Hoffnung und Solidarität – eine Delegation von nordamerikanischen Schwestern besucht den Irak

iraq

JANUAR 2015

  1. Januar

Heute sind wir in Erbil gelandet, und am Flughafen erwarteten uns unsere Schwestern. Es war ein sehr emotionales Wiedersehen, ein Gemisch von tiefer Freude und der Einsicht, dass sich unser Leben seit dem letzten Treffen dramatisch verändert hat.

Ihr Bericht, wie sie Mosul und Karakosh in der Nacht des 6. August verlassen haben, hat erst begonnen. Die Flucht der christlichen Gemeinschaften vor dem Terrorismus von ISIS/IL war nicht vorhersehbar, deswegen stehen die Menschen immer noch unter Schock und sie sind verwirrt. Ich kann mir nicht einmal vorstellen, wie sie alles zurückließen, ihren Lebensunterhalt und ihre Heimat, und innerhalb von Minuten flüchteten vor den entsetzlichen Nachrichten, dass ihnen etwas Schreckliches bevorstand.

Arlene Flaherty OP

Wenn Ihr das Wort Flüchtlingslager hört – stellt Euch keine Zelte auf einem Feld vor. Von dem Feld ist nichts mehr zu sehen vor lauter Unterkünften in Containern, mit Betonkorridoren dazwischen. In den Containern sind Matratzen im Viereck hochgestellt, damit die Familien, immer mehrere, über einen Raum verfügen, der etwas größer ist als ein begehbarer Schrank, wie man ihn sich nur im Traum vorstellen kann. Nennt das nicht Wohnung, es ist wirklich nur ein Lager.

Gekocht werden kann auf einer Heizplatte oder vor der Tür oder in einem Gemeinschaftsraum, der für alle Familien offen ist. Die einzige Wärme kommt von Heizstrahlern. Wer Glück hat, hat ein Fenster zum Hinausschauen, die meisten haben nur die vier Metallwände um sich herum. Manche von den hier beschriebenen Behausungen, sind in einem größeren Gebäude untergebracht. Das ist zwar ein Haus, aber kein Heim, kein Zuhause.

Schwester Marcelline Koch

Ist unser Herz weit genug?

Wir kamen am 6. Januar, am Fest der „Erscheinung des Herrn“ in Erbil an. Als wir im Sonnenschein das Flugzeug verließen, konnten wir unsere Schwestern an der Tür sehen, die vertrauten Gesichter unserer geliebten

Schwestern, Schwester Maria mit dem Rat, die Schwestern Luma, Ban und Diana. Erst, als sie uns umarmten und küssten, wurde uns klar, dass wir wirklich angekommen waren.

Die erste Festtagseucharistie fand im 4. Stock an einem Ende eines langen Gebäudes statt, das während der langen Liturgie zunehmend kälter wurde. Hunderte Erwachsene und mindestens 150 Kinder waren dabei. Ihr Schwung wärmte uns in dem kalten Gebäude, sie schienen froh zu sein, dass wir sie besuchten und zusammen mit ihnen beteten. Es war als ob die Worte des Glaubens und Lobens diese Menschen am Leben hielten, und es ist gut, dass die Schwestern da sind, um ihnen zu helfen. Aber so herzlich auch sie uns begrüßten – ihre Augen und ihre Gesichter sind voller Trauer.

Warum sollten sie auch nicht traurig sein? Familien, die in den Dörfern der Niniweh-Ebene zusammen gelebt haben – manche ununterbrochen seit Tausenden von Jahren – wurden ihrer Wurzeln beraubt, sie haben ihr Zuhause, ihr Land, ihre Traditionen verloren und haben keine Aussicht auf eine Lösung. Es ist wirklich unbeschreiblich, wie sie jetzt leben und auch diejenigen in den Container-Lagern, wie Schwester Marcelline diese beschreibt. Einige haben Zuflucht in den oberen Stockwerken einer Bauruine gefunden, die ihnen ein großzügiger Christ zur Verfügung gestellt hat. Es sind lauter Zwei-Zimmer Wohnungen für bis zu acht Personen, mit einer Küche und einer Ess-Ecke und einem Wohn- und einem Schlafraum. Matratzen sind übereinander gestapelt, damit auf dem Boden Platz zum Sitzen ist. Statt Schränken gibt es Kommoden aus Plastik mit drei Schubladen für persönliche Dinge.

Wir danken Gott, dass unsere Oberinnen damit einverstanden sind, dass wir unsere Familie im Irak besuchen. Es gibt hier so viele eindrückliche Erlebnisse, aber das Herz kann gar nicht alles aufnehmen. Ich habe das Glück, dass ich hier sein und sie begleiten kann, aber ich kann unmöglich in Worten ausdrücken, wie leid sie mir in dieser Situation tun. Dafür fehlen einem die Worte..

Möge Gott unser Herz weit genug öffnen, damit wir ihre Situation wirklich verstehen!

Schwester Dusty Farnan

 

 

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Sr. Arlene Flaherty hatErfahrung in der Leitung ihrer Kongrgation und als Promotorin für Gerechtigkeit im Dominikanerorden; derzeit arbeitet sie im Iraq Coordination Commitee. Sr. Marcelline Koch leitet das Büro für Gerechtigkeit der Dominikanischen Schwestern von Springfield. Sr. Durstyne Farnan ist verantwortlich für Berufungen der Dominikanischen Schwestern von Adrain, Michigan.

7. Januar 2015

Gestern Abend nahmen wir an einer besonderen irakischen christlichen Festtagsmesse teil. Wir feierten in einem halbfertigen Einkaufszentrum in Mosul die Eucharistie, wo etwa 300 christliche Flüchtlingsfamilien in einer Art winziger Büros wohnen. Sie können sich vielleicht vorstellen, wie schwierig ihr Leben ist. Es gibt hier Säuglinge und sehr alte Menschen. Die Eucharistie wurde nach syrischem Ritus und auf Aramäisch gefeiert. Während es deswegen zwar schwierig war, alles zu verstehen, so war das Erlebnis der Gemeinschaft und der Solidarität mit all diesen leidenden Menschen eine tiefe Erfahrung des Leibes Christi. An einer Stelle dieses Festes von der Geburt Christi wurde ein Kreuz in der Gemeinde herumgereicht. Es war tief bewegend, all diese jungen und alten Hände zu sehen, die sich ausstreckten, um das Kreuz zu berühren. Als wir beim Friedensgruß in dieser Messe so herzlich von so vielen aus der irakischen Gemeinde begrüßt wurden – da machte ich die Erfahrung, das Kreuz tatsächlich zu berühren.

Schwester Arlene      

Die Besucherdelegation aus USA besuchte einen Bezirk, der etwa 20 Meilen von der Hauptbasis der Schwestern entfernt ist. Dort haben Flüchtlinge aus Syrien (IOM ?) und aus dem Irak vertriebene Christen Zuflucht gesucht. Hier trafen sie drei unserer Dominikanerinnen, die das Schicksal der Menschen teilen. Seit Mitte Dezember wohnen die Schwestern Rahma, Suhama und Victoria in einer ärmlichen Wohnung in Kaznazan, meilenweit entfernt von ihrem eigenen Hause.

    Dusty schreibt: „Schwester Suhama sagte, es wäre ‚gut, dass wir drei Schwestern hier sind und dasselbe erleben, was alle Menschen hier erleben. Wenn es Wasser gibt, haben wir Wasser; wenn die Leute keinen Strom haben, haben wir auch keinen.‘

Die Schwestern arbeiten zusammen mit einer jungen Ordenskongregation. Dazu gehören drei Männer und Bruder Raed Jiboo, der sich der Delegation bei ihrem Besuch anschloss. Jeden Tag besuchen die Schwestern so viele Familien, wie nur möglich. Bei jeder Familie halten sie sich etwa zehn bis fünfzehn Minuten auf. Zuhause in Karakosh kannten sie vielleicht alle Familien vom Sehen, nun lernen sie sich alle auch gegenseitig mit ihrem Namen kennen.

Die Menschen an diesem Ort brauchen vor allem, abgesehen von dem relativem Komfort und den Annehmlichkeiten von Erbil, dringend eine medizinische Ambulanz und ein weiteres großes Zelt, in dem die Kinder für verschiedene Aktivitäten zusammen gerufen werden können. In dieser Nachbarschaft leben mehr als 500 Kinder der Vertriebenen.

Schwester Dusty

  1. Januar 2015

Heute ist Donnerstag, und wir erleben unseren zweiten vollen Tag im Irak.

Die Dominikanerinnen von Mosul, bei denen wir wohnen, leisten eine ganz erstaunliche Arbeit. Sie kümmern sich um die irakischen Vertriebenen (IDPs), meistens Christen, die von ISIS im vergangenen August aus ihrer Heimat vertrieben wurden, aus Mosul, Karakosh und anderen christlichen Enklaven. Es gibt zwar auch viele Muslime, die ebenfalls von ISIS terrorisiert wurden, aber die Schwestern arbeiten vor allem bei den christlichen IDPs, weil diese in vielen Dingen so besonders verletzbar sind. Man kann sich nicht vorstellen, dass sie einmal eine 2000 Jahre alte lebendige Gemeinschaft bildeten. Vor dem Krieg mit den USA 2002 waren sie mehr als zwei Millionen, jetzt sind sie noch ungefähr 120 000.

Die Dominikanerinnen sind selbst auch Vertriebene, deshalb können sie mit echter Solidarität und mit Verständnis und Mitgefühl in ihrem Volk arbeiten. Sie arbeiten in den Flüchtlingslagern in ganz Erbil in Kliniken, sie organisieren Hilfs- und Schutzprogramme für die Kinder, geben seelsorgerische Hilfe und tragen dazu bei, diese vertriebene christliche Gemeinschaft geistlich, physisch und emotional zu unterstützen.

Die Lager sind für den Winter aus den Zeltunterkünften in die ein-Zimmer-Container aus Aluminium, pro Familie einen, verlegt worden. Diese Container stehen auf Zementblöcken und werden mit Strom versorgt Die Kälte ist durchdringend für diese Gemeinschaft im kurdischen Norden im Irak. Man braucht eine große Stärke, um mit seiner Familie in einer solchen harten und erbarmungslosen Umgebung zu leben.

Die Kinder machen einem große Sorgen. Seit August haben sie keinen Schulunterricht mehr. Weder die kurdische noch die Zentralregierung haben bisher irgendetwas gegen dieses Problem unternommen, das eine Vergewaltigung der Kinderrechte bedeutet.

Die Dominikanerinnen hoffen auf eine Möglichkeit, für die christlichen irakischen Flüchtlingskinder einen Schule einzurichten. Dafür muss Land gekauft werden, müssen Gebäude errichtet und Lehrer eingestellt und bezahlt werden und muss die notwendige Ausstattung beschafft werden. Die irakischen Dominikaner haben eine gewaltige Glaubenskraft, aber auch sie geben zu, wie ermüdend und enttäuschend es ist, wenn man dauernd auf harten Widerstand trifft. Unter den Menschen herrschen hier ein Gefühl der Vergeblichkeit und eine stille Verzweiflung. Aber es gibt auch die bemerkenswerte Tatsache, dass der Glaube diese christliche Gemeinschaft trägt und stützt in diesem schrecklichen Kampf, in dem es um Leben und Tod geht. In einigen Lagern, die ich bisher besucht habe, gibt es eine Notkirche, die die Schwestern mit Hilfe von Spenden, die sie bekommen haben, ausgestattet haben.

Ich schicke in den kommenden Tagen und Wochen noch Fotos und weitere Berichte. Jetzt gehe ich einige unserer Frauen besuchen, die ein Waisenhaus leiten.

Danke für alle Liebe und Eure Gebete, wir spüren das! In Liebe,

Schwester Arlene Flaherty

      8.Januar

Vertreibung ist so verstörend und verwirrend. Wenn jemand in dieser Situation auch noch krank wird, bedeutet das eine extra Belastung, nicht nur für die kranke Person, sondern für die ganze Familie.

Schwester Marcelline Koch

Die Martsmoni Clinic hat in einem Zelt begonnen und ist nun zu sieben Containern angewachsen; denn sie kümmert sich auch um die Gesundheitsbedürfnisse der vertriebenen Familien. Schwester Diana Momeka und Bruder Behnan Benoka, beide Vertriebene aus Karakosh, leiten die immer größer werdende Klinik und sind mit einem der Container fotografiert worden, die von der Catholic Near East Welfare Association/Pontifical Mission gespendet wurden. Die Klinik versorgt die Lager in diesem Gebiet und ist ausgerüstet mit ehrenamtlichem medizinischem Personal, das ebenfalls aus Vertriebenen besteht. Täglich kommen 350 bis 400 Personen zu dieser Klinik, einige mit chronischen Krankheiten, die in dieser unsicheren Umgebung nicht behandelt werden können. Die Klinik plant, Zahnbehandlungen und Ultraschall-Untersuchungen zu ermöglichen. Das hängt ab von der Großzügigkeit von Organisationen und Einzelnen, damit Ausstattungen und Medikamente gekauft werden können. Mit einer Spende konnte kürzlich ein Fonds eingerichtet werden, mit dem medizinisches Fachpersonal bezahlt werden kann.

Schwester Marcelline Koch

Jeden Tag passiert etwas Neues und noch Schlimmeres als am Vortag, besonders heute.

Schwester Dusty Farnan 

     Wir gingen zur Ankawa Mall, einem unfertigen kommerziellen Gebäude, das nichts anderes ist als ein Zementskelett, ungeschützt den Elementen ausgesetzt, aber wo Menschen wohnen. Es ist mehr als furchtbar. Bei einem Rundgang mit Bruder Emmanuel erfuhren wir, dass Familien, die zunächst in Erbil Wohnungen gemietet hatten, schließlich aus Geldmangel aber gezwungen waren, an solche Orte umzuziehen. Wir trafen eine Frau, die in dieser Situation ist. Sie ist traurig und überwältigt. Es ist so kalt. Es ist erschreckend kalt. Aber mitten in all dem machten die Frauen Fladenbrote für uns. Was für ein erstaunliches, widerstandsfähiges Volk!

   Arlene Flaherty OP

9.Januar 2015 im Irak

Hallo. Ich schreibe das beim Licht einer Taschenlampe, also entschuldigt bitte die Schrift. Bald werden wir Erbil verlassen und nach Dohuk gehen. Das ist ein anderer Teil von Kurdistan, nördlich von Erbil, wohin viele Flüchtlinge geflohen sind. Dort treffen wir unsere dominikanischen Schwestern und Hani El-Mahdi, den Direktor von CRS (Catholic Relief Service), der das Hilfsprogramm für die Flüchtlinge im Irak aufstellt. Wir möchten dort unbedingt hin, obwohl das eine lange Autofahrt bedeutet. Es ist eine Gelegenheit, einen anderen Landesteil und die Situation der dortigen irakischen Flüchtlinge kennenzulernen.

Gestern Nachmittag gingen Marcelline, Dusty, Luma und Ban zu einem halbfertigen Marktgebäude, der ANKAWA Mall in Erbil, wo mehr als tausend christliche irakische Flüchtlinge wohnen, genauer gesagt, wo diese Menschen um ihr Überleben kämpfen. So schwer es bisher war, die schrecklichen Zustände in den Flüchtlingslagern zu sehen – das Bild in der Ankawa Mall erschien mir als „apokalyptisch“.

Die Mall selbst wurde nie zu Ende gebaut. Sie besteht aus kalten zementierten Gängen, in die man kleine Container gestellt hat. Diese Aluminium Container sind so ähnlich wie diejenigen, die wir in den Lagern gesehen haben, aber an diesem Ort sehen sie aus wie Kühlschränke, in denen Familien wohnen.

Zu diesen empörenden Zuständen kommt noch, dass die Stromversorgung unregelmäßig ist, so dass die kleinen elektrischen Heizkörper und die mit Benzin geheizten Öfen unzuverlässig sind und wahrscheinlich auch feuergefährlich.

Eine der Familien, die wir besuchten, hat eine 22-jährige schwerbehinderte Frau bei sich wohnen. Ihre Mutter lud mich in ihren Familien-Container ein, und sofort begann die junge Frau, laut zu schreien, als sie mich bemerkte. Ihre Mutter macht einen erschöpften Eindruck, sie versucht, ihre Tochter sauber und sicher zu halten. Ich musste mich fragen, wie viele von uns jemals mit solchen Herausforderungen fertig würden.

Überall rannten Kinder in diesem Gebäude herum. Wieder wurde uns deutlich, wie sehr die Rechte der Kinder durch diese Vertreibung beschädigt werden. Zwar hat man einen kinderfreundlichen Raum in der Mall eingerichtet, wo es einige Möglichkeiten für Aktivitäten der Kinder gibt. Der Raum aber ist unbeleuchtet und eiskalt trotz des kleinen Kerosin-Heizkörpers in der Mitte. Wahrscheinlich ist es da besser, wenn die Kinder herumrennen und sich so warm halten, als wenn sie in Eiseskälte auf dem Betonboden sitzen und zu lesen versuchen.

Als wir das Flüchtlingszentrum in der ANKAWA MALL gestern verließen, kam ein älterer Mann ängstlich auf uns zu. Mit Hilfe des Dolmetschers fanden wir heraus, dass er darauf wartete, mit den deutschen Einwanderungs-Beamten zu sprechen, und er hielt uns für diese Beamten.

Diese Art von erzwungener Einwanderung ist so ungerecht, aber sie wird in der ganzen Welt immer häufiger, egal ob aus wirtschaftlichen Gründen oder wegen Kriegsgefahr. 50 Millionen Menschen oder noch mehr sind gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, damit sie überleben können. Diese schreckliche Realität ist für die Iraker sehr deprimierend. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich eine solche Entscheidung treffen sollte.

 

BERICHTE AUS BAGDAD

Der amerikanische Dominikaner Bruder Brian Pierce reist auch im Irak und begleitet den englischen Bruder Timothy Radcliffe, der 1992 bis 2001 Ordensmeister war.

Hier sind zwei Nachrichten von Brian. Morgen, am 11. Januar, werden er und Bruder Timothy zu den Dominikanern in Erbil und Ankawa fahren.

Ein Hinweis: Die Entbindungsklinik in Bagdad, die Brian erwähnt, wird von den Dominikanerinnen von St. Katharina von Siena geleitet. Das Waisenhaus für Kinder mit schweren körperlichen oder geistigen Behinderungen, das Schwestern von Mutter Theres leiten, befindet sich auf dem Gelände des St. Raphael‘s Hospital, das geleitet wird von Dominikanerinnen von der Präsentation.

  1. Januar 2015

Br.Brian Pierce OP:

Auf meiner Ost-Reise ging alles gut (trotz der drei Stunden Verspätung in Toronto und dem 12-Stunden-Aufenthalt auf dem Flughafen von Istanbul)

Traf Br. Timothy und den Vikar der Dominikaner im Irak (ein Vikariat der französischen Provinz) in Istanbul. Flug nach Bagdad war ok…guter Flug, guter Flieger.

Morgen besuchen wir die Dominikanerinnen von der Präsentation, die in Bagdad eine Entbindungsklinik haben, und die Schwestern von Mutter Theresa, die mit verstoßenen Kindern arbeiten. Heute werden wir hier beide zu den Oberstufenschülern in der dominikanischen Schule sprechen (70 % Muslime und 30 % Christen) und später zusammen essen mit unserem Bruder Yousif Thomas OP, dem dominikanischen Bischof in Kirkuk, im Norden des Landes. Gestern und heute haben wir die Messe mit den Dominikanerinnen von St. Katharina hier in Bagdad gefeiert.

Die Stadt sieht viel sauberer aus als ich erwartet hatte! Am 11. machen wir uns nach Erbil auf.

 

Ihr Lieben,

Heute ist der dritte Tag unserer Hoffnungs- und Solidaritäts-Reise hier im Irak.

Gestern verbrachten wir eine Menge Zeit mit vielen unserer dominikanischen Schwestern und Brüdern und unserem dominikanischen Erzbischof von Kirkuk, Yousif Thomas, und ungefähr 200 bis 250 Christen und Muslimen und sprachen über die HOFFNUNG. Das energiegeladene Gespräch war voller Hoffnung! Timothy und ich wurden gebeten, eine Reflektion von zehn bis zwölf Minuten über die Hoffnung zu machen und darüber, was Hoffnung bedeutet in einer Situation wie der im heutigen Irak. Die Fragen und Antworten waren kräftig, und sie stellten harte Fragen. Muslime sagten, wie wichtig die Anwesenheit der Christen im Irak wäre. Warum kommt das nicht in den Abendnachrichten in unseren Städten und Ländern vor? Junge Menschen mit großer Energie und mit wichtigen Fragen. Muslime und Christen. Die Akademie, wo diese Konferenz stattfand, bedarf unseres Gebetes und unserer Hilfe. Das ist so wichtig! Das baut einen ganz anderen Irak auf.

Wir haben unsere dominikanischen Schwestern getroffen, die Schulen und Krankenhäuser leiten (damit bereiten sie die Zukunft vor und heilen die Gegenwart). Heute besuchen wir die Schwestern von der Präsentation und die Schwestern von Mutter Theresa, die ein Heim für verlassene Kinder leiten.

Eine kleine Nebenbemerkung: das Essen ist hier vorzüglich! Schon deswegen könnte ich hierbleiben!

Morgen fliegen wir nach Erbil, der wichtigsten Stadt des irakischen Kurdistan, wo auch dominikanische Schwestern und Brüder und Tausende Flüchtlinge sind, die vor der Terrorgewalt geflohen sind.

Was für ein großes Glück, dass wir hier sein können. Danke für Eure Gebete!

Frieden / Peace / Salaam / Shalom,

Euer Bruder Brian

 

Die Berichte sind im Original auf op.org erschienen und wurden von Sr. Maria Markus vom Institut St. Dominikus (Speyer) übersetzt.

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