9. Europäische Versammlung der Dominikanischen Laiengemeinschaften in Bologna III

Der zweite Arbeitstag der Versammlung war zu einem großen Teil dem Thema „dominikanische Jugend(arbeit)“ gewidmet. Eigentlich waren mit José Alberto de Blas und Francesco Andriulli zwei Referenten aus dem „International Dominican Youth Movement“ (IDYM) eingeladen, die zu dem Thema „Youth Movement and the Laity: challenge and opportunities of sharing St. Dominic’s life“ (Jugendbewegung und Laien: Herausforderungen und Chancen, das Leben des hl. Dominikus zu teilen) sprechen sollten.

Aber José hatte sich kurz vor der Reise ein Bein gebrochen und war nicht reisefähig. Immerhin konnte er per Skype an der Sitzung teilnehmen.

Francesco Andruilli gab einen allgemeinen Überblick über Struktur und Arbeit von IDYM weltweit. IDYM ist ein offiziell anerkannter Zweig der dominikanischen Familie. Die Mitglieder von  IDYM-Gruppen sind zwischen 18 und 30 Jahren alt. Sie agieren zunächst auf lokaler und regionaler Ebene, interagieren jedoch über soziale Medien und per Videokonferenzen auch überregional oder international. Ihr Ziel ist es, das Evangelium „auf dominikanische Art“ und auf der Basis des dominikanischen Lebens (Stichwort vier Säulen) auf – wie der Jugend angemessen – radikale Weise zu verkünden, und die „Zielgruppe“ ihrer Verkündigung sind vor allem junge Leute. Es lohnt sich wirklich, ihre website eingehend zu studieren.  In Europa ist IDYM bisher leider nur in England und Spanien vertreten (zum Vergleich: in den Americas gibt es IDYM in 13 Ländern, in Afrika in 8 Ländern).  Francesco stellte der Versammlung die provokante Frage, was unsere Gruppen (der inkorporierten dominikanischen Laien) tun, um eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich junge Leute willkommen fühlen? Und: Sind junge Leute Teil unserer Mission? Vermutlich könnte man  diese Fragen auch an die anderen Zweige der dominikanischen Familie in unseren Ländern richten, denn IDYM-Gruppen entstehen und junge Leute werden dort angezogen, wo das dominikanische Charisma attraktiv und begeisternd gelebt wird. Das kann von Laiengruppen ausgehen, aber auch von Brüder- und Schwesternkonventen. Oder eben auch nicht.

Aus dieser Frage entspann sich eine lebhafte Diskussion. Einige Delegierte schilderten Beispiele gelungener oder misslungener Interaktionen zwischen älteren und jüngeren Mitgliedern in ihren Ländern und Gemeinschaften. Außerdem wurde die Frage gestellt, was aus dem dominikanischen Engaement von IDYM-Mitgliedern wird, wenn sie „zu alt“ geworden sind. IDYM-Mitglieder legen keine Versprechen ab, u.a. auch, weil sie nach heutigen Maßstäben vielleicht noch zu jung für eine lebenslange Bindung sind, doch kann sich durchaus eine Kontinuität zwischen ihnen und den etablierten Laiengruppen ergeben oder aus ihnen können neue Laiengruppen entstehen. Auf jeden Fall sollten zwischen den europäischen DLG und IDYM eine engere Verbindung entwickelt werden, als das derzeit der Fall ist. Gemeinsame Studien- und Ausbildungsprogramme zu entwickeln und anzubieten, wäre eine gute Möglichkeit, solche Verbindungen zu etablieren. Dass das auch ganz nebenbei gehen kann, wurde aus einem Statement des Delegierten des Vikariats Bulgarien ersichtlich, mit 32 übrigens der jüngste Teilnehmer der Bologneser Versammlung, nachdem beklagt worden war, dass viele Fraternitäten überaltert und deshalb für junge Leute unattraktiv seien. Er brachte sehr nachdrücklich vor, dass er den älteren und alten Mitgliedern seiner Gemeinschaft sehr viel verdanke, da sie es gewesen seien, die ihn in alles, was den Glauben und das dominikanische Leben angeht, eingeführt haben.

Wie üblich kann die Präsentation von José Alberto de Blas und Francesco Andriulli ebenso wie ein Bericht zu dem Tag auf der ECLDF-Seite eingesehen werden.

Apropos: Nach diesem interessanten Programmpunkt stellte Karin Bornhijm ihre hervorragende Arbeit an der ECLDF-Internetseite vor, die sie als Webmaster betreut.

 Hauptzelebrant und Prediger der mittäglichen Messe war diesmal der Generalpromotor der DLG, P. Rui Carlos Lopez. Auch seine Predigt ist auf der ECLDF-Seite zugänglich.

Shocking: mit „dem Rücken zum Volk“… aber so ist es immer am Grab des hl. Dominikus

Bei der Predigt

Am Nachmittag wurde das Thema Jugendarbeit in kleineren Arbeitsgruppen vertieft. Danach fand eine Meditation vor der Dominikus-Ikone statt, die nach ihrer Wanderung durch Europa ebenfalls Bologna erreicht hatte. Der Text der Meditation, die von dem ICLDF-Mitglied Klaus Bornewasser gehalten wurde, ist auf der ECLDF-Seite zu finden.

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