{"id":782,"date":"2013-11-19T20:11:21","date_gmt":"2013-11-19T19:11:21","guid":{"rendered":"http:\/\/dominikanische-laien.de\/?p=782"},"modified":"2013-11-19T20:11:21","modified_gmt":"2013-11-19T19:11:21","slug":"kommentar-der-hl-katharina-von-siena-zum-heutigen-evangelium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dominikanische-laien.de\/?p=782","title":{"rendered":"Kommentar der hl. Katharina von Siena zum heutigen Evangelium"},"content":{"rendered":"<p><b>Evangelium nach Lukas\u00a0<span dir=\"ltr\">19,1-10.<\/span>\u00a0<\/b><\/p>\n<p><span>I<\/span>n jener Zeit kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt.<br \/>\nDort wohnte ein Mann namens Zach\u00e4us; er war der oberste Zollp\u00e4chter und war sehr reich.<br \/>\nEr wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war klein.<br \/>\nDarum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen mu\u00dfte.<br \/>\nAls Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zach\u00e4us, komm schnell herunter! Denn ich mu\u00df heute in deinem Haus zu Gast sein.<br \/>\nDa stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf.<br \/>\nAls die Leute das sahen, emp\u00f6rten sie sich und sagten: Er ist bei einem S\u00fcnder eingekehrt.<br \/>\nZach\u00e4us aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die H\u00e4lfte meines Verm\u00f6gens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zur\u00fcck.<br \/>\nDa sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist.<br \/>\nDenn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Heiligenkalender_Katharina_Siena_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-784\" alt=\"Heiligenkalender_Katharina_Siena_01\" src=\"http:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Heiligenkalender_Katharina_Siena_01.jpg\" width=\"510\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Heiligenkalender_Katharina_Siena_01.jpg 510w, https:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Heiligenkalender_Katharina_Siena_01-300x103.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><b>Kommentar zum heutigen Evangelium<\/b>\u00a0<\/span><br \/>\nHl. Katharina von Siena (1347 &#8211; 1380), Dominikanertertiarin, Kirchenlehrerin, Mitpatronin Europas<br \/>\n<i>Brief 119 an den Prior der Olivetaner<\/i><\/p>\n<p><b>\u201eEr wollte gerne sehen, wer dieser Jesus sei\u201c<\/b><\/p>\n<p>Ich schreibe Euch in dem Wunsch, in euch einen guten, mutigen Hirten zu sehen, der die ihm anvertrauten Schafe mit vollkommenem Eifer weidet und f\u00fchrt und darin dem sanftm\u00fctigen Herrn der Wahrheit gleicht, der sein Leben f\u00fcr uns hingegeben hat, f\u00fcr seine Schafe, die vom Pfad der Gnade abgeirrt sind. Das gelingt uns zwar nicht ohne Gott, und wir k\u00f6nnen, solange wir hier auf Erden sind, Gott nicht besitzen. Es gibt aber ein gutes Hilfsmittel: Wenn das Herz mutlos und kleinlaut wird, muss man es machen wie Zach\u00e4us: Er war nicht gro\u00df und musste, um Gott zu sehen, auf einen Baum steigen. Sein Eifer wurde mit der freundlichen Aufforderung belohnt: \u201eZach\u00e4us, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.\u201c<\/p>\n<p>So m\u00fcssen wir es machen, wenn wir in einem Tief sind, ein kleinliches Herz haben und nur wenig Liebe empfinden. Wir m\u00fcssen auf den Baum des heiligen Kreuzes steigen! Und da sehen wir Gott, da kommen wir ihm nahe. Hier finden wir das Feuer seiner unaussprechlichen Liebe, die Liebe Gottes, die ihn bis in die Schande des Kreuzes gef\u00fchrt hat, die ihn angetrieben und mit brennendem Hunger und nagendem Durst die Ehre des Vaters und unser Heil hat suchen lassen\u2026 Wenn wir es nur wollen, wenn unsere Gleichg\u00fcltigkeit uns nicht daran hindert, k\u00f6nnen wir auf den Kreuzesstamm steigen und das Wort, das aus dem Munde der Wahrheit kommt, in uns Wirklichkeit lassen: \u201eWenn ich von der Erde erh\u00f6ht bin, werde ich alles an mich ziehen\u201c (Joh 12,32 Vulg). Wenn die Seele sich so erhebt, sieht sie tats\u00e4chlich die Wohltaten der G\u00fcte und Macht des Vaters\u2026 die Milde und den Reichtum des Heiligen Geistes, also die unsagbare Liebe, von der Jesus am Holz des Kreuzes festgehalten wird. N\u00e4gel und Bande konnten ihn nicht festhalten; nur die Liebe\u2026 Steigt auf diesen hochheiligen Baum, an dem die reifen Fr\u00fcchte aller Tugenden h\u00e4ngen, die der Leib des Gottessohnes in sich tr\u00e4gt; geht es mit Feuer an. Verbleibt in der heiligen, sanftm\u00fctigen Liebe Gottes. Lieber Jesus, Jesus, meine Liebe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Evangelium nach Lukas\u00a019,1-10.\u00a0 In jener Zeit kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort wohnte ein Mann namens Zach\u00e4us; er war der oberste Zollp\u00e4chter und war sehr reich. 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