{"id":3124,"date":"2017-05-22T20:40:04","date_gmt":"2017-05-22T19:40:04","guid":{"rendered":"http:\/\/dominikanische-laien.de\/?p=3124"},"modified":"2017-05-22T20:40:04","modified_gmt":"2017-05-22T19:40:04","slug":"im-geist-des-dominikus-else-budnowski","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dominikanische-laien.de\/?p=3124","title":{"rendered":"Im Geist des Dominikus:  Else Budnowski"},"content":{"rendered":"<p>Von Norbert Schmeiser<\/p>\n<p>Nur von wenigen Menschen l\u00e4sst sich sagen, ein Jahrhundert ganz erlebt zu haben. Bei Else Budnowski (1900-2002) ist dies der Fall. Beeindruckend ist, wie sie ihr Leben in dieser Zeit verstand. Sie wollte \u201estets mitten in der Welt, voller Hingabe an den Menschen im Geist des heiligen Dominikus &#8230; leben\u201c, schreibt sie in ihren Lebenserinnerungen.<\/p>\n<p>Schreiben &#8211; das war ihr Faible, wie sich schon in ihrer Jugend zeigte: mit 13 schrieb sie ihre erste Geschichte, sie war 17, als ihr erstes Gedicht ver\u00f6ffentlicht wurde. Ihr Leben war von schriftstellerischer T\u00e4tigkeit gepr\u00e4gt: Else Budnowski ver\u00f6ffentlichte Literatur \u00fcber Laien, die sich den Dominikanern angeschlossen hatten, etwa Martin Porres, Rose Hawthorne und Bartolo Longo, auch Romane sowie religi\u00f6se, im Briefstil gehaltene Schriften f\u00fcr junge Frauen, die zum Teil ins Englische und Niederl\u00e4ndische \u00fcbersetzt wurden.<\/p>\n<p>Nicht nur wegen ihrer publizistischen F\u00e4higkeiten f\u00fchlte Else Budnowski sich von der dominikanischen Spiritualit\u00e4t angesprochen, sondern auch aufgrund ihrer p\u00e4dagogischen Begabung. Sie unterrichtete zun\u00e4chst in der Eifel; nach 1945 fand sie in Berlin eine Anstellung als Lehrerin f\u00fcr Englisch und Deutsch, was ihr zuvor wegen ihres katholischen Bekenntnisses verwehrt wurde. Deshalb k\u00fcmmerte sie sich nach ihrem Studium zun\u00e4chst als Leiterin der &#8222;Katholischen Verbandsgruppe berufst\u00e4tiger Frauen&#8220; um Fabrikarbeiterinnen und Jugendliche, die bei b\u00fcrgerlichen Familien angestellt waren.<\/p>\n<p>Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg organisierte Budnowski &#8211; unterst\u00fctzt von amerikanischen Mitgliedern der dominikanischen Laiengemeinschaft \u2013 Lebensmittel- und Kleiderhilfe f\u00fcr das isolierte Berlin. Danach engagierte sie sich politisch, caritativ und in der St. Paulus-Gemeinde in Moabit, deren dominikanische Laiengruppe ihr ein Leben lang R\u00fcckhalt bot.*<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/budnowski1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-3125\" src=\"http:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/budnowski1.png\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/budnowski1.png 902w, https:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/budnowski1-300x208.png 300w, https:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/budnowski1-768x531.png 768w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Else Budnowski als Rednerin bei einer Festveranstaltung\u00a0katholischer Verb\u00e4nde in Berlin 1933. &#8222;Am Tage des katholischen Festes Christi Himmelfahrt am Donnerstag, den 25. Mai 1933, fand ein\u00a0festlicher Umzug verschiedenster religi\u00f6ser Gruppierungen hin zur Wilmersdorfer Tennishalle, einer 1930 in der Brandenburgischen Stra\u00dfen erbauten Mehrzweckhalle, die rund 2000 Besucher fasste. Hier fand eine Kundgebung und Festveranstaltung der Marianischen Jugend statt, selbige Teil der Marianischen Kongregation, einer bereits im 16. Jahrhundert gegr\u00fcndeten \u2013 zun\u00e4chst nur f\u00fcr M\u00e4nner, seit Mitte des 18. Jahrhunderts auch f\u00fcr Frauen ge\u00f6ffneten \u2013 kirchlichen Vereinigung mit dem Ziel der Einheit von Leben und Glauben. Zusammengekommen waren einige Vertreter (Priester, Pfarrer) und zahlreiche Vertreterinnen \u2013 M\u00e4dchen und junge Frauen \u2013 aus Berliner Gemeinden, darunter der Gemeinden St. Clemens und St. Josef (vermutlich Berlin-Wei\u00dfensee), Liebfrauen St. Marien (Berlin-Kreuzberg), der Katholische Kirchengemeinde Heilige Familie (Berlin-Pankow), der Gemeinden St. Ludgerus, St. Bonifacius und St. Elisabeth (Berlin-Mitte), der Congregation St. Johannis und der Congregation Lichtenberg (Berlin-Marienfelde), dem Heliandbund bzw. Heliand-M\u00e4dchenkreis, Gruppen aus Obersch\u00f6neweide, Henningsdorf oder Lichterfelde. Zu unterscheiden sind die Gruppen anhand der Fahnen und Flaggen sowie der je gruppenspezifischen Kleidung (meist langer Rock und Bluse in einheitlichen Farben). Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen versammelten sich nach dem Zug durch die Stadt in den Tennishallen. An einem feierlich geschm\u00fcckten Altar bzw. Pult mit Kerzen und einer Marienstatue, seitlich ges\u00e4umt von Fahnentr\u00e4gerinnen, sprachen verschiedene Personen, unter ihnen Else Budnowski (u.a. Mitte der 1920er Jahre Leiterin der Katholischen Verbandsgruppe berufst\u00e4tiger Frauen, sp\u00e4ter Lehrerin). Rechts und links auf der B\u00fchne wurde sie umringt von M\u00e4dchen der katholischen Singschar bzw. eines Sprechchors. Der Blick ins Publikum zeigt zugleich die zahlreich erschienenen Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Saal, auf den Trib\u00fcnen und R\u00e4ngen der Tennishalle sowie die im vorderen Bereich platzierten Ehreng\u00e4ste der Veranstaltung&#8220;.**<\/p>\n<p>*Dieser Text von Norbert Schmeiser von der Freiburger Fraternit\u00e4t erschein zuerst am 14. Mai 2017 im Konradsblatt, der Bistumszeitung der Erzdi\u00f6zese Freiburg in der Rubrik &#8222;Person der Woche&#8220;.<\/p>\n<p>** Originale Bildunterschrift in einem zeitgen\u00f6ssischen Bericht<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Norbert Schmeiser Nur von wenigen Menschen l\u00e4sst sich sagen, ein Jahrhundert ganz erlebt zu haben. Bei Else Budnowski (1900-2002) ist dies der Fall. Beeindruckend ist, wie sie ihr Leben in dieser Zeit verstand. 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