{"id":3963,"date":"2019-03-25T20:32:55","date_gmt":"2019-03-25T19:32:55","guid":{"rendered":"http:\/\/dominikanische-laien.de\/?p=3963"},"modified":"2019-03-25T20:35:18","modified_gmt":"2019-03-25T19:35:18","slug":"verkuendigung-des-herrn-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dominikanische-laien.de\/?p=3963","title":{"rendered":"Verk\u00fcndigung des Herrn"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/761px-Henry_Ossawa_Tanner_-_The_Annunciation.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3964\" width=\"461\" height=\"363\"\/><figcaption>Henry Ossawa Tanne (1859-1937): <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Henry_Ossawa_Tanner_-_The_Annunciation.jpg\">The Annunciation<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Katharina von Siena: <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aus den Gebeten. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gott klopft an die T\u00fcr des Willens Mariae<\/p>\n\n\n\n<p>Du, o Maria, bist zum Buch geworden, in dem heute unsere Lebensregel aufgeschrieben worden ist. Heute ist in dir die Weisheit des ewigen Vaters eingetragen worden, heute offenbart sich in dir die W\u00fcrde, St\u00e4rke  und Freiheit des Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich deinen gro\u00dfen Ratschluss erw\u00e4ge, ewige Dreieinigkeit, sehe ich, das du in deinem Licht die W\u00fcrde und den Adel des Menschengeschlechtes erblickt hast. Dieselbe Liebe, die dich zwang, den Menschen aus dir hervorzuziehen, dr\u00e4ngte dich darum auch, dich zu erl\u00f6sen, als er verloren war. Dass du den Menschen bereits liebtest, noch ehe er war, hast du trefflich dargetan, als du ihn allein der Liebe wegen aus dir hervorziehen wolltest. Noch gr\u00f6\u00dfere Liebe hast du ihm erwiesen, als du dich selbst ihm schenktest, indem du am heutigen Tag dich in das armselige Gewand seines Menschseins eingeschlossen hast. Was konntest du ihm Gr\u00f6\u00dferes geben als dich selbst? Deshalb konntest du mit Recht zu ihm sprechen: &#8222;Was h\u00e4tte ich dir tun sollen oder k\u00f6nnen, und habe es nicht getan?&#8220; (<em>Jes 5, 4<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sehe dies: Deine Weisheit schaute im gro\u00dfen und ewigen Ratschluss, was zum Heil es Menschen geschehen sollte, deine Huld willigte ein, und deine Macht hat es heute verwirklicht. <\/p>\n\n\n\n<p>Welche Weise hast du, ewige Dreieinigkeit, gefunden, um deine Wahrheit zu vollenden, am Menschen Erbarmen zu \u00fcben und deiner Gerechtigkeit genugzutun? Welches Heilmittel hast du uns gegeben? Hier, die heilkr\u00e4ftige Arznei: Du hast beschlossen, uns das Wort, deinen eingeborenen Sohn, zu geben. Er sollte den Stoff unseres Fleisches, das dich beleidigt hatte, annehmen, um durch sein Leiden in unserem Menschsein deiner Gerechtigkeit genugzutun, nicht kraft des Menschseins, sondern kraft der mit ihr vereinten Gottheit. So wurde deine Wahrheit verwirklicht und erf\u00fcllt und beide, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, gestillt.<\/p>\n\n\n\n<p>O Maria, ich sehe, wie dieses Wort, das dir gegeben wurde, um in dir zu sein, dennoch nicht vom Vater getrennt ist. Es verh\u00e4lt sich wie mit dem Wort der Sprache, das der Mensch in seinem Innern tr\u00e4gt: auch wenn es ge\u00e4u\u00dfert und anderen mitgeteilt wird, trennt es sich nicht vom Herzen und bleibt mit ihm verbunden. Darin zeigt sich ie W\u00fcrde des Menschen, f\u00fcr den Gott so viele und so gro\u00dfe Dinge getan hat.<\/p>\n\n\n\n<p>An dir Maria, tritt heute auch die St\u00e4rke und die Freiheit des Menschen hervor. Denn nachdem der gro\u00dfe und erhabene Ratschluss feststand, wurde der Engel zu dir gesandt, um dir das Geheimnis dieses g\u00f6ttlichen Ratschlusses  zu verk\u00fcnden und deinen Willen zu erkunden. Ehe du nicht eingewilligt hattest, stieg der Sohn Gottes nicht in deinen Scho\u00df herab. Er wartete an der Pforte deines Willens, dass du ihm \u00f6ffnetest, da er zu dir kommen wollte. Er w\u00e4re dort nie eingetreten, h\u00e4ttest du ihm nicht ge\u00f6ffnet mit den Worten: Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe wie du es gesagt hast (<em>Luk 1, 38<\/em>). An deine Pforte, o Maria, pochte die ewige Gottheit. H\u00e4ttest du aber die T\u00fcr deines Willensnicht aufgetan, w\u00e4re Gott in dir nicht Mensch geworden. Sch\u00e4me dich, meine Seele, wenn du siehst, wie Gott heute in Maria mit dir Blutsverwandtschaft eingegangen ist! Heute ist dir kund getan worden, dass du, wenngleich ohne dich erschaffen, nicht ohne dich gerettet wirst.<\/p>\n\n\n\n<p>O Maria, meine s\u00fc\u00dfe Liebe, in dir findet sich das Wort geschrieben, von dem wir die Lehre des Lebens haben. Du bist die Tafel, die uns jene Lehre darbietet.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Aus dem Proprium des Dominikanerordens.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Katharina von Siena: Aus den Gebeten. Gott klopft an die T\u00fcr des Willens Mariae Du, o Maria, bist zum Buch geworden, in dem heute unsere Lebensregel aufgeschrieben worden ist. 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