Spät habe ich dich geliebt

Am 28. August feiert der Predigerorden das Fest des hl. Augustinus, nach dessen Regel er lebt. Von ihm ist das Wort überliefert, aus dem der Titel stammt:

Spät habe ich dich geliebt, du Schönheit, alt und ewig neu, spät habe ich dich geliebt. Du hast gerufen und geschrien und meine Taubheit durchbrochen.

Augustinus, 354 in Tagaste in Afrika geboren, wurde von seine Mutter Monika im christlichen Glauben erzogen. Als Student entfernte er sich vom Glauben und verfiel der Irrlehre der Manichäer. Er war Lehrer der Rhetorik in Mailand. Durch die Predigten des heiligen Ambrosius wurde er zum Glauben bekehrt und empfing mit 33 Jahren die Taufe.
Augustinus kehrte 388 nach Afrika zurück und errichtete in Tagaste ein Kloster. 391 empfing er durch Bischof Valerius von Hippo die Priesterweihe. Von Valerius erhielt Augustinus 395 auch die Bischofsweihe und wurde später sein Nachfolger als Bischof von Hippo. Er starb am 28. August 430 in Hippo.
Für seine Klöster, die Augustinus gegründet hat, schrieb er um 397 eine Regel, die zu den ältesten Mönchsregeln überhaupt gehört. Die Kanonikerreform des 12. Jahrhunderts griff auf diese Regel zurück und ergänzte sie durch Konstitutionen und Gebräuche. So wurde die Augustinusregel zur geistlichen Grundlage zahlreicher Ordensgemeinschaften.
Als Innozenz III. dem heiligen Dominikus auftrug, mit seinen Brüdern eine anerkannte Regel zu wählen, da übernahmen sie die Augustinusregel. In der Professformel versprechen die Dominikaner auch heute noch den Gehorsam gemäß der Regel des heiligen Augustinus und den Konstitutionen des Ordens der Predigerbrüder.

(aus dem Proprium der Predigerbrüder)

Magne Pater Augustine,
Preces nostras suscipe
Et per eas Conditori
Nos placare satage:
Atque rege gregem tuum,
Summum decus praesulum.
Amatorem paupertatis
Te collaudant pauperes:
Assertorem veritatis
Amant veri judices:
Frangis nobis favos mellis,
De Scripturis disserens.
Quae obscura prius erant
Nobis plana faciens,
Tu de verbis Salvatoris
Dulcem panem conficis,
Et propinas potum vitae
De Psalmorum nectare.
Tu de vita clericorum
Sanctam scribis regulam,
Quam qui amant et sequuntur
Viam tenent regiam,
Atque tuo sancto ductu
Redeunt ad patriam.
Regi regum salus, vita,
Decus, et imperium:
Trinitati laus et honor
Sit per omne saeculum,
Quae concives nos adscribat
Supernorum civium.

 

Großer Vater Augustinus, höre gnädig unser Flehn,
lass beim Schöpfer durch Dein Bitten, Heil uns und Versöhnung sehn.
Du, der Hirten schönste Zierde, wollst voran der Herde gehn!

Auch als Liebhaber der Armut, lobt Dich ja der Armen Heer,
und gerechte Richter lieben, Dich als starke Wahrheitswehr.
Honigwaben brichst Du für uns, aus der Offenbarung hehr!

Was vorher dunkel verborgen, machst Du sichtbar offen kund,
Süße Speise richtest Du uns, von Worten aus Erlösermund.
Durch den Trank vom Psalmennektar, machst Du unsre Seel gesund!

Für die Diener des Altares, setzt Du eine Regel auf,
die sie lieben und ihr folgen, enden siegreich ihren Lauf;
steigen unter Deiner Führung, zu den Zionshöhn hinauf!

Heil und Leben, Macht und Preise, Dir dem König aller Zeit.
Lob und Ehre sei auf ewig, der heilgen Dreifaltigkeit;
möge Er uns zu sich nehmen, in die ewge Seligkeit!

Übersetzung hier

Bild : Sarkophag des hl. Augustinus in San Peitro in Ciel d’Oro in Pavia;

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