominikus Hellmeier: Dominikus begegnen. St. Ulrich Verlag. 2007

 Vladimir J. Koudelka: Dominikus. Walter Verlag 1983

 Simon Tugwell: Der Heilige Dominikus; Éditions du Signe. ISBN 2-87718-451-X

  • Ein Überblick über die Vielfalt dominikanischer Spiritualität:

 Mögliche Lektüre:

Ulrich Engel (Hrsg): Dominkanische Spiritualität, DQZ 1, St. Benno-Verlag,

Paul Murray: „Den Wein der Freude trinken“ DQZ 11 St.Benno-Verlag,  2007

Erik Borgman (Laiendominikaner): Dominican Spirituality; Continuum.   ISBN 0-8264 5684 7

  • Die vier Grundsäulen des dominikanischen Lebens: Gebet, Gemeinschaft, Studium und Verkündigung

Mögliche Lektüre (in Auswahl):

„Loben, segnen, verkündigen“, Timothy Radcliffe, in: Jeder ist ein Wort Gottes für den anderen, S. 109-133, hg. v. Johannes H. Weise, DQZ 13, Benno 2009.

„Die Quelle der Hoffnung: Studium und Verkündigung der guten Nachricht“: Timothy Radcliffe in ebd., S. 74-103

„Iss das Buch. Das Studium in der dominikanischen Tradition“, Paul Murray in: „Den Wein der Freude trinken“ DQZ 11, 2007, S. 80 – 120

  • Die demokratische Struktur des Predigerordens

Empfohlenen Lektüre:

 Entsprechende Abschnitte in Regel und Direktorium

Timothy Radcliffe: Dominikanische Freiheit und Verantwortung. Zur Spiritualität der Leitung; in derselbe: Gemeinschaft im Dialog, DQZ 2: S. 137- 180

  • Die dominikanischen Gebetsweisen:

Die für die Ausbildung zuständigen Verantwortlichen sind gehalten, sich der Einführung der Kandidaten und Novizen in die dominikanischen Gebetsweisen besonders intensiv zu widmen. Diese sind:

die häufige Teilnahme an der hl. Messe

das Stundengebet,

das Studium der Heiligen Schrift

die geistliche Schriftlesung (lectio divina),

das persönliche betrachtende Gebet

und der Rosenkranz

Den Kandidaten wird die Teilnahme am gemeinschaftlichen Gebet in der Gruppe/Fraternität  und/oder am Chorgebet des Dominikaner(innen)konvents vor Ort oder dem Chorgebet eines anderen Ordens vor Ort ans Herz gelegt.

Sie sollen sich aber auch darin einüben, die großen Horen des Stundengebets allein zu beten. Ebenso sollen sie versuchen, sich mit dem Rosenkranzgebet und der regelmäßigen Schriftlesung vertraut machen. Dabei sollen sie die darin erfahrenen Mitglieder ihrer Fraternität/Gruppe unterstützen.

 Mögliche Lektüre:

Peter Dyckhoff: Mit Leib und Seele beten. Die neun Gebetsweisen des Dominikus. Herder ISBN 3-451-28231-3

Max I. Cappabianca und Cletus Wingen: Die Perlenkette des Glaubens. Den Rosenkranz beten & meditieren. St Benno-Verlag ISBN 978-3-7462-2601-9

Max I. Cappabianca: Der Rosenkranz. Gebete und Meditationen. St Benno-Verlag ISBN 978-3-7462-2132-8

Rosarium Dominicanum. Der Rosenkranz in Gebet und Betrachtung mit Gregorianischem Gesang. Sprecher: Patres des Dominikanerklosters St. Paulus, Berlin. Morus Verlag Berlin. ISBN: 3-87554-380-7 (CD)

Lectio divina auf der Homepage der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard in Eibingen: http://www.abtei-st-hildegard.de/?p=229

  • Die Geschichte, und Gegenwart der Dominikanischen Laiengemeinschaften

Empfohlene Lektüre:

Zaida Rocha Ferreira: Eine kurze Geschichte des Europäischen Rates der Dominikanischen Laiengemeinschaften, in: Jeder ist ein Wort Gottes für den anderen, S. 18-33, hg. v. Johannes H. Weise, DQZ 13, Benno 2009

Hilarius Barth: Der vergessene Ursprung der Dominikanischen Gemeinschaft.

Das Manuskript wird im internen Bereich der Internetseite der Dominikanischen Laiengemeinschaften unserer Provinz (www. dominikanische-laien.de) eingestellt.

Ralph Weber: A History and Theology 
of Sharing Responsibility 
for the Church

http://www.spiritualitytoday.org/spir2day/853721weber.html

 Ralph Weber: History of the Dominican Laity

http://www.southerndominicanlaity.org/HISTORY%20OF%20THE%20DOMINICAN%20LAITY.pdf

 Charles Malatesta: The Purpose of the Dominican Laity

http://www.southerndominicanlaity.org/THE%20PURPOSE%20OF%20THE%20DOMINICAN%20LAITY.pdf

Edward Schillebeeckx: The Dominican Third Order  Old Style and New Style http://www.dominicanwitness.com/?page_id=1031

  • Ein Überblick über die Geschichte des Predigerordens. Dabei soll weniger Wert auf historische Daten gelegt werden als auf die Entfaltung des Ordens und seiner Schwerpunkte im Lauf der Zeit

Mögliche Lektüre:

William Hinnebusch: Kleine Geschichte des Dominikanerordens. DQZ 4, Benno 2004 (in Auszügen)

Wolfram Hoyer: Jordan von Sachsen. Von den Anfängen des Predigerordens. DQZ 3, Benno  2002

  • Die Heiligen und Seligen des Ordens:

s. Postulat

Besonders zu empfehlen ist auch die Beschäftigung mit den Heiligen und Seligen des Dritten Ordens, z.B. mit Katharina von Siena und Rosa von Lima,

  • Überblick über einige Schwerpunkte dominikanischer Theologie

            Scholastik: Thomas von Aquin und Albertus magnus

            Mystik: Meister Eckart, Heinrich Seuse, Johannes Tauler, Katharina von Siena

            Mission: Bartolomé de Las Casas

            Konzil: Yves Congar, Marie-Dominique Chenu

Mögliche Lektüre: s. die entsprechenden Bände der Reihe Dominikanische Quellen und Zeugnisse und die Empfehlungen im Lesecurriculum

  • Die Aufgabe und Verantwortung der Laien in der Kirche

Empfohlene Lektüre:

Texte des II. Vatikanischen Konzils: in Johannes Weise OP: Jeder ist …; S. 177 – 190

Yves Congar: Der Laie. Schwabenverlag, antiquarisch erhältlich

1.2. Andere Inhalte:

  • Gründliche Kenntnis der und Auseinandersetzung mit der Liturgie und der Feier der Eucharistie

Mögliche Lektüre (in Auswahl):

Gotteslob Nr. 351- 369

(Allgemeine Einführung in) das römische Messbuch (im Internet einsehbar unter folgendem Link)

http://www.liturgie.de/liturgie/index.php?bereich=publikationen&datei=pub/oP/dok/AllEinfrMessbuch

Das Missale Romanum kann für 0,86 € bei der Deutschen Bischofskonferenz online erworben werden

http://www.dbk-shop.de/index.php?page=search&page_action=query&desc=on&sdesc=on&keywords=messbuch&x=0&y=0

http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/ccdds/documents/rc_con_ccdds_doc_20040423_redemptionis-sacramentum_ge.html

 Litugiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils: Sacrosanctum Concilium

Romano Guardini: Vom Geist der Liturgie

Derselbe: Von heiligen Zeichen

Josef Ratzinger: Der Geist der Liturgie

Christoph Schönborn: Wovon wir leben können. Das Geheimnis der Eucharistie. Herder Verlag 2005

 Weitere Sachbücher zum Thema sind in jeder Ausführlichkeit auf dem Büchermarkt zu finden.

  • Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den anderen Sakramenten und mit der sakramentalen Natur der Kirche
  • Kenntnis der katholischen Glaubenslehre:

Mögliche Lektüre:

 (Kompendium des) Katechismus der Katholischen Kirche

Josef Ratzinger: Einführung in das Christentum

 2. Dominikaner kennenlernen

Besuch anderer Gruppen oder Fraternitäten

Teilnahme an wenigstens einer der folgenden gemeinschaftlichen Aktivitäten auf Provinzebene: den Einkehr-, Studien- und/oder Apostolatstagen und/oder der Wallfahrt der Dominikanischen Laien in unserer Provinz

Wenn möglich Besuch eines Dominikaner(innen)klosters

Evtl. Teilnahme am jährlichen Provinzstudientag der Provinz Teutonia jeweils im Januar

3. Zeugnis einüben

Auseinandersetzung mit dem Laienapostolat

Am Apostolatstag der Provinz teilnehmen

Ein apostolisches „Projekt“ entwerfen und mit dem Begleiter/der Begleiterin oder der Gruppe/Fraternität besprechen und ggf durchführen

Zeugnis geben im Alltag einüben

Eine andere Laienbewegung besuchen

4. Während der Ausbildung, insbesondere aber vor der Ablegung des zeitlichen bzw. endgültigen Versprechens sollen Reflexionen und Gespräche stattfinden über:

Berufung; was ist Berufung, und was ist meine Berufung?

Die Struktur der stufenweisen Eingliederung und ihr Sinn

Die Regel

Die Versprechen

Was bedeutet das Leben mit Regel und Versprechen?

 Auseinandersetzung mit der Idee des Laienapostolats

Beispiele von Laienapostolat innerhalb und außerhalb des Ordens

Selbstreflexion: Kann ich das und will ich das? Warum überhaupt Apostolat/Verkündigung? Welche Ideen (Erfahrungen) habe ich dazu, wie könnte ich das realisieren – in der Gruppe oder als Einzelner?

Vor dem ersten Versprechen: Kritische Auseinandersetzung mit der Frage, warum ich dem Orden beitreten will. Was zieht mich an, was nicht; kann ich mich mit dem Orden und seinen Zielen (sofern erkennbar) identifizieren? Was wollte der hl. Dominikus? Was ist die Kirche und will ich/ kann ich andere ggf zu dieser Kirche führen?

5. Außerdem wird vor der Ablegung der Versprechen (insbesondere des endgültigen Versprechens) die Teilnahme an mehrtägigen Exerzitien bzw. Einkehrtagen  empfohlen.

Formatio permanens nach der Ablegung des ersten zeitlichen Versprechens

Alle Mitglieder des Dominikanerordens sind lebenslang zur ständigen Weiterbildung angehalten. Besonders wichtig ist dies aber in der Zeit zwischen dem ersten und dem endgültigen Versprechen.

In dieser Zeit soll die Freundschaft zum Orden vertieft werden. Außerdem sollen die „Neophyten“ im Orden ihre Kenntnisse über den Orden und seine Ziele kontinuierlich erweitern. Sie sollen mit der Kirche leben und so viel wie möglich über sie und die Lehre der Kirche lernen. Sie sollen lernen, die „Zeichen der Zeit“ zu erkennen und einzuordnen. Sie sollen Fortschritte darin machen, Zeugnis für Christus und den Glauben abzulegen. Sie sollen versuchen zu erkennen, was ihre Berufung innerhalb des Ordens sein könnte und ihr Wissen in diesem Bereich vertiefen und erweitern.

Themen (in Auswahl):

  • Glaubenslehre

Mögliche Lektüre:

Basiskurs katholischer Glaube (wird auf der Internetseite hinterlegt);

(Kompendium des) Katechismus der Katholischen Kirche

  • Philosophie und Theologie

Mögliche Lektüre:

Grundkurs Philosophie und Theologie (wird auf der Homepage hinterlegt)

Frank Sheed: Theologie für Anfänger. Lepanto-Verlag, 2011

Otto Kallscheuer; Die Wissenschaft vom Lieben Gott. Eine Theologie für Recht- und Andersgläubige, Agnostiker und Atheisten. Eichborn-Verlag, 2006

u.v.a. mehr (s. Lesecurriculum)

  • Die Heiligen und Seligen des Ordens
  • Gesellschaftspolitisch aktuelle Themen
  • Moraltheologie und Ethik
  • Die Texte des II. Vatikanischen Konzils
  • Theologie und Mystik des Dominikanerordens aber auch aus anderen Quellen
  • Rolle von Dominikanern im II. Vatikanischen Konzil (Thomas Eggensperger, Ulrich Engel: Mutig in die Zukunft, DQZ 10, St. Benno-Verlag 2007)
  • Formen und Erfahrungen des Apostolats

 

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