Martin Grabmann

Todestag am 9.Januar 1949

Von Norbert Schmeiser

Wie lässt sich der Glaube in der jeweiligen Zeit vermitteln? Dazu bedarf es der Wahrnehmung der geistigen Strömungen einer Epoche. Im Mittelalter griff der Dominikaner Thomas von Aquin(1225-1274) die aufkommende Wiederentdeckung der Philosophie des Aristoteles auf, um seinen Zeitgenossen den Glauben darzulegen. Diese Vorgehensweise und ihren geschichtlichen Hintergrund erhellt zu haben, ist das Verdienst Martin Grabmanns (1875-1949). Seine wissenschaftlichen Arbeiten wie „Die Geschichte der scholastischen Methode“, „Die Kulturphilosophie des Hl. Thomas von Aquin“ und „Mittelalterliches Geistesleben“ basierten auf seiner umfangreichen Quellenforschung zur Philosophie- und Theologiegeschichte des Mittelalters. Zahlreiche Bibliotheksreisen ermöglichten es ihm, dabei zum großen Teil noch unveröffentlichte, handschriftliche Quellen zu berücksichtigen. Grabmann lehrte als Professor für Philosophie und Dogmatik an den Theologischen Fakultäten in Eichstätt, Wien und München. Die Kenntnis der vielfältigen, mittelalterlichen Theologie galt ihm in Hinblick auf seine Studenten als bester Weg, um klares Denken zu schulen und zugleich die existenzielle Tragweitet heologischer Reflexion zu erfassen. Sein schriftstellerisches Gesamtwerk umfasste am Ende seiner Laufbahn über 417 Veröffentlichungen, viele davon wurden in andere Sprachen übersetzt. Er er stellte ein Gutachten für die Heiligsprechung Alberts des Großen und dessen Erhebung zum Kirchenlehrer 1931.

Nicht nur beruflich, sondern auch persönlich trat Grabmann in die Fußstapfen des hl. Thomas, indem er 20jährig dem Dominikanerorden beitrat, ihn bald wieder verliess, bei den Dominikanern in Rom studierte und 1921 als Dominikaner-Terziar in den Predigerorden aufgenommen wurde. Das nach ihm benannte, an der Universtät München angesiedelte „Martin-Grabmann-Forschungsinstiut“ widmet sich noch heute der Theologie und Philosophie des Mittelalters.

Dieser Text von unserem Mitglied Norbert Schmeiser erschien zuerst im Konradsblatt (103. Jhg, 6.1.2019, Heft Nr. 1, S. 17)

Bild von hier, wo man auch noch viele interessante Informationen über Martin Grabmann finden kann

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