Raimund von Peñafort

Raimund_von_Penafort

Am 7. Januar gedachte der Dominikanerorden des hl. Raimund von Peñafort, des zweiten Nachfolgers des hl. Dominikus als Ordensmeister.

Raimund wurde um 1178 auf Schloss Peñafort in els Monjos nahe Villafranca del Penedés bei Barcelona in Spanien geboren. Er wurde nach Studien in Barcelona und an der berühmten Hochschule von Bologna einer der bedeutendsten Rechtsgelehrten des Mittelalters. In Bologna lehrte er 1218 bis 1221 und verfasste den Entwurf einer Summa iuris, Lehrbuch des Rechts. In der Stadt erlebte er  eine „Volksmission“ von Dominikanern. Zusammen mit dem Bischof von Barcelona, der von Rom über Bologna nach Spanien zurückreiste, kehrte er nach Spanien heim, trat 1222 in Barcelona in den Dominikanerorden ein und lehrte an der Ordenshochschule. Dabei verfasste er die dreibändige Summa de casibus, Lehrbuch der Fälle. 1230 wurde Raimund von Papst Gregor IX. nach Rom gerufen und wurde dessen Rechtsberater und Beichtvater; in seinem Auftrag überarbeitete er das Rechtssystem, das der Papst 1234 als Codex Iuris Canonici, das in seinen Grundzügen bis heute gültige kanonische Rechtssystem der katholischen Kirche, in Kraft setzte. Raimund war auch dabei, als Papst Gregor IX. Dominikus heilig sprach. 1238 wurde Raimund der dritte Ordensgeneral der Dominikaner und folgte in dieser Funktion Jordan von Sachsen, der ein Jahr zuvor gestorben war. Er amtierte drei Jahre lang und überarbeitete die Ordensregeln grundlegend. Im Alter kehrte er nach Barcelona zurück und gründete Schulen, in denen orientalische Sprachen gelehrt wurden als notwendige Voraussetzung einer Mission unter Juden und Muslimen. Zusammen mit dem hl. Petrus Nolaskus, dessen Beichtvater er war, sorgte er für Christen, die von Muslimen gefangen gehalten wurden. Zu ihrer Befreiung gründeten beide den Ritterorden der Mercedarier. Ein Erlass des aragonischen Königs von 1242 dürfte auf Raimunds Anregung zurückgehen: in ihm werden Juden und Muslime zur Teilnahme an offiziellen Bekehrungspredigten verpflichtet.  Die Mantel-Legende erzählt, wie Raimund den König von Aragonien, Jakob I., ob seines sittenlosen Lebenswandels getadelt hatte; der König verbot unter Androhung der Todesstrafe, dass jemand Raimund helfe übers Meer zu fliehen, worauf der die Seefahrt ohne Schiff auf seinem Mantel unternommen hat. Fast hundertjährig starb Raimund am 6. Januar 1275 in Barcelona. Von Papst Clemens VIII. wurde er am 29. April 1601 heilig gesprochen.

Nach dem Proprium des Perdigerordens und dem Ökumenischen Heiligenlexikon

 

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