Rosa von Lima

Am 23. August gedenkt der Predigerorden der ersten Heiligen Südamerikas:

Rosa von Lima, Todestag am 24. August 1617

Mutig wies Rosa von Lima (1586-1617) als Tochter eines spanischen Ehepaares in Peru auf die schädlichen Folgen der spanischen Eroberung hin. Dafür wurde sie heftig kritisiert. Daraufhin verstand sie ihr Leben als Büßerin, zu dem sie sich zwanzigjährig entschieden hatte, als Sühne für die Schandtaten ihrer spanischen Landsleute an den Indios. Sie hatte sie sich – ihrem Vorbild Katharina von Siena (1347-1380) folgend – geweigert, einer von den Eltern vorherbestimmten Heirat zuzustimmen und sich 1606 dem 3. Orden des heiligen Dominikus angeschlossen. Rosa lebte fortan in einer Hütte im Garten ihres Elternhauses, schlief auf zwei Brettern, widmete sich dem Gebet, verschiedenen Bußübungen, trug eine Kette um den Leib und eine Dornenkrone auf dem Kopf. Mit ihrer Arbeit am Webstuhl, als Haushälterin und Gärtnerin trug sie zum Unterhalt der Familie bei. Sie besuchte Arme sowie Kranke und ermahnte Priester zu einem geistlichen Leben. Nachdem sie 1617 im Alter von nur 31 Jahren verstarb, wurde sie unter breiter Teilnahme der Bevölkerung in der Kirche des Predigerordens beigesetzt. Das von ihr angeregte, erste kontemplative Kloster Südamerikas wurde 1623 errichtet. Kurz danach wurde der Prozess zu ihrer Heiligsprechung eingeleitet. Ihre Verehrung führte zu ihrer Ernennung als Patronin Perus im Jahr 1669 und zwei Jahre später zu ihrer Erhebung als erste Heilige Südamerikas. Angerufen wird sie bei Verletzungen, Ausschlag, Entbindungen und Familienstreitigkeiten. Papst Innozenz XI. (1611-89) würdigte ihr Leben mit den Worten: „Es gab wahrscheinlich in Amerika keinen Missionar, der mit seinen Predigten mehr Bekehrungen erreicht hätte als Rosa von Lima durch ihre Gebete und Bußübungen“.

Norbert Schmeiser, Mitglied der Fraternität Jordan von Sachsen in Freiburg

Der Text ist zuerst erschienen im Konradsblatt 12.8.2018 (102. Jahrgang) Nr. 33-34, S. 21.

Bild: gemeinfrei

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