{"id":4943,"date":"2024-05-10T07:11:51","date_gmt":"2024-05-10T06:11:51","guid":{"rendered":"http:\/\/dominikanische-laien.de\/?p=4943"},"modified":"2024-05-10T07:11:51","modified_gmt":"2024-05-10T06:11:51","slug":"wer-war-schuld-am-tod-jesu-v-c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dominikanische-laien.de\/?p=4943","title":{"rendered":"Wer war schuld am Tod Jesu? V c"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Evangelien spiegeln wider, wie das vielf\u00e4ltige Judentum und der sich in Pluralit\u00e4t entwickelnde jes(ch)uanisch-messianische Glaube sich langsam auseinanderlebten. Es entstand ein religi\u00f6ser Wettbewerb zwischen ihnen und innerhalb der verschiedenen Glaubensrichtungen des entstehenden Christentums w\u00e4hrend der Herrschaft der r\u00f6mischen Milit\u00e4rdiktatur. Nach der vernichtenden Niederschlagung des Aufstandes in der Provinz Jud\u00e4a um 70 u.Ztr. wurden die Evangelien verfasst. Danach galten J\u00fcdinnen<em>Juden reichsweit als ewige Rebellen und wurden verst\u00e4rkt von den r\u00f6mischen Milit\u00e4rbeh\u00f6rden beobachtet. Infolgedessen erschwerten aus der Sicht der Evangelien sowohl das Judesein Jeschuas \/ Jesu als auch seine Hinrichtung als politischer Widerst\u00e4ndler (\u201eK\u00f6nig der Juden\u201c) die Mission im Imperium Romanum. Das betraf vor allem r\u00f6mische Staatsb\u00fcrger, die keine J\u00fcdinne<\/em>Juden waren. Indem alle Evangelien vermeiden, den r\u00f6mischen Pr\u00e4fekten das Todesurteil aussprechen zu lassen, suchen sie ihre Leser*innen und die r\u00f6mischen Milit\u00e4rbeh\u00f6rden davon zu \u00fcberzeugen, dass das Bekenntnis zu Jeschua \/ Jesus nicht gegen den Kaiser gerichtet war. Damit verbanden sie die Hoffnung, die Folgen der Verfolgung unter Kaiser Nero zu mildern, das Verh\u00e4ltnis zur r\u00f6mischen Staatsmacht ertr\u00e4glich zu gestalten und die weiere Duldung der jes(ch)uanisch-messianischen Gemeinden zu erreichen. Die entlastende Schuldreduktion der R\u00f6mer auf ein Minimum ging in der Konkurrenz zwischen j\u00fcdisch und jes(ch)uanisch-messianisch Gl\u00e4ubigen auf Kosten der j\u00fcdischen Seite &#8211; die Evangelien bauschten deren Schuld zum eigenen Vorteil auf. In der Folge wurde aus dem historischen Pontius Pilatus, dem Judenfeind und Judenverfolger, ein \u201ez\u00f6gernder, unsicherer Mann, der von Evangelium zu Evangelium immer sanfter und liebensw\u00fcrdiger wird\u201c (Heer; die fr\u00fchere \u00c4thiopische Staatskirche feiert den Gedenktag des von ihr als M\u00e4rtyrer heiliggesprochenen St. Pilatus am 25. Juni). Dadurch dienten die Evangelien sich politisch gleichzeitig den R\u00f6mern an, um deren Gunst zu erwerben.<\/p>\n\n\n\n<p>Verwendete Literatur (in Auswahl): Brenner, Michael, Kleine J\u00fcdische Geschichte, M\u00fcnchen 2008; Henrix, Hans Hermann, Judentum und Christentum. Gemeinschaft wider Willen, Kevelaer 2004; Heer, Friedrich, Gottes erste Liebe. 2000 Jahre Judentum und Christentum, M\u00fcnchen u.a. 1967; Martin, Bernd, Schulin, Ernst, Hrsg., Die Juden als Minderheit in der Geschichte, M\u00fcnchen (2. Aufl.) 1982; Stemberger, G\u00fcnter, Das klassische Judentum. Kultur und Geschichte der rabbinischen Zeit, M\u00fcnchen1979.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Hr. Norbert C. Schmeiser<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Evangelien spiegeln wider, wie das vielf\u00e4ltige Judentum und der sich in Pluralit\u00e4t entwickelnde jes(ch)uanisch-messianische Glaube sich langsam auseinanderlebten. 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