{"id":4530,"date":"2020-07-26T10:30:19","date_gmt":"2020-07-26T09:30:19","guid":{"rendered":"http:\/\/dominikanische-laien.de\/?p=4530"},"modified":"2020-07-26T10:30:19","modified_gmt":"2020-07-26T09:30:19","slug":"gemeinde-gemeinschaft-und-verkuendigung-in-zeiten-begrenzten-kontakts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dominikanische-laien.de\/?p=4530","title":{"rendered":"Gemeinde, Gemeinschaft und Verk\u00fcndigung in Zeiten begrenzten Kontakts"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-cover aligncenter\" style=\"background-image:url(http:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/A323F5FD-0F96-4998-A77C-22154ADBB8E0-373x1024.jpeg);background-position:42% 19%\"><div class=\"wp-block-cover__inner-container is-layout-flow wp-block-cover-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\"><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Geschlossene Kirchen, entfallene Gottesdienste und \u201everschwundene\u201c pastorale Mitarbeiter. Von all diesen Sachen konnte man in den letzten Wochen und Monaten lesen. Gl\u00e4ubige aller Konfessionen beklagen sich \u00fcber den R\u00fcckzug der Kirche, sowohl pastoral, als auch in der theologischen Deutung der Geschehnisse um uns. Wenn ich ehrlich bin, kann ich sie gut verstehen und das obwohl (oder vlt. grade weil) ich selbst als Seelsorger f\u00fcr Menschen in einer ostdeutschen Di\u00f6zese arbeite.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Erwartungen von Klagenden sind eventuell \u00fcberzogen gewesen, einige Vorw\u00fcrfe wurzeln wohl in anderen Frustrationen, Wahrheit steckt aber trotzdem in ihnen. Wo war Kirche? Wo sollte Kirche auch k\u00fcnftig sein um besser \u201ebei den Menschen\u201c zu sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Fragen haben sich (wenn auch nicht so explizit ausgesprochen) mein Pfarrer und ich gestellt als die Versammlungsverbote anfingen. Beide mit einer ganz eigenen Perspektive: Mein Pfarrer als Nicht-Digitaler und ich als Online-Affiner. Dementsprechend sahen auch unsere Ans\u00e4tze aus mit Menschen in Kontakt zu treten und zu bleiben. Er hat zuerst die Senioren unserer Pfarrei angerufen. Was in einer Gro\u00dfpfarrei im Westen nur geht, wenn sich viele Hinsetzen, geht bei uns ganz gut in ein oder zwei Wochen. Dabei fragte er nach Befinden, bot Hilfe an und schuf einen &#8211; wenn auch nur telefonischen &#8211; Kontakt. Es folgten Besuche mit Abstand und andere Formen der Beziehungspflege.<br>Ich selbst k\u00fcmmerte mich um die Medien: allen voran Gemeindewebsite und Social Media. Es wurden drei Impuls-Clips pro Woche gedreht, f\u00fcr jeden Sonntag Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Gottesdienste zu Hause erstellt und Inhalte f\u00fcr Instagram und dar\u00fcber hinaus intensiviert. Mit Jugendlichen habe ich zwei mal pro Woche eine Videokonferenz gemacht, in der wir Bibelteilen gemacht haben und miteinander redeten. <\/p>\n\n\n\n<p>Was sich zeigt: Es gab und gibt Wege in Kontakt zu sein und zu bleiben, sowohl f\u00fcr Technik-Affine als auch f\u00fcr eher Analog-Orientierte. <br>Auch \u00fcber die hei\u00dfe Phase der Krise hinaus sehe ich hier Chancen, besonders mit Blick auf die Chancen digitaler Kommunikation.<br>Aber:<br>1. Sie ist kein Ersatz f\u00fcr echte Begegnung. Sie kann bestehende Beziehungen (zwischen Menschen, sowie zu Gott) nur unterst\u00fctzen. Aber darin bietet sie Kontaktpotential, dass nicht zu untersch\u00e4tzen ist.<br>2. Sie ist kurzfristig. Meint, dass Medien in einem gewissen Ma\u00df Moden und Trends unterliegen und so herausfordernd in Zeitaufwand und Engagement sind.<br>3. Sie verlangen Echtheit. Einen \u201eSocial Media\u201c-Beauftragten einsetzen klingt ja nett, aber Plattformen neuer als FaceBook verlangen nach pers\u00f6nlichen Beziehungen, Menschen, die sich selbst als (in dem Fall) Glaubende kommunizieren und pr\u00e4sent sind. Es geht nicht im Kern um Inhalte, sondern um Menschlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Es finden und f\u00e4nden sich mehr Punkte. Diese sollen nur einen kleinen Anhaltspunkt bieten. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin froh, dass mittlerweile wieder Kontakt zu meinen Gemeindemitgliedern m\u00f6glich ist, dass ich mit Kindern grade eine Freizeit gestalten konnte und wir Gottesdienste feiern. Ich hoffe, dass wir klug genug sind mit Vorsicht unsere Urlaubszeit zu gestalten und nach den Ferien unseren Alltag anzugehen. <br>Ich hoffe aber auch, dass besonders wir als Orden der Predigerbr\u00fcder in beiden Welten &#8211; digital, wie analog &#8211; kreativ und offen sind L\u00f6sungen zu finden, die helfen das Evangelium und die Liebe Gottes den anderen nahe zu bringen. Es gibt nicht nur eine richtige L\u00f6sung. Es braucht eine Vielfalt von Ans\u00e4tzen, die alle Lebensbereiche der Menschen ber\u00fccksichtigen und in sie hinein sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Herausfordernd: Ja.<br>Denkmuster sprengend: bitte.<br>Unm\u00f6glich: Nein.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in dem \u201eNeuland\u201c der digitalen Welt oder den Herausforderungen der Krisen unserer Tage ist Gott der, der immer schon da ist, wo wir noch hinkommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschlossene Kirchen, entfallene Gottesdienste und \u201everschwundene\u201c pastorale Mitarbeiter. Von all diesen Sachen konnte man in den letzten Wochen und Monaten lesen. 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