{"id":80,"date":"2013-02-19T07:48:13","date_gmt":"2013-02-19T06:48:13","guid":{"rendered":"http:\/\/dominikanische-laien.de\/?page_id=80"},"modified":"2019-09-29T15:08:15","modified_gmt":"2019-09-29T14:08:15","slug":"die-bruder","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dominikanische-laien.de\/?page_id=80","title":{"rendered":"Die Br\u00fcder"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Der Orden der Predigerbr\u00fcder<\/h1>\n\n\n\n<p><strong>Der Gr\u00fcnder und das Werk<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In das Werk, den Predigerorden (Ordo Fratrum Praedicatorum, OP), sind Herkunft und Erfahrungen des Gr\u00fcnders gleicherma\u00dfen eingegangen. Dominikus, kurz nach 1170 zu Caleruega in Altkastilien geboren, verk\u00f6rpert ein vielf\u00e4ltiges Erbe seiner Heimat: den religi\u00f6sen Eifer der Reconquista, die kirchlich-monastische Reform, die durch die Augustinusregel geformten Gemeinschaften der Kanoniker, das Streben nach Bildung und Wissen. Seinen Namen erhielt er nach dem heiligen Abt der nahegelegenen Benediktinerabtei Silos, die in der Geschichte Spaniens eine bedeutende Rolle gespielt hat. Nach mehrj\u00e4hrigem Studium in Palencia tritt Dominikus in das Domstift Osma ein, wo er 1201 als Subprior bezeugt ist. Die durch die genannten Elemente gepr\u00e4gte Lebensweise wird ihn begleiten und seiner Gr\u00fcndung ein tragf\u00e4higes Ger\u00fcst geben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das in den K\u00e4mpfen mit den Mauren gefestigte Ideal kirchlicher Rechtgl\u00e4ubigkeit und die Geborgenheit einer Chorherrengemeinschaft werden angesprochen, als Dominikus mit seinem Bischof Diego auf zwei im Auftrag des K\u00f6nigs unternommenen Reisen nach Nordeuropa in S\u00fcdfrankreich Bekanntschaft mit der H\u00e4resie der Katharer macht. Auch die Waldenser lernt er kennen, die, der Nachfolge des armen Herrn verpflichtet, das Evangelium in der Wanderpredigt verbreiten. Sie bedienen sich dazu volkssprachlicher \u00dcbersetzungen. Mangelndes Verst\u00e4ndnis lie\u00df sie in die H\u00e4resie abgleiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Gewalt durchgef\u00fchrte Bekehrungsversuche mit Hilfe von Zisterziensern, Repr\u00e4sentanten der alten Ordnung, die nicht gewohnt waren, Andersdenkende durch Beispiel und Argumente zu \u00fcberzeugen, schlugen in S\u00fcdfrankreich fehl. Passendere Methoden mussten gefunden werden. Dies nach einer Zeit des \u00dcberlegens und Tastens gesehen zu haben, ist das Verdienst der beiden Spanier. Dominikus und sein Bischof hatten zwar f\u00fcr die Irrlehre keine Sympathie, aber das Leben und die Apostolatsformen der H\u00e4retiker machten sie nachdenklich und bereit, von ihnen zu lernen. Lie\u00dfen sich apostolische Nachfolge und Predigt in einer kirchlich anerkannten Gestalt verwirklichen, musste das die Antwort auf eine historische Herausforderung sein, die m\u00f6glicherweise \u00fcber die Situation in S\u00fcdfrankreich hinauswies, weil sie Anspr\u00fcchen entgegenkam, die das Jahrhundert mit dem Aufkommen neuer gesellschaftlicher Schichten in den St\u00e4dten Westeuropas stellte.<\/p>\n\n\n\n<p>Und genau dies war die Idee, die Dominikus mit einer kleinen Gruppe von Gef\u00e4hrten in die Tat umsetzen wollte. In rechtlich verbindlicher Form approbierte Bischof Fulko von Toulouse im Jahre 1215 die Predigergemeinschaft, die im Haus an der Kapelle des hl. Romanus das Zentrum f\u00fcr ihre Predigtarbeit fand. Papst Honorius III. (1216-1227) nahm sie am 22. Dezember 1216 in den Schutz des Apostolischen Stuhls. Die Bulle, wiewohl in gel\u00e4ufigen Formeln abgefasst, hatte den Vorteil, dass nunmehr die Toulouser Kanonikerkommunit\u00e4t, die&nbsp;<em>ordo canonicus<\/em>&nbsp;genannt wird, unter der Obhut des Papsttums stand. Auf sie folgte am 21. Januar 1217 ein weiteres Dokument, an den&nbsp;<em>Prior und die Predigerbr\u00fcder des hl. Romanus im Gebiet von Toulouse<\/em>&nbsp;gerichtet, welches das Au\u00dferordentliche der Gr\u00fcndung noch deutlicher hervortreten l\u00e4sst. Die Predigt, bisher vornehmste Aufgabe der Bisch\u00f6fe und der durch sie Bevollm\u00e4chtigten, wird nun auch einem&nbsp;<em>Predigerorden<\/em>&nbsp;anvertraut. Das hei\u00dft: Eine Gemeinschaft beginnt sich aus dem Di\u00f6zesanverband herauszul\u00f6sen, indem sie dem Papst unterstellt wird. Ein grundlegender Wandel in den herk\u00f6mmlichen Seelsorgestrukturen k\u00fcndigt sich an, dessen theologische und rechtliche Begr\u00fcndung einstweilen noch aussteht. Sie wird den Orden sp\u00e4ter besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wahrscheinlich w\u00e4re aus den etwa drei\u00dfig Br\u00fcdern nie ein universaler Orden geworden, h\u00e4tte Dominikus nicht 1217 in einer k\u00fchnen Sendung, die gegen die Vernunft zu sein schien, f\u00fcr Ausbreitung gesorgt. Die Orte sind bezeichnend und programmatisch: Paris, Bologna, Spanien. Dass die beiden damals bedeutendsten wissenschaftlichen Zentren herausgehoben werden, ist offensichtlich Teil eines wohldurchdachten Plans. Predigt und Theologie sollen zusammengeh\u00f6ren. Dominikus selbst geht nach Rom und erwirkt dort eine Bulle vom 21. Februar 1218, die die&nbsp;<em>Br\u00fcder des Predigerordens<\/em>&nbsp;den Bisch\u00f6fen des Erdkreises empfiehlt, weil sie der Verk\u00fcndigung obliegen und dem Herrn in Armut nachfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine auf Dauer angelegte Gemeinschaft mit einer den Rahmen der Tradition sprengenden Aufgabe w\u00e4re ohne entsprechende Gesetzgebung nicht aktionsf\u00e4hig. Obschon es im einzelnen nicht mehr m\u00f6glich ist, die \u00e4ltesten Elemente der Verfassung namhaft zu machen, darf doch als sicher gelten, dass es sich um Konvente handeln soll, die aus der kanonikalen Lebensweise hervorgegangen sind, aber schlie\u00dflich doch etwas Neues darstellen. So etwa: \u201eEin Konvent soll nur gesandt werden, wenn er nicht wenigstens zw\u00f6lf Br\u00fcder, einen Prior und einen Lehrer der Theologie (doctor) hat.\u201c Dazu kam das kirchliche Stundengebet, wie es Dominikus seit seiner Jugend in Osma gepflegt hat. Dass im Konvent studiert wird, ist nicht eigentlich neu \u2013 auch die Monasterien kannten die&nbsp;<em>Lesung<\/em>&nbsp;\u2013 wohl aber deutet sich ein Wandel dadurch an, dass dies jetzt gleichsam professionell und methodisch geschehen soll und allen Br\u00fcdern obliegt, weil Predigt nicht ohne Studium sein kann. Eine gro\u00dfz\u00fcgig zu handhabende Dispensvollmacht des Oberen soll f\u00fcr Freiheit und situationsgerechtes Arbeiten sorgen. Die Augustinusregel erweist sich als weit genug. Sie ist gewisserma\u00dfen das Dach, unter dem man lebt und wirkt. Alle sonstigen Gesetze sind auf Generalkapiteln zu erlassen und den jeweiligen Bed\u00fcrfnissen anzupassen. Als Dominikus am 6. August 1221 in Bologna starb, hatte sein Predigerorden eine rechtlich-spirituelle Gestalt gefunden, von der ungew\u00f6hnliche Anziehungskraft ausging.<\/p>\n\n\n\n<p>Etwas f\u00fcr die Zukunft h\u00f6chst Bedeutsames bleibt nachzutragen. Dominikus hatte ein vielfach bezeugtes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Frauen und deren Religiosit\u00e4t. Das verraten nicht nur die Aussagen des Heiligsprechungsprozesses, wichtiger und Kommendes vorwegnehmend ist, dass er, noch ehe er zur Gr\u00fcndung seiner Predigergemeinschaft schritt, in Prouille, mitten im von der H\u00e4resie bedrohten Land, eine Schwesternkommunit\u00e4t ins Leben rief, das erste Kloster f\u00fcr&nbsp;<em>Dominikanerinnen<\/em>. Auch in Bologna, Rom und Madrid war ihm die Sorge f\u00fcr Frauen ein Herzensanliegen, so dass ihn der Papst bat, die Klosterreform in Rom in die Hand zu nehmen. Dass sich xsp\u00e4ter so viele Nonnen seinem Orden zuwenden werden, hat seinen Grund auch in dieser Sympathie f\u00fcr Frauen, die sich geistlich benachteiligt f\u00fchlten.<\/p>\n\n\n\n<p>Welche gestaltende Kraft der Stifter seinem Orden hinterlassen hatte, zeigen exemplarisch die Konstitutionen, die er sich 1228 im Pariser Konvent St. Jacques gab. In ihren Grundz\u00fcgen sind sie bis heute g\u00fcltig geblieben. Den Orden leitet ein Generalmagister, der auf den j\u00e4hrlich tagenden Generalkapiteln von den Provinzialen und zwei Delegierten aus den einzelnen Provinzen gew\u00e4hlt wird (1228 waren es bereits deren zw\u00f6lf). Sie k\u00f6nnen ihn zur Rechenschaft ziehen und absetzen. Provinzials- und Vertreterkapitel sollen sich abwechseln, um auch die Untergebenen an der Leitung und Gesetzgebung teilhaben zu lassen. Gesetzeskraft erlangt eine Bestimmung erst, wenn sie auf drei aufeinanderfolgenden Generalkapiteln gutgehei\u00dfen wurde. Anf\u00e4nglich tagten sie am Montag nach Pfingsten in Paris oder Bologna, seit 1243 an jeweils festzusetzenden Orten. Den Provinzen, die wenigstens drei Konvente haben m\u00fcssen, steht ein Provinzial vor, dessen vierj\u00e4hrige Amtszeit vom Generalmagister best\u00e4tigt wird. Der Prior, f\u00fcr drei Jahre gew\u00e4hlt, bedarf der Approbation des Provinzials. Mehrheitswahl und obrigkeitliche Gewalt verschr\u00e4nken sich somit auf eigent\u00fcmliche Weise. Jeder Obere ist \u2013 nach dem Vorbild mittelalterlicher Korporationen \u2013 auf Zeit bestellt und zur Rechenschaft gehalten. Zu den ersten Pflichten des Provinzials rechnen die Konstitutionen die Sorge f\u00fcr den Professorennachwuchs, der seine Ausbildung an geeigneten Zentren (Paris \u2013 St. Jacques) erhalten sollte. Dass das Studium im Dienst der Seelsorge und Predigt stand, versteht sich nach dem Gesagten. Welcher geistliche Rang ihm zugedacht war, erhellt aus der Verf\u00fcgung, die sich im Rahmen der liturgischen Anweisungen befindet: \u201eAlle Horen sollen in der Kirche kurz und b\u00fcndig gebetet werden, dass die Br\u00fcder ihre Andacht nicht verlieren und das Studium nicht den geringsten Nachteil erf\u00e4hrt.\u201c Den Studenten sind im Konvent R\u00e4ume f\u00fcr die scholastischen Disputationen zuzuweisen und, wofern sie als begabt erfunden werden, sollen sie Einzelzellen haben, in denen sie ihren religi\u00f6sen und wissenschaftlichen Pflichten nachkommen. Kirchen, Konvente und bescheidener Besitz werden akzeptiert. Sie sind unerl\u00e4ssliche Mittel f\u00fcr Theologie und Predigt. Gegen die Armut versto\u00dfen jedoch Grundbesitz und regelm\u00e4\u00dfige Eink\u00fcnfte, da sie die Br\u00fcder von der Notwendigkeit, den Unterhalt durch Seelsorge zu erwerben, befreien w\u00fcrden. Im \u00dcbrigen vermeiden die Konstitutionen detaillierte Vorschriften. Sie sind Sache der Generalkapitel. Sie haben den Prozess der Anpassung an die Zeitumst\u00e4nde zu steuern. Ein Muster solcher Variabilit\u00e4t ist die Neufassung der Konstitutionen (1241) unter dem Generalat Raymunds von Pe\u00f1afort. Weitere Merkmale, die nicht wenig zur Flexibilit\u00e4t beitrugen und Observanzstreitigkeiten vermeiden halfen, liegen in der dem Oberen zugestandenen Vollmacht, von Vorschriften zu dispensieren, falls sie sich als hinderlich zur Erreichung des prim\u00e4ren Ordensziels erweisen, sowie in der Art der Verpflichtung von Satzungen. Ordensgesetze binden nicht unter S\u00fcnde, sondern nur unter Strafe. Das ist damals als unerh\u00f6rte Neuerung empfunden worden. Auch r\u00e4umte man dem Untergebenen ein Beschwerderecht ein, das ihn vor Willk\u00fcr und Missbrauch des Gehorsamsgel\u00fcbdes sch\u00fctzen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Befremden mag, dass 1228 untersagt wurde, die Seelsorge an Nonnen zu \u00fcbernehmen. Der Widerspruch zu Dominikus scheint offenkundig zu sein, zumal in den Jahren zuvor anderes bezeugt ist. Man denke an das sch\u00f6ne Verh\u00e4ltnis des Generalmagisters Jordan von Sachsen, des ersten Nachfolgers des Stifters, zu Diana D\u2019Andalo in Bologna, wie es aus der erhaltenen Korrespondenz spricht. Was war der Grund f\u00fcr diesen R\u00fcckzug? Es war wohl eine Vorsichtsma\u00dfnahme, da der Orden f\u00fcrchtete, Bindungen einzugehen, die seiner Unabh\u00e4ngigkeit und Ortsungebundenheit hinderlich sein w\u00fcrden. Auch war er besorgt, in \u00f6konomische Probleme verwickelt zu werden, wie sie f\u00fcr Monasterien typisch waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass sich der Orden schon wenige Jahre nach dem Tod des Stifters eine so ausgewogene Verfassung gab, ist kein Zeichen der Verrechtlichung der Ideale der kleinen Predigerkommunit\u00e4t von einst, sondern ein Beweis f\u00fcr seine innere Festigkeit und seinen Wunsch, im neuen Umfeld zu bestehen. Die Nachgeschichte und namentlich der Umstand, dass er vor schweren Ersch\u00fctterungen und Zerrei\u00dfproben verschont wurde, zeigen eindr\u00fccklich, was eine weise und auf Ausgleich bedachte Verfassung zu leisten imstande war. Der Orden breitete sich \u2013 die Zahl der im Jahr 1228 vertretenen Provinzen belegt es \u2013 rasch aus, wobei er gro\u00dfe St\u00e4dte bevorzugte, da sie das gew\u00fcnschte Publikum und materielle Ressourcen boten. Wichtig war schlie\u00dflich, dass es sich um Orte handelte, die intellektuelle Aktivit\u00e4ten beg\u00fcnstigten und die Rekrutierung sicherten. Die englische Provinz mag das illustrieren: Die Predigerbr\u00fcder gingen zuerst (1221) nach Oxford und dann (1224) nach London. Man hat errechnet, dass bis 1277 etwa 404 Priorate entstanden sind, eine Zahl, die bis 1303 auf 590 anwuchs.<\/p>\n\n\n\n<p>Der erstaunliche Erfolg verdankt sich dem Desiderat der Stunde, der Predigt. Der Orden hat auch daf\u00fcr einen institutionellen Rahmen geschaffen, indem er den Oberen strikte Auflagen bei der Auswahl und Bildung der Br\u00fcder machte. Die Konstitutionen von 1228 sehen vor, dass nur geeignete und gepr\u00fcfte Kandidaten den Autorit\u00e4ten pr\u00e4sentiert werden, wie es dem hohen Amt \u2013 gesprochen wird von der&nbsp;<em>Gnade der Predigt<\/em>&nbsp;\u2013 angemessen ist. Sie m\u00fcssen wenigstens ein Jahr Theologie studiert haben. Sie haben sogar einen Anspruch darauf, von allen sonstigen konventualen Pflichten befreit zu werden. Die Approbation seitens des Ordens gen\u00fcgte freilich nicht. Obschon es Dominikus gelungen war, seine Gemeinschaft unter den Schutz des Apostolischen Stuhls zu stellen, der nicht gez\u00f6gert hatte, sie mit dem bisher den Bisch\u00f6fen reservierten Titel&nbsp;<em>Predigerorden<\/em>&nbsp;zu bezeichnen, war allen Beteiligten klar, dass dahinter Probleme von betr\u00e4chtlichem Gewicht standen. Die dem einzelnen Predigerbruder von seinem Orden gegebene Erlaubnis setzte die Einwilligung des jeweiligen Di\u00f6zesanbischofs voraus. Wurde sie verweigert, sollten die Br\u00fcder p\u00e4pstliche Schreiben vorweisen, die als \u00fcbergeordnetes Recht zu betrachten waren. Gleichwohl sollten sie Konflikte nicht provozieren, sondern Einvernehmen suchen. Dass dies noch keine allseits akzeptierte L\u00f6sung war, sollte sich indessen bald zeigen. Deutlich ist hingegen, dass der Orden aufgrund eines universalkirchlichen Mandats einen starken R\u00fcckhalt im Papsttum hatte, das er seinerseits nach Kr\u00e4ften zu verteidigen suchte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die theologische Festlegung des Ordens<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dass der Orden in kurzer Zeit dauerhafte und nie kontroverse Fundamente legen konnte, hat seinen Grund gewiss auch in dem Umstand, dass er w\u00e4hrend des 13. Jh. Generalmagistri hatte, die als Prediger, Gesetzgeber und Administratoren ungew\u00f6hnlich reiche Pers\u00f6nlichkeiten waren. Ihnen gelang es, hochbegabte junge Leute anzuziehen und schlie\u00dflich in Positionen zu bringen, die es ihnen gestatteten, den zun\u00e4chst auf die kirchliche Praxis zielenden Predigtauftrag so in Philosophie und Theologie zu integrieren, dass ihnen eine neue Sendung erwuchs, die die alten Ideale nicht zu verleugnen brauchte. Der Prozess einer allm\u00e4hlichen Umorientierung, der gleichzeitig eine Konsolidierung bedeutete, nahm seinen Ausgang an der Pariser Universit\u00e4t. Der in den Kanonisationsakten Dominikus zugeschriebene Satz, die sieben Bruder sollten in die Seinemetropole gehen, \u201eum zu studieren, zu predigen und einen Konvent zu gr\u00fcnden\u201c, hatte eine unvorhersehbare Wirkung. Dort unterrichtete sie Johannes von St. Albans, wahrscheinlich ein Engl\u00e4nder. Das ihnen geschenkte Hospiz St. Jacques sollte f\u00fcr den Orden schicksalhafte Bedeutung erlangen. Als Dominikus 1219 nach Paris kam, hatte der Konvent bereits etwa drei\u00dfig Bruder. Zahlreiche Studenten, darunter Jordan von Sachsen und Reginald von Orleans, wurden gewonnen. Mit Johannes von St. Giles und Roland von Cremona, beide vorher Weltpriester, kamen die ersten Dominikaner zur Magisterw\u00fcrde an der Universit\u00e4t. Seit 1245 ist Albertus Magnus als Magister bezeugt. \u00dcber die Fakten und Personen hinaus bedeutet das: Der Orden stellt sich der intellektuellen Herausforderung des Jahrhunderts, die mit dem Stichwort&nbsp;<em>Aristotelesrezeption<\/em>&nbsp;nur unzureichend charakterisiert ist. Entscheidender wird f\u00fcr ihn, dass unter F\u00fchrung einiger seiner Mitglieder die Theologie als Wissenschaft konzipiert wird, die der Verteidigung und der geistigen Durchdringung des Kirchenglaubens ebenso wie der Reflexion auf die Sendung des Ordens dient. Das wird ihm eine Aufgabe auch in einer Zukunft sichern, in der die Predigt zur\u00fccktritt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Thomas von Aquin 1256 in Paris eintrifft, sind die Orden der Franziskaner und Dominikaner in einer h\u00f6chst gef\u00e4hrlichen Situation, da ihr Existenzrecht bestritten wird. Vertreter aus dem Weltklerus werfen ihnen vor, p\u00e4pstlich privilegierte Gemeinschaften, die das Recht h\u00e4tten, \u00fcberall zu predigen, st\u00fcnden mit dem traditionellen M\u00f6nchtum in Widerspruch, das eben dies nicht zum Ziel gehabt habe, weil solche Aktivit\u00e4ten nur Bisch\u00f6fen und Pfarrern zuk\u00e4men. Gegenstand des Angriffs war weiterhin das akademische Lehren der Mendikanten, die \u2013 wie die Gl\u00e4ubigen \u2013 in Wahrheit zur h\u00f6renden Kirche zu rechnen seien. Was auf den ersten Blick als kleinlicher Streit anmutet, war tats\u00e4chlich mehr, n\u00e4mlich ein Konflikt um das rechte Kirchenverst\u00e4ndnis, das durch den Papst tiefgreifend ver\u00e4ndert worden war, als er die Bettelorden als ortsunabh\u00e4ngige Personalverb\u00e4nde best\u00e4tigte. Was in der Empfehlungsbulle Honorius\u2018 III. scheinbar harmlos geklungen hatte, war von der Leitung des Dominikanerordens schon 1228 als Schwierigkeit gesehen worden. Eine befriedigende theologische Rechtfertigung stand freilich noch aus. Thomas von Aquin hat sie mit einer Klarsicht gegeben, die nicht nur die Gegner in die Schranken wies, sondern dem Orden ein Selbstverst\u00e4ndnis vermittelte, das ihn beinahe ebenso pr\u00e4gte, wie das die Verfassung von 1228 auf rechtlicher Ebene getan hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Religiosen, die das Erbe der evangelischen Bewegung angetreten hatten, dozieren d\u00fcrfen, hat seinen Grund in deren vertrautem Umgang mit der hl. Schrift und in der buchst\u00e4blichen Nachfolge des Herrn. Schlie\u00dflich bestehen engste Beziehungen zwischen denen, die kraft ihres Standes der Kontemplation zu obliegen haben, und der akademischen Unterweisung. Nicht zuletzt fordert die gegenw\u00e4rtige Situation mit einer h\u00f6chst mangelhaften theologischen Bildung des Klerus, dass sich kompetente Professoren der Sache annehmen, zumal das Dozieren als ein Akt der Barmherzigkeit zu gelten hat, den man denen nicht verweigern darf, die nach dem Wort Gottes verlangen. Die Predigt bleibt gewiss den Bisch\u00f6fen vorbehalten, aber auf Gehei\u00df des Papstes m\u00fcssen sie Gehilfen beiziehen, die in seinem und in ihrem Auftrag verk\u00fcnden. Das Oberhaupt als Vorsteher der Gesamtkirche tr\u00e4gt Verantwortung f\u00fcr das Ganze, die \u00fcber die der Ortskirchen hinausweist. Thomas sieht zwar die Bettelorden in dieser universalen Sendung des Primats verankert, doch geschieht das stets im Blick auf die Bisch\u00f6fe. Ansto\u00df erregte schlie\u00dflich die \u00f6konomische Basis der Mendikanten: der Bettel oder, wie man zutreffender sagen sollte, der Erwerb des Unterhalts durch Seelsorge und Wissenschaft, die im Dienst der Gl\u00e4ubigen stehen. Handarbeit und Grundbesitz, die klassischen Quellen, aus denen das M\u00f6nchtum lebte, scheiden aus. Eine arbeitsteilige Gesellschaft, wie sie sich im 13. Jh. voll zu entfalten beginnt, ist in der Lage, diejenigen zu finanzieren, die f\u00fcr das Wohl der Allgemeinheit t\u00e4tig sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Das sind in groben Z\u00fcgen die Grundgedanken der von Thomas vorgetragenen Apologie, die ihre Wirkung nicht verfehlte, weil er rational und theologisch \u00fcberzeugend zu argumentieren verstand. Gewiss traten \u00e4hnliche Probleme auch sp\u00e4ter auf, aber die Tatsache, dass man prinzipiell zu den damals gefundenen L\u00f6sungen zur\u00fcckkehrte, best\u00e4tigt, dass das Fundament solide gelegt war. Thomas hat Jahre sp\u00e4ter (ab 1269) in Auseinandersetzung mit radikalen Kreisen eine Synthese aller mit dem Ordensstand verbundenen Probleme vorgelegt, in der er Aufgaben und Zweck seines Ordens in die ber\u00fchmte Formel gebracht hat: \u201eBeschauen und das in der Beschauung Erkannte an andere weitergeben.\u201c Theologie, Seelsorge und Predigt werden zu einer Einheit gef\u00fcgt, die die Ideale des Stifters in die gelehrte Sprache einer sp\u00e4teren Zeit \u00fcbersetzt, um ihnen Dauer zu verleihen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Generalkapitel von 1309 und 1313 die Doktrin des Aquinaten in den Schulen des Ordens f\u00fcr verbindlich erkl\u00e4rten, wollte man damit auch zum Ausdruck bringen, dass er ihm ein spirituell-theologisches Programm gegeben hat, das geeignet war, an das Wesentliche der urspr\u00fcnglichen Predigergemeinschaft zu erinnern. Wie der Blick auf parallele Entwicklungen zeigt, haben Konstitutionen und Theologie entscheidend dazu beigetragen, den Orden vor Spaltungen zu bewahren. Trotz der \u00fcberragenden Rolle, die der Aquinate seither gespielt hat, hat es immer wieder Anh\u00e4nger anderer Richtungen gegeben. Zu nennen sind im 14. Jh. Dietrich von Freiberg, Berthold von Moosburg und Ulrich von Stra\u00dfburg, die bedauerlicherweise als Au\u00dfenseiter galten und schlie\u00dflich in Vergessenheit gerieten, bis sie die Forschung unserer Tage entdeckt hat. Auch andere Dominikaner haben sich verdient gemacht. Hugo von Saint-Cher (\u2020 1263) verfasste Bibelkorrektorien und eine gesch\u00e4tzte Bibelkonkordanz. Moneta von Cremona (\u2020 ca. 1250) schrieb eine Darstellung und Widerlegung der katharischen H\u00e4resie. Die intensive Besch\u00e4ftigung mit Aristoteles w\u00e4re ohne die \u00dcbersetzungen Wilhelms von Moerbeeke (\u2020 vor 1286) nicht m\u00f6glich gewesen. Weite Verbreitung fand die historische, theologische und naturkundliche Enzyklop\u00e4die des Vinzenz von Beauvais (\u2020 ca. 1264). Die Rolle des Albertus Magnus (\u2020 1280) in der Rezeption des Aristoteles und in der Vermittlung antiken Wissens kann nur angedeutet werden. Raymund von Pe\u00f1afort (\u2020 1275) sammelte die Dekretalen Gregors IX. Martin von Troppau (\u2020 1278) ist der Autor einer bis 1277 reichenden Chronik, die im Sp\u00e4tmittelalter oft zitiert wurde. Die Opposition von Theologen aus dem Minoritenorden (Franziskaner) gegen fundamentale Positionen des hl. Thomas von Aquin provozierte eine Reihe von dominikanischen Gegenschriften, die wesentlich zur Bildung von zwei gro\u00dfen Schulen f\u00fchrten. Die in diesem Zusammenhang entstandenen Kontroversen \u00fcber die Ordensarmut sind eine wichtige Ursache f\u00fcr den&nbsp;<em>Armutsstreit<\/em>&nbsp;unter Johannes XXII. (1316-1334), der die Kirche ersch\u00fctterte. Dass dieser Papst Thomas 1323 heiliggesprochen hat, bedeutete f\u00fcr den Thomismus eine folgenschwere Anerkennung. In den K\u00e4mpfen zwischen Philipp dem Sch\u00f6nen von Frankreich und Bonifaz VIII. schrieb Johannes Quidort von Paris (\u2020 1306) einen f\u00fcr die Entwicklung der Staatstheorie hochbedeutsamen Traktat \u201e\u00dcber k\u00f6nigliche und p\u00e4pstliche Gewalt\u201c, in dem auch Thesen vorgetragen wurden, die f\u00fcr die Unterordnung des Papstes unter ein Konzil pl\u00e4dierten.<\/p>\n\n\n\n<p>Obschon vom Orden nicht gew\u00fcnscht, konnte es doch nicht ausbleiben, dass Dominikaner schon bald Bisch\u00f6fe und Kardin\u00e4le wurden. Mit Innozenz V. (1270) und Benedikt XI. (1303-1304) stellte er zwei P\u00e4pste. Die N\u00e4he zum Papsttum und solide Bildung, die f\u00fcr komplizierte Prozesse notwendig war, sind die Ursache, dass vornehmlich Dominikaner mit der Inquisition betraut wurden. Dass man den Orden oft mit ihr identifizierte, war seinem Ruf \u2013 zumal im historischen R\u00fcckblick \u2013 abtr\u00e4glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Von vorsichtigen \u00c4u\u00dferungen zur Schwesternseelsorge haben wir bereits geh\u00f6rt. Der Auftrag Innozenz\u2018 IV., der Orden solle seine Konstitutionen auch in den Frauenkl\u00f6stern einf\u00fchren, stie\u00df auf lebhaften Widerspruch des Generalmagisters Johannes Teutonicus, da die einzugehenden Verpflichtungen geeignet waren, die Predigt zu behindern. Die Weigerung hatte zun\u00e4chst Erfolg, doch musste der Orden schlie\u00dflich auf Dr\u00e4ngen der Kurie nachgeben, so dass auf dem Generalkapitel 1257 akzeptiert wurde, dass alle dem Orden unterstellten Kl\u00f6ster das Recht auf dominikanische Seelsorge hatten. Das sollte auch f\u00fcr die Zukunft gelten, wofern drei Generalkapitel zustimmten oder der Papst eine entsprechende Verf\u00fcgung traf. Humbert von Romans gab 1259 den Schwestern Konstitutionen, die auf denen der Br\u00fcder beruhten. Der Orden bem\u00fchte sich, die wirtschaftliche Lage der Kl\u00f6ster zu festigen, eine Ma\u00dfnahme, die erhebliche Bedeutung haben sollte. Vom Gewicht der mit dieser institutionellen Reorganisation verbundenen Probleme mag man sich ein Bild machen, wenn man die Statistik betrachtet: Die beiden deutschen Provinzen, Teutonia und Saxonia, hatten im Jahre 1303 nicht weniger als 81 Frauenkl\u00f6ster, w\u00e4hrend sich unter der Obhut des Ordens insgesamt 141 befanden. Nachdem die Predigerbr\u00fcder die Verpflichtung zur Schwesternseelsorge eingegangen waren, haben sie sich ihr mit Hingabe gewidmet und dazu f\u00e4hige M\u00e4nner bestellt. So \u00fcbertrug man 1303 Meister Eckhart nach Abschluss seiner Pariser Lehrt\u00e4tigkeit die Aufsicht \u00fcber die s\u00fcddeutschen Frauenkl\u00f6ster mit Sitz in Stra\u00dfburg. Die deutsche mystische Literatur verdankt dieser Sorge entscheidende Impulse. Von Eckhart beeinflusst sind Heinrich Seuse (\u2020 1366) und Johannes Tauler (\u2020 1361), deren Predigten und B\u00fccher \u2013 so etwa Seuses&nbsp;<em>B\u00fcchlein der ewigen Weisheit<\/em>&nbsp;\u2013 zu den verbreitetsten Schriften des Mittelalters z\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Kontroversen um die franziskanische Armutsauffassung verfassten Dominikaner \u2013 namentlich Hervaeus Natalis und Durandus de S. Porciano \u2013 bedeutsame Abhandlungen, die ihren Eindruck auf Papst Johannes XXII. nicht verfehlten, so dass er die These von der absoluten Armut Jesu und seiner J\u00fcnger als h\u00e4retisch verwarf. Es versteht sich, dass solche Ereignisse alte Rivalit\u00e4ten f\u00f6rderten. Der mit Hilfe der Dominikaner erlangte Sieg \u00fcber die Minoriten hatte indirekte Folgen f\u00fcr einen wichtigen Aspekt mittelalterlicher Fr\u00f6mmigkeit. Gemeint ist die seit Duns Scotus (\u2020 1308) favorisierte Lehre von der Unbefleckten Empf\u00e4ngnis Mariens, die in leidenschaftlichen Predigten ins Volk getragen wurde. Unter Berufung auf Thomas stie\u00df sie auf scharfe Ablehnung seitens der Dominikaner. Die heftigen Debatten gelangten auf dem Basler Konzil zu einem ersten H\u00f6hepunkt, als die nicht mehr als \u00f6kumenisch anerkannte Synode 1439 die&nbsp;<em>neue Meinung<\/em>definierte. Der Umstand, dass der Franziskanerpapst Sixtus IV. 1476 das Fest f\u00fcr die ganze Kirche vorschrieb, bedeutete f\u00fcr die Ordensdoktrin einen schweren R\u00fcckschlag, obwohl die Kontroversen anhielten. Auch wenn es sich eher um ein Nebenthema der mittelalterlichen Theologiegeschichte handelt, markieren die Diskussionen doch einen tiefen Einschnitt, insofern sie anzeigen, dass die ehemals so starke Position der Dominikaner dem Ende entgegenging. Im Inneren zeichnet sich ebenfalls eine Krise ab. Wie die anl\u00e4sslich des Streites um das Armutsverst\u00e4ndnis angefertigten Gutachten zu erkennen geben, ist die gem\u00e4\u00dfigte These von der Erlaubtheit des konventualen Gemeinbesitzes, der den wissenschaftlichen und seelsorglichen Bed\u00fcrfnissen angemessen sein soll, von den strikten Prinzipien, wie sie Thomas formuliert hatte, in eine eher pragmatische Deutung abgesunken. Betr\u00e4chtliche und regelm\u00e4\u00dfig flie\u00dfende Eink\u00fcnfte, die ehedem als mit der Mendikantenarmut unvereinbar galten, werden mehr und mehr toleriert. Die Verpflichtung, den Unterhalt jeweils durch Seelsorge zu erwerben, hat sich gelockert. Der Wandel ist nicht einfach Laxheit, er geht vielmehr zun\u00e4chst auf das ver\u00e4nderte soziale und wirtschaftliche Umfeld der Mendikantenkl\u00f6ster zur\u00fcck, denen vom B\u00fcrgertum neue Rollen zugewiesen werden. Kirchenbau und Studium waren kostspielige Angelegenheiten geworden. Theologie und Predigt, einst aufeinander bezogen, gingen h\u00e4ufig getrennte Wege. Prior und Doctor begannen sich zu entfremden. Die Leitung des Ordens hat die Probleme mit gro\u00dfer Klarheit gesehen, aber wirkungsvolle Mittel zur L\u00f6sung der Spannungen hat sie nicht gefunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Obschon sich Symptome eines allm\u00e4hlichen Absinkens mehren, gibt es immer noch zahlreiche Beispiele f\u00fcr ein geistliches Leben mit bemerkenswerter Ausstrahlung. Im Vergleich zu den deutschen mystischen Autoren hat man den italienischen nicht immer die ihnen geb\u00fchrende Aufmerksamkeit geschenkt. Ihr hoher Rang ist indessen unbestreitbar. So etwa Domenico Cavalca (\u2020 1342), dessen volkssprachliche Schriften in Manuskripten und fr\u00fchen Drucken weit verbreitet gewesen sind. Ferner Giacomo Pasavanti (\u2020 1357), der einen&nbsp;<em>Spiegel der Bu\u00dfe<\/em>&nbsp;schrieb und eine umfangreiche lateinische Predigtsammlung hinterlie\u00df. Als gro\u00dfer Prediger war Venturino von Bergamo ber\u00fchmt. In seiner Person begegnen sich deutsche und italienische spirituelle Traditionen. Er unterhielt eine reiche Korrespondenz mit deutschen Dominikanern. Giovanni Dominici (\u2020 1419) verfasste zahlreiche lateinische und italienische Schriften. Er war einer der eifrigsten Ordensreformer aus dem Geist evangelischer Armut. In dieses Umfeld geh\u00f6ren schlie\u00dflich Katharina von Siena (\u2020 1380) und ihr Seelenf\u00fchrer Raymund von Capua (\u2020 1399). Welche Rolle sie als Mitglied des Dritten Ordens (Terziaren) f\u00fcr die Erneuerung der Kirche und des Papsttums gespielt hat, braucht hier nicht gesagt zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Umfang und Einfluss der italienischen literarischen Hinterlassenschaft, die bis in die Reformbem\u00fchungen des beginnenden 16. Jh. nachwirkte, best\u00e4tigen die These, dass man nicht undifferenziert von einem Niedergang des Ordens sprechen kann, auch wenn wahr bleibt, dass das Exil der P\u00e4pste in Avignon, die Pest von 1348 und das Abendl\u00e4ndische Schisma zum Verfall der Disziplin und der Theologie f\u00fchrten. Welches Echo der Ruf nach Reformen gefunden hat, best\u00e4tigt sich eindringlich an einigen Gestalten aus der Zeit des Basler Konzils. Zu nennen sind Johannes de Montenigro (\u2020 1445\/46), Provinzial der Lombardei, der f\u00fcr die Freiheit der Mendikanten stritt. Er hielt auch die erste gro\u00dfe Rede gegen den Versuch, das Fest der Unbefleckten Empf\u00e4ngnis allgemein vorzuschreiben. Heinrich Kalteisen (\u2020 1465) trat gegen die Hussiten auf. Eine der dominierenden Figuren war Johannes Torquemada (\u2020 1468), der den K\u00f6nig von Kastilien in Basel repr\u00e4sentierte. Er schrieb einen umfangreichen Traktat gegen die Unbefleckte Empf\u00e4ngnis, in deren Dogmatisierung er einen Bruch mit der patristischen und scholastischen Tradition sah. Sein Hauptwerk ist die Summa de Ecclesia, die eine immense Nachwirkung hatte. Er gilt als einer der klassischen Theoretiker des p\u00e4pstlichen Primats. Obschon sich der Orden seit seinen Anf\u00e4ngen auf eine Linie festgelegt hatte, gab es immer wieder Au\u00dfenseiter. So auch in Basel, wo Johannes von Ragusa (\u2020 1443) einen konziliaristisch inspirierten Traktat herausgab.<\/p>\n\n\n\n<p>Bemerkenswert und in die nahe Zukunft weisend ist der Umstand, dass in Basel und in den Jahren danach eine Renaissance des Thomismus erfolgte, die Ende des Jahrhunderts in K\u00f6ln zu einer folgenschweren Neuerung f\u00fchrte. Man begann nun an den Hochschulen die Summa Theologiae des hl. Thomas zu kommentieren, die allm\u00e4hlich das klassische Handbuch, die Sentenzen des Lombarden, aus dem akademischen Unterricht verdr\u00e4ngte. In unserem Zeitraum entstand, verfasst von Johannes Capreolus (\u2020 1444), das letzte bedeutende Sentenzenwerk, das man in der Schule oft zitierte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Orden in der Neuzeit&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Erneuerung des Ordens hatte einige Erfolge \u2013 namentlich in Spanien und Italien \u2013, aber geistige Zentren mit gr\u00f6\u00dferer Ausstrahlung bildeten sich nicht. Die zweite H\u00e4lfte des 15. Jh. weist deshalb keine markanten Pers\u00f6nlichkeiten auf, wenn man von Savonarola und der Reformkongregation von San Marco in Florenz absieht. Die Situation sollte sich indessen bald \u00e4ndern. Auch jetzt ist bemerkenswert, dass sich der Wandel im Rahmen der Studien und in einer Besinnung auf das intellektuelle Erbe vollzog. Er nahm seinen Ausgang in den Arbeiten eines Gelehrten, der bald in Leitungs\u00e4mter aufr\u00fcckte. Gemeint ist Thomas de Vio (\u2020 1534), genannt Gaetanus oder Cajetan, dessen Hauptwerk, der Kommentar zur Summa des Aquinaten, entstanden zwischen 1507 und 1522, anzeigt, aus welchen Quellen er sch\u00f6pft. Als Generalmagister (1508-1518) hatte er Gelegenheit, Reformen einzuleiten, die gemeinsames Leben, Observanz und gute Ausbildung zum Ziel hatten. In diese Zeit fallen die Abfassung eines ber\u00fchmten Traktats \u00fcber die p\u00e4pstliche Gewalt und die Teilnahme am V. Laterankonzil. Das Gespr\u00e4ch mit Luther in Augsburg 1518 konnte den Lauf der Dinge zwar nicht mehr \u00e4ndern, es hinterlie\u00df in ihm jedoch die Gewissheit, dass hinter der Bewegung in Deutschland tiefe religi\u00f6se Antriebe standen. Welche Folgerungen er selbst daraus zog, verr\u00e4t die Tatsache, dass er sich in seinen letzten Lebensjahren fast ausschlie\u00dflich einem intensiven und kritischen Bibelstudium widmete. In die&nbsp;<em>Luthersache<\/em>&nbsp;war noch ein anderer Dominikaner, Sylvester Prierias, verwickelt. Dass er dem Reformator nicht gerecht wurde, ist nicht zu bestreiten, weil er in einem \u00fcberholten Antikonziliarismus befangen war, der ihn die wahren Grundlagen der Reformation nicht erkennen lie\u00df. Auch in Deutschland haben Dominikaner literarischen Widerstand geleistet. Genannt seien in K\u00f6ln Jakob Hoogstraeten (\u2020 1527) und Konrad K\u00f6llin (\u2020 1536), dessen Summenkommentar bezeugt, dass sich eine theologische Wende anbahnt, die sich allerdings wegen der Ungunst der Zeit nicht voll entfalten konnte. Erw\u00e4hnt werden sollen ferner Michael Vehe (\u2020 1539), Verfasser des ersten katholischen Gesangbuches, und Johannes Dietenberger (\u2020 1537) mit seiner Bibel\u00fcbersetzung. Die Reformation traf die nordeurop\u00e4ischen Provinzen schwer oder vernichtete sie ganz. Einigen von ihnen gelang es erst im folgenden Jahrhundert, Konvente zu errichten oder zu festigen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Jahrzehnten der Reformation bietet der Orden, abgesehen von einigen Lichtblicken in Italien, ein desolates Bild, das freilich von einer beeindruckenden Ausnahme erhellt wird: Spanien. Schon vor der durch Kardinal Cisneros in Angriff genommenen Kirchenreform hatte Bischof Alonso de Burgos 1496 in Valladolid das Kolleg San Gregorio gestiftet, das eine \u00fcberaus fruchtbare Ausbildungsst\u00e4tte f\u00fcr begabte Dominikaner werden sollte. Der ber\u00fchmteste Lehrer war Francisco de Vitoria (\u2020 1546). Er hatte in Paris studiert und war dort in Kontakt mit den religi\u00f6sen, humanistischen und politischen Str\u00f6mungen Mitteleuropas gekommen. Im Jahre 1526 wurde er Professor an der Universit\u00e4t Salamanca. Seine Vorlesungen und Disputationen hatten ein weites Echo. Vitoria er\u00f6ffnete eine neue Sicht vom Staat und dessen Verh\u00e4ltnis zur Kirche. Er entwarf eine Friedensordnung, die die Rivalit\u00e4ten zwischen Frankreich und dem Reich Karls V. beenden sollte. Unsterblich wurde Vitoria durch seine Abhandlung \u00fcber die Rechte der j\u00fcngst entdeckten V\u00f6lker. Die Kunde von den spanischen Gr\u00e4ueltaten in Lateinamerika, die als erster der Dominikaner Antonio de Montesinos angeprangert hatte, alarmierte ihn. Gegen den Widerstand der Krone \u2013 Kaiser Karl V. intervenierte in einem Brief an den Prior \u2013 propagierte Vitoria eine auf Prinzipien des V\u00f6lkerrechts basierende Rechtsordnung, um Willk\u00fcr und Ausbeutung zu \u00e4chten. Um die in Spanien erstrebte Kirchenreform theoretisch zu fundieren, pl\u00e4dierte er f\u00fcr einen Ausgleich zwischen einem konziliaristisch und zentralistischen Kirchenverst\u00e4ndnis. Dem k\u00fcnftigen Konzil sollten weitreichende Vollmachten einger\u00e4umt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Vitoria hatte eine Reihe von Sch\u00fclern, die seine Ideen auf verschiedenen Gebieten der Theologie weiterentwickelten. So etwa Melchior Cano (\u2020 1560), der ein klassisches Handbuch, die Loci Theologici, verfasste, in dem die scholastische und die positive Theologie gleicherma\u00dfen ber\u00fccksichtigt wurden. Domingo de Soto (\u2020 1560) nahm Einfluss auf das Trienter Rechtfertigungsdekret und gilt als einer der gro\u00dfen Rechtstheoretiker seiner Zeit. Zum Sch\u00fclerkreis im weiteren Sinn geh\u00f6rt Bartolom\u00e9 Carranza (\u2020 1576), der einen wegweisenden spanischen Katechismus herausgab, der ihn in lebenslangen Konflikt mit der Inquisition brachte, weil er es unternahm, die scholastische Theologie zu popularisieren. Bartolom\u00e9 Las Casas (\u2020 1566) war einer der gro\u00dfen Anw\u00e4lte der Rechte der Indios mit einem bis heute anhaltenden Echo. Mit Unterst\u00fctzung des Generalmagisters Cajetan begann 1509 die Mission der Dominikaner in Lateinamerika. Schon 1530 entstand eine Provinz, die das ganze neu entdeckte Land umfasste. Ihr folgte 1532 die von Mexico. Das erste Generalstudium errichtet man 1538 in Santo Domingo, 1553 in Lima eine Universit\u00e4t. Drei Heilige \u2013 Rosa von Lima (\u2020 1617), Martin Porres (\u2020 1639) und Johannes Macias (\u2020 1645) \u2013 sprechen f\u00fcr die seelsorgliche Intensit\u00e4t, die die Eroberung des Kontinents begleitete. \u00dcbrigens sind die beiden letztgenannten Heiligen Laienbr\u00fcder gewesen, die Not und Elend zu wenden suchten.<\/p>\n\n\n\n<p>Als geistlicher Schriftsteller und Prediger, dessen Werke im katholischen Europa zahllose Auflagen erfuhren, ragt Luis de Granada (\u2020 1588) hervor, der in Spanien und Portugal wirkte und als Klassiker der spanischen Literatur gilt. Erw\u00e4hnt sei schlie\u00dflich Dominicus B\u00e1\u00f1ez, der als angesehener Theologe Teresa von Avila vor der Inquisition in Schutz nahm und so die Reform des Karmels (Karmeliten) retten half. Bedeutsam sind die Einfl\u00fcsse der spanischen Dominikaner auf das Konzil von Trient und die nachtridentinische Theologie. An zahlreichen Orten \u2013 so etwa in K\u00f6ln \u2013 unterst\u00fctzten sie den Aufbau der durch die Reformation zerst\u00f6rten Provinzen und belebten die Studien. Weniger glanzvoll f\u00fcr den Orden ist das 17. und 18. Jahrhundert gewesen. Es gelang ihm nicht, auf der H\u00f6he der Zeit zu bleiben. Auch wurde er in die letztlich unfruchtbaren Kontroversen um Gallikanismus, Jansenismus und Staatskirchentum verwickelt. Gleichwohl fehlten illustre Geister nicht: In Paris gaben Jacques Qu\u00e9tif (\u2020 1698) und Jacques Echard (\u2020 1724) ein zweib\u00e4ndiges Verzeichnis der Schriftsteller des Ordens heraus, das, ein Meisterst\u00fcck kritischer Gelehrsamkeit, noch heute mit Gewinn konsultiert wird. Gesch\u00e4tzt war der Kirchenhistoriker Natalis Mexander (\u2020 1724), der, gallikanischen Ideen zuneigend, lebhaften Widerspruch r\u00f6mischer Kreise erfuhr. Jacques Goar (\u2020 1653) rechnet man zu den V\u00e4tern der Byzantinistik. Im r\u00f6mischen Konvent Santa Maria sopra Minerva bildete sich um die gro\u00dfz\u00fcgig dotierte Biblioteca Casanatense ein gelehrtes Zentrum. Originelle Werke der systematischen Theologie sind in dieser Periode nicht zu verzeichnen, auch wenn einige Autoren \u2013 so etwa Vincenzo Gotti (\u2020 1742) und Charles R. Billuart (\u2020 1757) \u2013 im damaligen akademischen Unterricht anerkannt waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Franz\u00f6sische Revolution, S\u00e4kularisation und Klosteraufhebungen in den romanischen L\u00e4ndern sowie auf dem s\u00fcdamerikanischen Kontinent, wo noch heute Kirchen und Konvente vom alten Glanz zeugen, bereiteten dem Orden fast ein Ende. Nach dem Wiener Kongress fasste der Orden in Italien Fu\u00df. Durch Henri-Dominique Lacordaire (\u2020 1861), als Prediger und Schriftsteller au\u00dferordentlich begabt, kam er nach Frankreich zur\u00fcck. Lacordaires Versuchen, an die gro\u00dfe intellektuelle und missionarische Tradition des 13. Jh. anzukn\u00fcpfen, war jedoch kein voller Erfolg beschieden. Konflikte mit der Ordensleitung, die eher monastische Formen und Observanzen beobachtet wissen wollte, behinderten die Wiederherstellung mit einer modernen Konzeption. 1803 kam es zur Gr\u00fcndung einer Provinz in USA, w\u00e4hrend viele alte europ\u00e4ische Provinzen erst gegen Ende des Jahrhunderts nach \u00dcberwindung zahlloser politischer Widerst\u00e4nde konstituiert werden konnten. Nach Abflauen des Kulturkampfs wurde im Jahre 1895 die Teutonia mit Konventen in D\u00fcsseldorf, Berlin und K\u00f6ln errichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso langsam verlief die Reorganisation der Studien, die allerdings durch die F\u00f6rderung des Thomismus unter Papst Leo XIII. Impulse erhielten. Ihm ist auch der Beginn der kritischen Edition der Werke des hl. Thomas zu danken. Im Jahre 1909 wurde ein internationales Studienzentrum in Rom als Collegium Angelicum (seit 1963 St. Thomas-Universit\u00e4t) gegr\u00fcndet. 1890 \u00fcbertrug man Dominikanern die Theologische Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Freiburg in der Schweiz. Gro\u00dfe Bedeutung erlangte die Ecole Biblique in Jerusalem, die 1890 auf Initiative von P. Lagrange (\u2020 1938) ins Leben gerufen wurde. In ihm darf man den Altmeister der neueren katholischen Exegese sehen. Seiner Klugheit und Beharrlichkeit ist es zuzuschreiben, dass sich \u2013 namentlich in den romanischen L\u00e4ndern \u2013 ein kritisches Bibelstudium durchsetzte. In Heinrich Suso Denifle (\u2020 1905) und Pierre Mandonnet (\u2020 1936) hatte der Orden zwei hervorragende Kenner des Mittelalters, der Universit\u00e4tsgeschichte und der Mystik. Die Studienh\u00e4user einzelner Provinzen begannen zu bl\u00fchen. Eigene Erw\u00e4hnung verdient das Zentrum der franz\u00f6sischen Provinz Le Saulchoir (zun\u00e4chst im belgischen Exil, dann in der N\u00e4he von Paris), das durch seine Forschungen zur Scholastik eine neue Sicht des Thomismus erschlossen hat. In ihm spielte M. D. Chenu (\u2020 1990) als Gelehrter und Anreger eine \u00fcberaus fruchtbare Rolle mit R\u00fcckwirkungen auf die soziale Frage in Frankreich. Er geh\u00f6rt ebenso wie Y. Congar zu den Wegbereitern des II. Vatikanischen Konzils. 1930 wurde in Rom (Santa Sabina) das Historische Institut des Ordens errichtet, das sich der Geschichte des Ordens widmet. Sein langj\u00e4hriger Leiter, T. K\u00e4ppeli, publizierte den monumentalen Katalog dominikanischer Autoren, ein Spiegelbild der literarischen Aktivit\u00e4ten bis 1500. Nicht unerw\u00e4hnt bleiben darf die St. Thomas-Universit\u00e4t in Manila, die, 1611 von spanischen Dominikanern gegr\u00fcndet, bis heute zu den angesehenen Hochschulen Asiens z\u00e4hlt. Der Orden unterh\u00e4lt unter anderem ein Institut f\u00fcr orientalische Studien in Kairo, das den Dialog mit dem Islam pflegt und eine eigene Zeitschrift herausgibt, sowie das Studienzentrum Istina in Paris f\u00fcr die Begegnung mit der orthodoxen Kirche. Genannt sei schlie\u00dflich die Editio Leonina in Grottaferrata mit Sektionen in USA und Kanada.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zahlreichen und vielf\u00e4ltigen Aktivit\u00e4ten w\u00e4ren ohne eine best\u00e4ndig wachsende Mitgliederzahl undenkbar gewesen. Zwischen 1876 und 1966 hatte sie sich von rund 3600 auf fast 10000 erh\u00f6ht, doch ist sie seither auf etwa 7000 gesunken. Der Orden umfasst heute 42 Provinzen, 2 Vizeprovinzen und 4 Generalvikariate, an deren Spitze der Generalmagister Timothy Radcliffe (1992-2001) steht. Seine Amtszeit betr\u00e4gt 9 Jahre (bis 1804 war sie unbegrenzt). Er residiert in Rom (Konvent Santa Sabina). Die Verfassung, in ihrem Kern seit 1228 identisch, wird auf Generalkapiteln erg\u00e4nzt und angepasst. Dem General stehen 9 Assistenten zur Seite.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor und Quelle<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>P. Ulrich Horst OP (*1931) geh\u00f6rt seit seiner ersten Profess i. J. 1952 dem Dominikanerorden an. Von 1985 bis zur\u00a0Emeritierung\u00a01999 lehrte er als ordentlicher Professor f\u00fcr Geschichte der Theologie seit dem Ausgang der\u00a0V\u00e4terzeit\u00a0an der LMU M\u00fcnchen. Zeitgleich war er Leiter des Grabmann-Instituts in M\u00fcnchen. Die vorliegende Darstellung geht auf seinen Artikel \u00fcber den\u00a0<em>Dominikanerorden<\/em>\u00a0zur\u00fcck, den er f\u00fcr das Lexikon \u201eM\u00f6nchtum, Orden, Kl\u00f6ster von den Anf\u00e4ngen bis zur Gegenwart\u201c (hrsg. v. Georg Schwaiger, M\u00fcnchen: C.H.Beck, 1993) verfasst hat.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen \u00fcber den Br\u00fcderzweig des Ordens finden sich unter den auf der Hauptseite angegebenen Links<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Orden der Predigerbr\u00fcder Der Gr\u00fcnder und das Werk In das Werk, den Predigerorden (Ordo Fratrum Praedicatorum, OP), sind Herkunft und Erfahrungen des Gr\u00fcnders gleicherma\u00dfen eingegangen. 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