Was können wir tun, um uns ohne Sakramente geistlich am Leben zu erhalten?

Von Sr. Anne Bente Hadland, Priorin des Dominikanerinnenklosters Katarinahjemmet, Oslo

„Wir sind getrennt und doch vereint, vereint in Christus“

Ich habe mich oft gefragt, wie das für Katholiken ist, die weit entfernt von der Kirche leben oder die in Gebieten leben, in denen es keine Priester gibt, die die Messe feiern können. Jetzt haben wir die Möglichkeit, etwas davon in Solidarität mit jenen zu erleben, die aus verschiedenen Gründen nicht in die Kirche kommen können, selbst wenn sie dies möchten. Was können wir tun, um uns geistlich am Leben zu erhalten, ohne Sakramente, und wie?

Als allererstes würde ich sagen: Lies die Bibel, bete den Rosenkranz! Am besten jeden Tag zu regelmäßigen Zeiten. Lies zum Beispiel eines der Evangelien langsam im Laufe der Zeit oder die neutestamentlichen Briefe. Ihr sollt auch wissen, dass das Gebet in unseren Klöstern weitergeht – Zeiten des Gebets, der Anbetung – und dass das Stundengebet gefeiert wird und dass dort, wo die Kirchen geöffnet sind, Anbetung gehalten wird. Das Stundengebet wird in allen Klöstern Norwegens und sicherlich in einigen Privathäusern gebetet. Wir sind viele, die zusammen beten!

Um die Gemeinschaft aufzubauen, ist es wichtig, am Gebet der Kirche, der Liturgie teilzunehmen. Wir können den Sonntag sehr gut feiern, indem wir zu Hause die Messe beten:

Nimm dir Zeit, um die Messtexte zu lesen – nicht nur die Lesungen, sondern auch die Präfation und das Eucharistische Gebet. Am besten eines der längeren, die nicht so oft benutzt werden. Sie sind reich und nahrhaft! Und gehe zur geistlichen Kommunion. Nimm dir auch dafür Zeit, nicht zuletzt für die anschließende Danksagung in Stille. Geistliche Kommunion ist Realität. Es ist nicht nur etwas, was du „irgendwie“ tust. Wir vereinen uns dann mit dem Opfer Christi und dadurch miteinander.

Und bete, gerne mehr als zuvor! Die Allerheiligenlitanei wurde im Laufe der Zeit gegen Seuchen und Krankheiten eingesetzt. Bete sie! Beten ist einfach. Das ist auch der Rosenkranz, durch den wir immer mehr mit dem Leben Jesu und unserem eigenen – im Lichte des Seinen – vertraut werden.

Hier in Katarinahjemmet sind wir jetzt in Quarantäne, 10 Schwestern und 12 Studenten und Freiwillige. Wir haben mehrere Fälle von Atemwegsinfektionen und einer unserer Schüler wurde auf Coronavirus getestet. Wir warten gespannt auf das Ergebnis. Der Sakristan hier war so vorausschauend, den Priester zu bitten, das was wir noch an Hostien hatten, zu weihen, kurz bevor wir in Quarantäne gehen mussten. An Sonn- und Feiertagen feiern wir jetzt den Wortgottesdienst mit Kommunion und Predigt einer der Schwestern.

Es ist eine etwas unwirkliche Situation. Im Haus haben wir den Gästebereich bis Ostern geschlossen, denn gibt jetzt die mit Symptomen, und einer in Isolation. Es gibt viel zu überlegen und das muss organisiert werden, aber gleichzeitig ist es im Haus ungewöhnlich ruhig. Aber nicht nur bei uns. Es ist auch ruhig um uns herum, die wir mitten in der Stadt leben in der Nähe einer der belebtesten Einkaufsstraßen von Oslo. Der Prophet Hosea spricht in Kapitel 2 davon, in die Wüste geführt zu werden, wo Gott zu uns in unseren Herzen sprechen wird. Für mich ist es hilfreich, sich diese Situation als einen Ort vorzustellen, an dem Gott zu uns sprechen wird – in der Stille des Herzens.

Könnte diese Zeit eine Zeit der Gnade sein? Eine Zeit, in der wir von dem Wasser leben müssen, das aus unserem Inneren fließt, wie im Evangelium am Sonntag, dem 15. März, dem dritten Fastensonntag, über die Samariterin am Brunnen gesagt wurde. Ich meine diese Stelle: Vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt (Joh 4, 14). Und ich denke: Durch Taufe und Firmung haben wir Seine Gaben in Fülle erhalten. Jetzt müssen sie nur noch ihre volle Wirkung entfalten. Indem wir empfangen, was er uns im Gebet, in der Stille, in der geistlichen Lesung zu sagen hat.

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