Heiliger Vater Dominikus

Am 8. August begeht der Predigerorden das Hochfest seines Gründers, des hl. Dominikus von Guzmán

Dominikus wurde um 1173 in Caleruega/Spanien geboren. Als er sieben Jahre alt war, übergaben ihn seine Eltern einem Onkel, der Priester war, zur geistlichen Erziehung und zur Vorbereitung auf seine Studien. Mit 14 Jahren begann er das Studium der Freien Künste und der Theologie in Palencia. 1196 empfing er die Priesterweihe. Diego, der Prior des Kapitels und spätere Bischof von Osma, nahm ihn in das Domkapitel auf. Hier führte Dominikus ein klösterliches Gemeinschaftsleben. 1201 wurde er Subprior des Kapitels.

Als Reisebegleiter seines Bischofs begegnete er in Südfrankreich der Irrlehre der Katharer und Waldenser. Zusammen mit seinem Bischof entschloß sich Dominikus im Jahre 1206, als Wanderprediger das Evangelium zu verkünden. Er predigte in Demut und Armut, durch sein Wort und Beispiel. Um das apostolische Leben zu unterstützen, gründete er ein Kloster für kontemplative Schwestern in Prouilhe (1206).

Nach Bischof Diegos Tod im darauffolgenden Jahr blieb Dominikus in Südfrankreich. In den folgenden Jahren schlossen sich ihm einige Gefährten an, die sich wie er der apostolischen Wanderpredigt widmen wollten, um den Glauben zu verkünden und viele Menschen zur Kirche zurückzuführen. 1215 gründete Dominikus in Toulouse die Gemeinschaft der Predigerbrüder. Mit seiner Gründung wollte er eine Antwort geben auf die tiefgreifende Krise der Kirche zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Er griff die radikalen Forderungen nach Armut und Wanderpredigt auf und gab ihnen einen Platz in der Kirche. Das apostolische Leben sollte die Brüder frei machen für die Arbeit als Prediger und Lehrer. Verkündigung und Predigt, die aus der Verbindung von Kontemplation und Studium erwachsen, sollten das Ziel seines Ordens sein. Thomas von Aquin formulierte später: contemplari et contemplata aliis tradere – in der Kontemplation leben und anderen die Früchte der Kontemplation weitergeben. Dominikus umschrieb seine Lebensform mit folgenden Worten: mit Gott oder von Gott sprechen; mit Gott in Gebet, Betrachtung, Studium und klösterlichem Leben, von Gott in Predigt, Lehre und Apostolat.

Am 22. Dezember 1216 nahm Papst Honorius III die Gemeinschaft des Dominikus unter seinen Schutz und bestätigte ihre Lebensordnung nach der Regel des hl. Augustinus. In einer Bulle aus dem Jahr 1217 erkannte der Papst den universalen Charakter des Ordens an, bestätigte Namen und Auftrag der Predigerbrüder und empfahl sie allen Bischöfen. Am 15. August 1217 sandte Dominikus seine Brüder von Toulouse aus in die großen Städte der damaligen Zeit: nach Paris, Rom, Bologna und nach Spanien. Dank des rastlosen Einsatzes des Gründers und seiner Brüder verbreitete sich der Orden innerhalb von fünf Jahren in ganz Europa. Auf den Generalkapiteln 1220 und 1221 in Bologna legte Dominikus die Grundlage der Verfassung des Ordens, die von seinem ersten Nachfolger, dem seligen Jordan von Sachsen, in eine feste Form gebracht wurde. Die kluge und ausgewogene Gesetzgebung des hl. Dominikus hat sich im Laufe der Jahrhunderte bewährt und gilt in ihren Grundzügen bis heute. Dominikus starb am 6. August 1221 im Konvent von Bologna. Papst Gregor IX hat ihn am 1234 in Rieti heiliggesprochen.

Dominikus wollte in Bologna in der Kirche des hl. Nikolaus „unter den Füßen der Brüder“ begraben sein. Als er am 6. August 1221 starb, bestatteten ihn seine Gefährten in einem einfachen Grab. Es wird überliefert, daß viele Kranke an seinem Grab Heilung und Gesundheit erhalten haben. Seine Brüder aber weigerten sich, diese Wunder anzuerkennen und erfüllten nicht das gegebene Versprechen. Durch einen Umbau des Klosters kam die Grabstätte ins Freie und war so den Einflüssen der Witterung ausgesetzt. Jordan von Sachsen war daher bestrebt, eine Übertragung des Leichnams an eine würdigere Stätte durchzusetzen. Unter Papst Gregor IX wurde in Anwesenheit des Erzbischofs Theodoricus von Ravenna in einer offiziellen kirchlichen Feier die Übertragung vorgenommen.

Es war am Pfingstdienstag 1233, zur Zeit, als das Generalkapitel in Bologna versammelt war. Die Gebeine des Dominikus wurden in einen kostbaren Marmorsarkophag gelegt. Es wird berichtet, daß beim Öffnen des Grabes ein wunderbarer Duft entströmte, „der allen klar zeigte, welch Wohlgeruch Christi dieser sei. Der Erzbischof zelebrierte das feierliche Hochamt. Und da es gerade der dritte Pfingsttag war, der strahlend aufging, stimmte der Chor den Eröffnungsvers an „Nehmt in Besitz die Wonne eurer Herrlichkeit“. Im selben Jahr begann der kanonische Heiligsprechungsprozeß, der am 3. Juli 1234 zur Heiligsprechung des Dominikus durch Papst Gregor IX führte. Der 6. Ordensmeister der Dominikaner, Johannes von Vercelli, ließ ein prächtiges Grabmal errichten und 1267 die Gebeine des hl. Ordensvaters dort beisetzen. *

Der Orden feiert die Übertragung der Gebeine des hl. Dominikus mit einem zweiten Hochfest am 24. Mai.

Unsere Konvente und Gemeinschaften begehen den 8. August als Hochfest, unter anderem mit einer Festmesse mit anschließender Agape und Ausstellung in Graz.

*Text von hier

Bilder: 1. Der hl. Dominikus an der Fassade des Regensburger Doms

2. Grabmal des hl. Dominikus zu Bologna (privat)

3. hier

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