{"id":2066,"date":"2015-07-01T21:13:52","date_gmt":"2015-07-01T20:13:52","guid":{"rendered":"http:\/\/dominikanische-laien.de\/?p=2066"},"modified":"2015-07-01T21:13:52","modified_gmt":"2015-07-01T20:13:52","slug":"herausforderung-islam-dialog-im-bistumshaus-st-otto-in-bamberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dominikanische-laien.de\/?p=2066","title":{"rendered":"&#8222;Herausforderung Islam&#8220; &#8211; Dialog im Bistumshaus St. Otto in Bamberg"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/G31A8103.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-2067\" src=\"http:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/G31A8103-1024x682.jpg\" alt=\"G31A8103\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/G31A8103-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/G31A8103-300x200.jpg 300w, https:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/G31A8103.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u201eFrieden ist kein Produkt, sondern immer ein Prozess&#8220;<\/p>\n<p>Bamberg. (bbk) \u201eDer Dialog ist n\u00f6tig und ist notwendig&#8220;, stellte Erzbischof Ludwig Schick am Samstag bei einem Podiumsgespr\u00e4ch im Bistumshaus St. Otto fest. Es ging um den christlich-islamischen Austausch unter der Leitfrage \u201eWie k\u00f6nnen wir einen Aufbruch zum Frieden erreichen?&#8220;<\/p>\n<p>Gibt es ihn schon, diesen Frieden? Kann er \u00fcberhaupt erreicht werden? Wie unterschiedlich oder (un)vereinbar sind Christentum und Islam? Und welche Rolle spielt der IS bei unserer Wahrnehmung des Islam? Derartige Fragen wurden diskutiert.<\/p>\n<p>\u201eWir brauchen ein besseres Verh\u00e4ltnis der Religionen untereinander&#8220;, stellte Schick klar. Besonders auch zwischen Christen und Muslimen. Zum Interreligi\u00f6sen Dialog gebe es dabei keine Alternative: Entweder rede man miteinander und w\u00e4hle den Weg des Friedens und der Vers\u00f6hnung \u2013 oder man bekriege einander. Der Bamberger Oberhirte sprach sich vehement f\u00fcr den Frieden aus. Jedoch sei dieser \u201ekein Produkt, sondern immer ein Prozess.&#8220;<\/p>\n<p>Das Podiumsgespr\u00e4ch war Teil des Studientages \u201eHerausforderung Islam&#8220;. Dazu hatte die Dominikanische Laiengemeinschaft Bamberg um Pr\u00e4sidentin Marion Kr\u00fcger-Hundrup in das Bistumshaus St. Otto geladen. Zu der Frage: \u201eWie k\u00f6nnen wir einen neuen Aufbruch zum Frieden erreichen?&#8220; sprachen Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Professor Dr. Reza Hajatpour (Lehrstuhl f\u00fcr Islamisch-Religi\u00f6se Studien an der Universit\u00e4t Erlangen), Professor Dr. Patrick Franke (Lehrstuhl f\u00fcr Islamwissenschaften an der Universit\u00e4t Bamberg) und Pfarrer Konrad Hahn, Islambeauftragter a.D. der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck und Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates der Georges-Anawati-Stiftung.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Bild1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-2069\" src=\"http:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Bild1-1024x576.jpg\" alt=\"Bild1\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Bild1-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Bild1-300x169.jpg 300w, https:\/\/dominikanische-laien.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Bild1.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><br \/>\nvon links:<br \/>\nPfarrer Konrad Hahn, Professor Dr. Patrick Franke, Pr\u00e4sidentin der DLG Bamberg Marion Kr\u00fcger-Hundrup, Erzbischof Ludwig Schick, Professor Dr. Reza Hajatpour<\/p>\n<p>Der Friede zwischen den Religionen sei m\u00f6glich, meinte Schick. Alle Menschen seien geschaffen nach Gottes Bild und Gleichnis: \u201eDeshalb sind wir auch bef\u00e4higt, uns so zu verhalten, wie es Gott will \u2013 und Gott will Frieden, Vers\u00f6hnung und Liebe.&#8220; Es brauche einen Dialog der Wahrheit und der Liebe; beides sei wichtig.<\/p>\n<p>Mit Wahrheit meinte Schick auch, dass die Historie in den Dialog einbezogen werden m\u00fcsse. \u201eWir m\u00fcssen sie ansehen. Auch wenn sie noch so schlimm und tragisch ist.&#8220; Ein Dialog der Liebe k\u00f6nne Dinge um des Friedens willen zeitweise beiseite lassen. Aber wenn es ein Dialog der Wahrheit sein solle, dann k\u00f6nne dieser nichts verleugnen. Auch m\u00fcsse \u00fcber Krieg gegen Ungl\u00e4ubige und das Recht auf Religionsfreiheit gesprochen werden. Der iranst\u00e4mmige Islamwissenschaftler Reza Hajatpour stimmte Erzbischof Schick zu: \u201eFrieden setzt die Anerkennung der Freiheit der anderen voraus.&#8220;<\/p>\n<p>Moderatorin Marion Kr\u00fcger-Hundrup fragte nach, ob ein Dialog auf religi\u00f6ser Ebene \u2013 nicht nur auf politisch-sozialer \u2013 \u00fcberhaupt machbar sei. Pfarrer Konrad Hahn meinte dazu, man k\u00f6nnte diese Eben nur schwer trennen. Der Islam sei wie das Christentum eine Art ganzheitlicher Lebensentwurf. Aber: \u201eDabei ist wichtig, dass wir wissen, dass g\u00f6ttliche Gebote keine innerweltliche Gerichtsbarkeit haben.&#8220;<\/p>\n<p>Massiv st\u00f6re die derzeitige \u201eGro\u00dfwetterlage&#8220; den Dialog, meinte Schick mit Blick auf die Gr\u00e4ueltaten des IS. Er w\u00fcnsche sich, dass h\u00f6chste muslimische Institutionen ihre Deutungshoheit mehr nutzten und deutlicher verurteilten, was IS oder Boko Haram anrichten. Generell w\u00fcnsche er sich, dass sich \u201eMuslime st\u00e4rker zur Trennung von Kirche und Staat bekennen&#8220;. Weg von einem Islamischen Staat, in dem Kirchenrecht allgemeing\u00fcltig ist. Muslime sollten die Gesellschaft immer mitbestimmten, \u201eaber es kann nicht sein, dass die Scharia die Gesetzgebung bestimmt&#8220;.<\/p>\n<p>Hundrup fragte erneut kritisch nach: Ist der Islam als Gesellschaftsordnung kompatibel mit einer pluralistischen, christlich gepr\u00e4gten Gesellschaft wie der deutschen? Hajatpour erwiderte, dass der Islam sich stetig entwickele und \u201eviele Gesichter habe&#8220;. Es gebe nicht den einen Islam, sondern unterschiedliche Auspr\u00e4gungen etwa in Arabien, dem Iran und der T\u00fcrkei. Als Professor an der Uni Erlangen sehe er tagt\u00e4glich Muslime, die ihre Religion \u201esehr gut mit dem Pluralismus der hiesigen Gesellschaft in Einklang bringen und den Dialog f\u00fchren, um den es heute geht&#8220;.\u00a0Patrick Franke stimmte zu, dass \u201esehr viele der Muslime, die ich kenne, mit dem deutschen Gesellschaftsmodell gut zurechtkommen&#8220;. Die Integration sei zu einem \u201enicht unwesentlichen Teil gelungen&#8220;.<\/p>\n<p>Erzbischof Ludwig Schick ist nicht nur Bambergs Oberhirte, sondern auch Leiter der Kommission Weltkirche in der Deutschen Bischofskonferenz. In dieser Position reist er international und kommt mit Vertretern aller Kirchen zusammen. Eine der Aufgaben der Weltkirche ist, den interreligi\u00f6sen Dialog voranzubringen. Schick verwies auf Publikationen und Veranstaltungen der Kommission Weltkirche zu dem Thema. \u201eWir sind in diesem Dialog drin&#8220;, stellte er fest.<\/p>\n<p>Vor dem Podiumsgespr\u00e4ch referierten der Bamberger Islamwissenschaftler Patrick Franke \u00fcber \u201eGemeinsamkeiten und Differenzen. Die Geschichte christlich-islamischer Beziehungen&#8220;. Anschlie\u00dfend beantwortete Professor Reza Hajatpour, Lehrstuhl f\u00fcr Islamisch-Religi\u00f6se Studien mit systematischem Schwerpunkt\u00a0 (Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg), die Frage \u201eIst der Koran w\u00f6rtlich zu nehmen? G\u00f6ttliche Offenbarung und Menschenwort&#8220;.<\/p>\n<p>Konrad Hahn leitete in die Praxis \u00fcber: \u201eWie kann der christlich-islamische Dialog hierzulande gef\u00fchrt werden? M\u00f6glichkeiten und Zumutungen der Integration von Muslimen&#8220;.<br \/>\nDomkapitular Peter W\u00fcnsche, Pfarrerin Susanne Wittmann-Schlechtweg, Rabbinerin Antje Yael Deusel und Imam Coskun Sirri Mert gestalteten das Friedensgebetin der Kapelle des Bistumshauses. Johannes B\u00f6hm sorgte f\u00fcr die musikalische Begleitung.<\/p>\n<h4>Der Text wurde bereits auf der <a href=\"http:\/\/erzbischof.kirche-bamberg.de\/meldungen\/\u201efrieden-ist-kein-produkt-sondern-immer-ein-prozess\u201c\/8d25220a-68c8-4a17-97e2-3b82b818d987?mode=detail&amp;targetComponent=newslist\">Homepage des Erzbistums Bamberg<\/a> ver\u00f6ffentlicht<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eFrieden ist kein Produkt, sondern immer ein Prozess&#8220; Bamberg. (bbk) \u201eDer Dialog ist n\u00f6tig und ist notwendig&#8220;, stellte Erzbischof Ludwig Schick am Samstag bei einem Podiumsgespr\u00e4ch im Bistumshaus St. Otto fest. 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